GeschäftsideeMit guten Ideen am Geldrad drehen

Von der Idee bis zum gewinnbringenden Produkt ist es ein langer und schwieriger Weg. Dennoch gelingt dem ein oder anderen Unternehmen der Erfolg und es kann ein internationales Spitzenprodukt schaffen, das viel Einnahmen bringt. Geduld, Hartnäckigkeit sowie das Verkraften von Rückschlägen sind Voraussetzung für den Erfolg.

Der Weg zum Geld über Erfindungen ist lang. Häufig muss die Richtung geändert werden. Lebensumstände verbieten es oft, den einmal eingeschlagenen Weg beizubehalten, auch wenn man sein Unternehmen längst gegründet hat. Private Gründe gehen parallel mit geschäftlichen. Die Ehefrau hätte gern das gesparte Geld als Anzahlung für ein eigenes Häuschen gesehen, der Ehemann will es als Eigenkapital für ein Geschäftsdarlehen einsetzen, und so gehen die Interessen oftmals auseinander.

Am Beispiel einiger erfolgreicher und weniger erfolgreicher Unternehmer, soll deren Firmengeschichte  anhand der Geldmaschine Innovationsrad (IR) anschaulich gemacht werden, damit jeder hoffnungsvolle Gründungswillige, den vor ihm liegenden Weg richtig einschätzen kann.

Dabei ist der Weg bis zum großen Geld keine gerade Linie, sondern ähnelt eher einer Kreisform. Oft kommt das Innovationsrad auch zum Stehen, muss zurückgedreht werden, um dann von einer unteren Stufe aus neuen Schwung zu holen. Manchmal gelingt das allein dadurch. Oft genug braucht man aber einen Helfer oder sogar mehrere, insbesondere Kapitalgeber, die bereit sind eine angedachte Innovation zum Markterfolg zu verhelfen.

Dabei geht es um die Überwindung der eigenen Schwerkraft. Wem es gelingt die eigene Schwerkraft auszuschalten, was durch deutliches Verringern der sich in den Weg stellenden Hindernisse möglich wird, ist hier deutlich im Vorteil.

Dazu braucht es Mut, um ständig auftretende Zweifel an der Idee und den damit verbundenen Erfolg gar nicht erst aufkommen zu lassen!  

Das Wirksystem

Das Innovationsrad stellt einen Schwerkraftüberwinder und Mutmacher dar, wenn man genügend Motivation aufbringt, um das Innovationsrad in Gang zu setzen und in Schwung zu halten.

Was bedeutet eigentlich Motivation und woher leitet sich der Begriff ab?

  • motum = Motor
  • motivum = Antrieb zum Handel
  • Motiv = Bild

In diesem Fall dient das Innovationsrad als Antriebsrad, in Gang gehalten von gelebter Motivation. Das bedeutet, je mehr Motivation vorhanden ist, was einem hohen Vertrauen in seine eigene Idee gleichkommt, um so eher wird sich das Innovationsrad in Bewegung setzen und in Bewegung halten lassen. Es setzt dabei die Ursache und nimmt das Geldrad in die Drehung mit (Wirkung). Nicht schneller aber auch nicht langsamer.

Die dabei erreichte Stellung der beiden Zahnräder entspricht der vorgefundenen Situation in Echtzeit. Dabei hat das direkte Auswirkung auf den Unternehmenserfolg.

Innovations-Geldrad 

Zwei Zahnräder greifen ineinander. Das Geldrad dreht sich in entgegen gesetzter Richtung. Auslöser des Antriebs ist der Wunsch, seine Idee (den Gedanken) in sichtbare Materie umzusetzen und damit einen Beitrag zum Stand der Technik zu leisten. Nicht immer steht dabei das Geld im Vordergrund, aber immer öfter ist es zum Leben unentbehrlich. Deshalb ist in mehr als der Hälfte aller Fälle der in Geld zu messende Nutzen für sich selbst, für die Familie, für den Arbeitgeber ausschlaggebend.

Um an diese Futterkrippe zu kommen, gibt es viele Wege. Will man durch Innovation dorthin gelangen, muss der Antrieb von Innen kommen. Das alles dominierende Gesetz des Lebens ist das der Vermehrung. Vermehren wir das Einkommen einer Zielgruppe durch Innovation, vermehren wir auch unser Einkommen.

Langjährige Beobachtungen haben gezeigt, dass eine Idee oder ein Start-up erst ab dem Zahnstand 6 langsam beginnt erstes Geld abzuwerfen. Bis zu diesem Zahnstand entstehen nur Kosten und diese müssen zunächst einmal aufgebracht werden. Ob durch Fördergelder, den Einsatz von Erspartem oder ein Darlehen aus der Familie, ein gewisser Anteil muss zunächst vorhanden sein.

Langer Weg bis zum Global-Player, Regional-Player, Nischenführer

Die ersten 6 Zahnstände sind sehr wichtig. Sind diese geschafft, so ist man ein gutes Stück vorangekommen. Der anzustrebende Idealzustand ist je nach Firmengröße und Unternehmensziel beim Erreichen des Zahnstandes 12 gelungen, der am höchsten erreichbaren Stufe. Von dort beginnt der Weg von vorn, mit einer neuen Idee. Dazwischen gibt es verschiedene Stadien die auch schon gutes Geld abwerfen können.

Die Erklärung der Zahnstände im Einzelnen:

Welcher Wirklichkeit begegnet man stattdessen oft?

Die Idee ist vielleicht nicht schlecht, allerdings auch nicht genügend vorgeprüft und angereichert. Genau aus diesem Grunde lehnt dann die Hausbank eine Mithaftung bei einem Förderkredit ab. Weiter als zum Zahnstand 2 ist man nicht gelangt.

Vorzeitiges Ende oder der Gründer will es jetzt wissen und pumpt die Familie an oder macht seine letzten Ersparnisse locker, um dann mit einem Prototyp oder Modell die Hausbank zu überzeugen. Wenn dann die Hausbank oder Sparkasse nach Sicherheiten fragt, hat man oft wenig vorzuweisen. Wenn man Glück hat gewährt der Kreditgeber einen Minimalkredit für eine begrenzte Mietzeit. Der Gründer bekommt dann zumindest die Möglichkeit zum Bekanntmachen seiner Idee und zum Testverkauf. Oft ist hier ebenfalls Schluß und die Rückzahlung belastet das weitere Leben. Weiter als bis zum Zahnstand 4 ist man nicht gelangt und findet sich auf dem Arbeitsmarkt wieder.

Besser sind dann schon diejenigen dran, denen es gelungen ist aus dem Prototyp eine kleine Testserie herzustellen, redaktionelle Artikel in Zeitschriften zu lancieren und so einen kleinen Teil der Zielgruppe dafür zu gewinnen. Es ist gelungen bis zum Zahnstand 5 oder 6 vorzudringen. Erstes Geld kommt rein, aber damit sind die Kosten noch lange nicht gedeckt. Das Geld oder eventuelle Fördermittel sind aufgebraucht und von den geringen Einnahmen ist eine Vollexistenz nicht zu finanzieren. Weitere Finanzmittel von der Hausbank gibt es nicht und ein Helfer ist nicht in Sicht. Auch hier ein vorzeitiges Ende (etwa nach 2 Jahren).

Konkrete Unternehmensgeschichten erfolgreicher Unternehmen

Seit dreißig Jahren sammle ich Unternehmensgeschichten. Das rührt daher, weil eines der von mir geschriebenen Bücher „Unternehmens-Steuerung mit 6 Erfolgsfaktoren“ bereits damals so angelegt war, dass ich neben der Erfassung des Ist-Zustandes daran interessiert war, zu erfahren, wie es überhaupt begann, wie es 2 Jahre später war (kritischer Zeitpunkt), zur Halbzeit sowie zwischen Halbzeit und der aktuellen Momentaufnahme.

Erfolgsgeschichten zeigen, dass es drei entscheidende Komponenten gibt, die als Voraussetzung für Erfolg anzunehmen sind:

  1. Substanz der Geschäftsidee: Das ist die Basis. Ohne eine bedeutsame Geschäftsidee sollte man so wenig beginnen, wie man ohne einen Pfennig Geld nicht mit dem Hausbau beginnen kann. Aber wie stellt man fest, ob die Idee gehaltvoll genug ist, um über die notwendige Eigendynamik zu verfügen, um potentielle Käufer anzusprechen? Idealerweise erstellt man dafür eine Nutzenbilanz auf, aber eine Bewertung nach den Kriterien Marktfähigkeit, Wachstumspotential und Lebensdauer tut es am Anfang auch. Eine ausführliche Darstellung würde hier den Rahmen sprengen.
  2. Konkurrenz: Unterschätzen Sie den Wettbewerb nicht. Wenn die Substanz der Idee gering ist, hat der Wettbewerb bessere Karten. Warum? Auch wenn deren Produkte oder Dienstleistungen nicht mehr den neuesten Marktanforderungen genügen sollten, so existiert eine gewisse Stammkundschaft, die die Produkte bisher kauften. Man muss schon besonders gut sein, um diese Bindungen blockieren oder sogar aufreißen zu können. Und noch etwas haben diese Wettbewerber, Das Geld oder zumindest den leichteren Zugang dazu, denn sie verfügen über jahrelange Kontakte zu den Banken und Sparkassen, die Sie sich erst durch erbrachte Leistung erarbeiten müssen.
  3. Abhängigkeit: Anfangs besteht eine hohe Abhängigkeit von der Hausbank, vom Vermieter, von Partnern.

„Da, wo wir von Entscheidungen anderer abhängig sind, entwickeln wir eine sensible Wahrnehmung dafür, wie diese Personen/Systeme mit der Macht, die ihnen ihr Rang verleiht, umgehen.“ [Elke Schlehuber]

Die entscheidende Erkenntnis daraus

Ist die Substanz, die in der Grundidee steckt groß genug, kann sie die Konkurrenz zurückhalten und mit der Zeit auch Abhängigkeiten abbauen. 

Das Innovations-Geldrad sollte als Anschauungsmodell vor dem geistigen Auge erscheinen, um sich nicht selbstzufrieden zurückzulehnen. Beim Erreichen eines neuen Zahnstandes kann man stolz sein und Kraft schöpfen für den nächsten Schritt.

Manchmal muss es auch zurückgedreht werden, um bei einem niedrigeren Zahnstand wieder anzusetzen. Und wenn Jahre dazwischen liegen sollten.

[Bild: Fotolia.com]

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