Green OfficeSo gestalten Sie Ihre Büros umweltfreundlich

Umweltfreundliche Büros reduzieren Kosten, steigern die Motivation der Belegschaft und verbessern das Image des Unternehmens.

„Think bevor you print“ – wer kennt diesen Merksatz nicht? Zu einem Green Office“ gehört aber noch mehr. Dabei spielt die Ressourcen- und Energie-Schonung eine große Rolle, aber auch soziale Aspekte wie Wohlbefinden und Motivation werden berücksichtigt. Dadurch lassen sich Kosten sparen und das Image verbessern. Eine Studie des Fraunhofer IAO ergab, dass zwar über die Hälfte der Unternehmen in Deutschland in puncto „umweltfreundliches Büro“ bereits aktiv ist, dass aber auch noch große Potenziale bestehen.

Maßnahmen für ein Green Office

Aus den Forschungen zum Umweltbewusstsein ist bekannt, dass in Deutschland über alle sozialen Schichten hinweg ein hohes Umweltwissen vorhanden ist. Dieses Wissen führt aber nicht zwangsläufig zu entsprechenden Verhaltensweisen. Vielmehr hat sich gezeigt, dass konkrete Visionen und Projekte notwendig sind, um Menschen zum Handeln zu veranlassen. Als Basis für ein umweltfreundliches Büro gelten folgende Maßnahmen:

  • Schulungen, um das Umweltwissen der Mitarbeiter hoch zu halten.
  • Regelmäßige Informationen über die Fortschritte, um die Motivation zu erhalten.
  • Vorgelebte Visionen, um die Begeisterung zu entfachen.
  • Konkrete Projekte, um aus den Betroffenen Beteiligte zu machen.
  • Zu einem umweltfreundlichen Büro gehören die Teilbereiche Green IT, Green Interior und Green Behavior.

Green IT spart Energie und Kosten

Unter Green IT werden alle Maßnahmen vereint, die die Informationstechnologie umweltfreundlicher gestalten. Berücksichtigt die IT Ihres Unternehmens umweltfreundliche Faktoren? Prüfen Sie anhand folgender Checkliste:

Checkliste: Ist Ihre IT „green“?

  • Bei der Anschaffung von Computern achten Sie auf energieeffiziente Netzteile.
  • Sie erwerben Bürogeräte, die ein Energiespar-Siegel tragen.
  • Sie nutzen Drucker, die recycelt werden können.
  • Sie setzen Dokumenten-Management-Systeme für papierarmes Arbeiten (etwa digitales Archivieren oder digitale Signaturen ein.
  • Sie versenden elektronische Grußkarten oder Flyer im PDF-Format anstatt der gedruckten.
  • Sie arbeiten mit wiederbefüllbaren Tonern für Drucker, Kopierer und Fax-Geräte.
  • Sie schalten Ihre Stand-by-Geräte mit Hilfe von Steckdosenleisten aus.

Green Interior verbessert die Lebensqualität der Belegschaft

Green Interior meint eine umweltgerechte Innenausstattung und Möblierung von Büros. Der gesamte Lebenszyklus der Produkte wird dabei berücksichtigt. Die folgende Checkliste zeigt, worauf Sie hinsichtlich des Umweltaspekts in Ihrer Firma achten sollten:

Checkliste: Ist Ihre Innenausstattung „green“?

  • Sie setzen energieeffiziente Beleuchtungssysteme ein.
  • Sie haben eine wassersparende Technik im Sanitärbereich installiert (etwa Sensoren am Handwaschbecken, Zweifach-Spülungen in den Toiletten oder wassersparende Geräte in den Spülkästen).
  • Ihre Büros sind mit zertifizierten (Vollholz-)Möbeln ausgestattet.
  • Die Putzmittel für Ihre Raumpflegerin wählen Sie anhand des Symbols „Sustainable Cleaning“ aus.

Gerade mittelständische Unternehmen lassen sich von Umbauten im Sanitärbereich oder bei den Beleuchtungssystemen leicht abschrecken, wenn sie die ersten Kostenvoranschläge der Handwerker erhalten. Die Einsparungen bei den laufenden Kosten werden dann leicht übersehen. Studien zeigen aber, dass sich der Gesamtaufwand für ein Büro- oder Fabrikgebäude nur zum kleineren Teil aus den Anschaffungsinvestitionen zusammensetzt und viel stärker von den Unterhaltkosten bestimmt wird.

Green Behaviour macht Ihre Firma glaubwürdig

Bei Green Behaviour geht es darum, Verhaltensweisen so zu verändern, dass die Leistung am Arbeitsplatz gut erbracht und gleichzeitig die ökologische Belastung minimiert werden kann. Viele kleine Maßnahmen können dabei zu einem spürbaren Effekt führen.

Beginnen Sie mit den folgenden „grünen“ Verhaltensweisen, um das Umweltverhalten Ihres Unternehmens zu verändern:

  • Vermeiden Sie Abfall, indem Sie Luftpolsterumschläge mehrfach verwenden.
  • Vermeiden sie Einweg-Produkte wie Plastikbecher oder Pappteller.
  • Nutzen Sie wiederaufladbare Batterien oder Akkus.
  • Verwenden Sie falsch bedrucktes Papier als Notizzettel.
  • Spenden Sie gebrauchte Möbel oder Computer an soziale Organisationen oder lokale Einrichtungen.
  • Stoppen Sie die Flut an Werbebriefen von anderen Unternehmen, indem Sie Ihr Unternehmen in die Robinson-Liste eintragen.
  • Nutzen Sie „Grüne-Energie“-Tarife von Strom- und Gasanbietern.
  • Vermeiden Sie Luftfrachten.

Fazit

Eine Fokussierung auf energieeffiziente Technologien greift zu kurz. Ihr Einsatz muss begleitet werden von engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dann lassen sich die Investitionen durch eine höhere Loyalität und emotionale Bindung wie auch durch verbesserte Chancen im Employer Branding rasch amortisieren.

Dazu im Management-Handbuch

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