Gute Mitarbeiter findenDie Vorteile von Candidate Personas im Bewerbungsprozess

Firmen können Personas auch für den Bewerbungsprozess und fürs Employer Branding nutzen. Dafür definieren sie bestimmte Bewerbertypen. Ziel: Die Employer-Branding-Strategie auf die Bedürfnisse der Bewerber ausrichten.

Um gute, geeignete Mitarbeiter zu finden beziehungsweise Toptalente für sich zu gewinnen, ist die Entwicklung von so genannten Candidate Personas nützlich. Diese verkörpern prototypische Bewerberinnen und Bewerber. Durch Candidate Personas wird der Blick weg vom Unternehmen hin zu den Bewerbern gelenkt. Mit Hilfe von Candidate Personas können Recruitingprozesse analysiert und dann optimiert werden. So verschaffen sich die Unternehmen einen Vorteil gegenüber denjenigen Unternehmen, die selbst die vielversprechendsten Bewerber weiter nach Schema F behandeln.

Warum Candidate Personas zunehmend wichtig sind

Jede Candidate Journey, also die „Reise“ eines Bewerbers durch den Recruitingprozess, kann zwar annähernd aus den gleichen Hauptstationen bestehen. Im Detail jedoch ist der Weg vom ersten Interesse bis zum Abschluss des Arbeitsvertrags (oder auch nicht) bei jedem Kandidaten verschieden. Auch die Erwartungen, die ein Talent an das genaue Vorgehen hat, können sehr differieren.

Candidate Personas

Candidate Personas sind fiktive Stellvertreter einer Bewerbergruppe, die das Charakteristische an ihren Einstellungen, Bedürfnissen, Anforderungen und Vorgehensweisen in sich vereinen. Sie ersetzen das anonyme Zielgruppengemenge durch eine menschliche Gestalt, in die man sich gut hineindenken kann. Dies ist wichtig für eine zielführende Ansprache.

Candidate Personas beinhalten sowohl fachliche als auch persönliche Komponenten, wie zum Beispiel Ziele, Werte, Motive, Wünsche, Ansichten, prototypische Verhaltensweisen, Interessen, Vorstellungen, Vorbehalte, Befürchtungen und Ängste. So tritt das Individuum hinter seiner Funktion hervor und jeder kann sich ein klares Bild von ihm machen. Zudem wird sichergestellt, dass die Bewerber nicht nur zum Job, sondern auch zur Unternehmenskultur passen. Neben der Fachexpertise, die man initial sucht, ist dies in Zukunft zunehmend wichtig.

Der „Steckbrief“ einer Candidate Persona

Der „Steckbrief“ einer prototypischen Candidate Persona umfasst im Wesentlichen folgende Elemente:

Name und Foto

  • Wie sieht ein typischer Vertreter aus der betrachteten Kandidatenzielgruppe aus?
  • Wie heißt er oder sie?

Hintergrundinformationen

Hier geht es um das Alter, Kenntnisse und Expertisen, den prototypischen Werdegang, gegebenenfalls um die Nationalität und das Geschlecht.

  • In welcher Branche arbeitet er/sie bisher und wie groß ist das Unternehmen?
  • Welche Position bekleidet er/sie dort?

Zudem geht es um die familiären Verhältnisse, die derzeitige Einkommenssituation, Hobbys und andere Interessen.

Statements

  • Was könnten wörtliche Aussagen sein, die für diesen Bewerbertyp typisch sind?
  • Welche Schlagworte spiegeln seine Werte, Standpunkte, Ansichten und Einstellungen wider?

Erwartungen/Ziele

  • Welche Anforderungen hat diese Persona an einen Arbeitgeber?
  • Welche beruflichen Ziele verfolgt sie?
  • Was treibt sie an?
  • Welche Probleme will sie lösen?
  • Welchen Nutzen will sie erzielen?
  • Welche Gefühle könnten im Spiel sein?
  • Welche Ängste könnte die Persona haben?

Entscheidungsprozess

  • Wie entscheidet diese Persona?
  • Welche Candidate Journey geht sie?
  • In welchen Medien informiert sie sich?
  • Was sind ihre wichtigsten Interaktionspunkte?
  • Welchen Stellenwert haben Offline, Online und Mobile?
  • Welche Impulse braucht sie?
  • Welche Fakten und Argumente werden benötigt?
  • Was könnte sie besonders überzeugen?
  • Wer hat Einfluss auf sie?

Ideale Lösung

  • Wie sähen ideale Arbeitsbedingungen aus dem Blickwinkel einer solchen Persona aus?
  • Von welchen Interessen wird sie geleitet?
  • Im Rahmen welcher Emotions- und Motivsysteme trifft diese Persona ihre Wahl?

Prototypische Candidate Personas erstellen

Candidate Personas werden entwickelt, indem man die entsprechenden Mitarbeiter im Unternehmen sowie passende Vertreter der gewünschten Talente zusammenbringt, seinen gesunden Menschenverstand nutzt und zudem recherchiert. Hilfreich dafür kann ein Workshop sein, bei dem man sich wie Profiler mit detektivischem Gespür an das treffsichere Kreieren von Candidate Personas macht.

Die „Steckbriefe“ werden idealerweise an die Bürowand oder auf Pappfiguren gepinnt, um so mit beinahe echten Menschen kommunizieren zu können. Auf diese Weise haben auch alle dasselbe Bild von einer Zielperson vor Augen, wenn sie an Recruitingprojekten arbeiten, stimmige Texte formulieren oder Kanäle für die Bewerberansprache bestimmen.

Mit dieser Vorgehensweise kann man sich immer wieder gemeinsam fragen, was die Candidate Persona wohl von einer Sache hält, und wie sie sich auf ihrer Candidate Journey durch das Unternehmen an den einzelnen Touchpoints fühlt. Außerdem helfen Candidate Personas zum Beispiel denjenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die immer nur indirekt mit Bewerbern zu tun haben. Sie können viel besser den Menschen hinter dem Aktenzeichen sehen, individueller vorgehen und den Nerv der entsprechenden Zielpersonen treffen.

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