FührungsstilMitarbeiter als Moderator und Möglichmacher führen

Führungskräfte moderner Prägung führen nicht mehr nur über Anweisungen und Kontrolle. Sie moderieren und koordinieren. Sie setzen Impulse und begeistern Andere für ihre Ideen.

Der Arbeitsmarkt hat sich in vielen Branchen von einem Anbieter- zu einem Käufermarkt gewandelt. Das heißt: Die Macht ist zur Arbeitnehmerseite gewechselt – zumindest, wenn es um die qualifizierten Talente unter den Young Professionals geht. Die Chefin oder der Chef als Ansager ist für sie ein Auslaufmodell. Stattdessen zählen Autonomie und Gestaltungsraum, Kollaboration, Selbstorganisation und Gleichrangigkeit.

Arbeit läuft immer öfter in Form von Projekten ab

Auch die Arbeitsbeziehungen als solche haben sich verändert. Sie sind globaler und digitaler geworden. Neben einer Kernbelegschaft mit herkömmlichen Arbeitsverhältnissen tritt zunehmend eine kollaborative Zusammenarbeit ohne klassischen Arbeitsvertrag: in Projekten, mit Freelancern, mit Zeitarbeitsfirmen und Interimsmanagern, über ausgelagerte Bereiche sowie mit Hilfe von mitarbeitenden Spezialisten, Zulieferern und Geschäftspartnern.

Ferner haben sich die Arbeitsinhalte verschoben: Die neuen Berufe haben viel mit Denken, Designen, Innovieren, Managen und Verhandeln zu tun. Sie verlangen deshalb Empathie, Intuition und Wissen, wie Menschen ticken – von Mitarbeitern und von Führungskräften. Die Folge: Das alte Selbstverständnis von Führung steht zur Disposition.

Führungskräfte sind Moderatoren und Möglichmacher

Klassischerweise hat eine Führungskraft folgende Funktionen: Sie führt Mitarbeiter, managt Prozesse, ist Fachkraft auf ihrem Gebiet, repräsentiert das Unternehmen nach außen und ist Vorbild nach innen. Angesichts der Herausforderungen der neuen Arbeitswelt kommen nun weitere Funktionen hinzu: die Rolle des Katalysators, des Moderators, des Koordinators und des Möglichmachers.

Als Katalysator stellt eine Führungskraft neuer Prägung eine Inspirationsfigur dar, die andere für eine Idee entflammt, Impulse setzt, einen Prozess in Gang bringt und dann die Sache laufen lässt. Verantwortung und Monitoring verbleiben im Team. Eine solche Führungskraft führt, indem sie passende Rahmenbedingungen vorgibt, das Arbeitsgeschehen moderiert und Vorschläge macht. Führen über strikte Anweisungen und harsche Kontrollen gehören nicht dazu.

Führungskräfte stecken das Spielfeld für ihre Mitarbeiter ab

Eine Führungskraft als Katalysator steckt das Spielfeld für ihre befähigten Mitarbeiter ab. Nicht zu groß, aber auch nicht zu klein, abhängig von Aufgabe und Mitarbeitertypologie. Sie schafft Orientierung, gibt die Anforderungen vor und sorgt für einen reibungslosen Prozessablauf. Nachdem die Eckpunkte einer Aufgabenstellung besprochen sind, zieht sie sich zurück und greift nur im Notfall steuernd ein. Wenige klare Spielregeln bestimmen, was erlaubt ist und was nicht. Eine schnelle Fehlerlernkultur und regelmäßige Feedbackschleifen sichern ein zügiges Voranschreiten der Projekte. Regelmäßig besprochen werden folgende Punkte:

  • Was wurde seit dem letzten Mal erreicht?
  • Was hat besonders gut geklappt?
  • Welche Hindernisse traten auf?
  • Was sind die nächsten Schritte?
  • Was lässt sich beim nächsten Mal besser machen?

Führungskräfte kommunizieren offen und ehrlich

Die Kommunikation läuft dabei unkompliziert, offen, ehrlich und vertrauensvoll ab. Während beim alten Führungsstil Projekte ständig stocken, weil auf Entscheidungen von der oberen Unternehmensebene gewartet werden muss, ist das Vorgehen hier eher durch Schnelligkeit und Agilität gekennzeichnet. Bei alten Führungsstilen geht es vor allem um das marionettenhafte Abarbeiten von Vorgaben nach Standards, Normen und Plänen, gepaart mit einer aufwändigen Absicherungsdokumentation für die obere Unternehmensebene.

Kennzeichnend für den neuen Führungsstil ist, dass sich das Team flexibel auf die immer neuen Überraschungen des Marktes und die volatilen Wünsche der Kunden konzentrieren kann. Dafür braucht es Eigenverantwortung, verbindliche Absprachen und Verlässlichkeit. So fördert eine Führungskraft als Katalysator die Selbstorganisation ihrer Mitarbeiter und führt ihre Mitarbeiter auf die Kunden fokussiert.

Fazit

Insgesamt bieten Führungskräfte, die als Katalysatoren fungieren, die besten Voraussetzungen zum Erzielen von guten Ergebnissen in Hochleistungsteams. Sie legen die Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Angesichts der neuen Formen von Arbeit, der immer größer werdenden Gruppe der Digital Natives, der „versozialisierten“ Geschäftswelt und der machtvollen Kunden wird diese Art zu Führen in Zukunft vorherrschend werden.

Dazu im Management-Handbuch

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