Generation ZJunge Menschen für den öffentlichen Dienst begeistern

Der öffentliche Dienst als Arbeitgeber bietet viel, was der Generation Z wichtig ist. Der öffentliche Dienst muss sich der jungen Generation aber richtig präsentieren.

Die Folgen des demografischen Wandels machen sich bereits bemerkbar. Die Konkurrenz um Arbeitskräfte ist härter geworden und wird sich in Zukunft noch mehr zuspitzen. Was bedeutet das für den öffentlichen Dienst? Muss der öffentliche Dienst Arbeitsbedingungen schaffen, wie sie in der freien Wirtschaft herrschen, damit er für junge Menschen attraktiv wird?

Im Gegenteil. Bei der Generation Z, geboren ab 1995, decken sich die Wünsche an den Arbeitsplatz gut mit den Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst. Der öffentliche Dienst muss sich nicht hinter der freien Wirtschaft verstecken. Doch muss er junge Menschen so ansprechen, dass sie die Vorteile auch erkennen können.

Was will die Generation Z?

Die Maas Beratungsgesellschaft mbH hat Jugendliche der Generation Z in einer großen Studie befragt, was sie sich von Beruf und Arbeit wünschen und sie mit der Vorgängergeneration, der Generation Y (geboren zwischen 1980 und 1994), verglichen. Die Ergebnisse von über 2000 Befragten offenbaren große Unterschiede zwischen den Generationen. Während die Generation Y ein hohes Einkommen sowie Beruf und Arbeit als wichtig einschätzten, legt die Generation Z im Gegensatz dazu viel mehr Wert auf Familie und einen Beruf, der genügend Zeit für die Familie lässt. Während 30 Prozent der Generation Y Familie und Kinder als sehr wichtig einstuften, sind es bei der Generation Z über 60 Prozent.

Auch bei den Wünschen, was eine Arbeitsstelle bieten sollte, offenbaren die Ergebnisse interessante Erkenntnisse. Über die Hälfte der Nachwuchskräfte stufen Sicherheit, ein angenehmes Arbeitsklima und eine interessante Tätigkeit als sehr wichtig ein. Für die Generation Z sind diese drei Faktoren die wichtigsten Eigenschaften bei der Berufswahl. Dementgegen erachteten nur 27 Prozent von ihnen ein hohes Einkommen als sehr wichtig und sogar nur 17 Prozent ist es überhaupt wichtig, bei einem innovativen Arbeitgeber zu arbeiten. Dies war in der Vergangenheit komplett anders.

Es zeigt sich, dass für die Arbeitnehmer der Zukunft die eigene Familie das höchste Gut sein wird. Sie wünschen sich interessante und sichere Jobs mit klaren Stundenvorgaben und familienfreundlichen Strukturen. Somit ist es auch kein Wunder, dass sich diese Kohorte eine stärkere Trennung von Berufs- und Privatleben wünscht. Darauf sollten Arbeitgeber ihren Fokus setzen, um sich für die zukünftigen Berufseinsteiger interessant zu machen.

Wie gut passt der öffentliche Dienst zu den Wünschen?

Die Studie zeigt, dass sich die Wünsche der Generation Z mit den Arbeitsverhältnissen im öffentlichen Dienst zu großen Teilen decken. Schließlich bietet der öffentliche Dienst genau solche Arbeitsplätze. Doch wieso klagen trotzdem viele öffentliche Arbeitgeber über Probleme bei der Gewinnung von jungen Nachwuchskräften? Die Antwort ist einfach: Sie müssen sich für die junge Generation sensibilisieren und darauf achten, was sie anspricht. Die Grundvoraussetzung, Mitglieder der Generation Z für sich zu gewinnen, ist gut. Ob das tatsächlich gelingt, entscheidet sich daran, wie die künftigen Arbeitnehmer angesprochen werden. Sprich: Wie sich der öffentliche Dienst als Arbeitgeber präsentiert.

Wie wird der öffentliche Dienst attraktiv für junge Menschen?

Allgemeingültige Konzepte gibt es nicht – schließlich setzt sich der öffentliche Dienst aus unzähligen verschiedenen Arbeitsbereichen zusammen. Wichtig ist es aber, sich sowohl bei Marketingaktionen und bei Stellenannoncen gut zu überlegen, was sich die jungen Menschen wünschen und was man selbst als Arbeitgeber alles zu bieten hat: Wo ergeben sich Schnittpunkte? Wo auf keinen Fall? Und wie präsentiere ich mich?

Dabei werden die Social-Media-Kanäle völlig überschätzt. Diese können sogar kontraindiziert sein. Die Darstellung des potenziellen Arbeitgebers bei Instagram, Snapchat oder Facebook wird vom Großteil der Generation Z abgelehnt, so ein Ergebnis der Studie. Hier zeigt sich wieder die gewünschte klare Trennung zwischen Freizeit und Beruf.

Die Generation Z nutzt Social Media viel und häufig – aber nicht für berufliche Zwecke. Als Arbeitgeber lohnt es sich auf bewährte Mittel zurückzugreifen: Stellenanzeigen auf Online-Jobportalen, in Zeitungen oder sogar auf einem Messestand.

Fazit

Die Herausforderung des öffentlichen Dienstes, junge Arbeitnehmer für sich zu gewinnen, ist in manchen Bereichen schon ein Problem und kann sich in Zukunft zuspitzen. Wer sich aber mit der neuen Generation auseinandersetzt und dementsprechend seine Konzepte anpasst, kann mit Know-how und guten Ideen dafür sorgen, dass die schlechten Prognosen reine Prognosen bleiben und sich nicht bewahrheiten.

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