HilfestellungWenn Veränderungen anstehen - Den Wandel gestalten

„Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel“ konstatierte Charles Darwin bereits im 19. Jahrhundert. Doch wie den Wandel gestalten, als einzelner Mensch, als Team, als Organisation?

Gastbeitrag von Olivier Inhelder, Basel *

Kennen Sie solche Situationen?

Die Umsätze in Ihrem Unternehmen sind seit längerem rückläufig, deshalb werden die Budgets radikal zusammen gestrichen. In der Abteilung läuft ein Machtkampf zwischen zwei Mitarbeiterinnen, der die wöchentliche Teamsitzung regelmäßig aus dem Ruder laufen lässt. Sie sind unzufrieden in Ihrem Berufsalltag und denken über eine berufliche Neuorientierung nach.

Den Wandel gestalten – eine Schlüsselqualifikation

Veränderungen, äußere wie innere, gehören zum Alltag und werden manchmal auch kaum wahrgenommen. In unserem Kulturkreis gilt es als Schlüsselqualifikation, flexibel auf Veränderungen reagieren und geeignete Maßnahmen ergreifen zu können. Von Führungskräften wird überdies erwartet, dass sie zukünftige Entwicklungen voraussehen und proaktiv darauf reagieren. Der Umgang mit dem Wandel ist eine Kompetenz, über die jeder Mensch in gewissem Ausmaß verfügt. Analog gilt dies auch für Teams und Organisationen. Was aber, wenn das eigene Potenzial nicht ausreicht? Dann ist es Zeit, über den Beizug von externer Unterstützung nachzudenken.

Wenig Transparenz auf dem Beratungsmarkt

Der Beratungs- und Weiterbildungsmarkt zeichnet sich durch eine Fülle unterschiedlichster Angebote aus, welche die Entwicklung von Organisationen und den in ihnen tätigen Menschen als Ziel haben. Damit Entwicklung gezielt, systematisch und passgenau erfolgen kann und damit auch Wirksamkeit erreicht wird, muss der Prozess und somit auch die Wahl der Maßnahmen bewusst geplant und gesteuert werden.

Die Realität ist oft eine andere. Von einer Selbstdiagnose oder von Organisationstraditionen ausgehend, manchmal sogar bloß auf der Basis eines diffusen Bauchgefühls oder einem Modetrend folgend, wird eine bestimmte Beratungsform (oder Weiterbildungsmaßnahme) ins Auge gefasst. Dann erfolgt die Suche nach einem entsprechenden Anbieter. Dieser wird in der Regel entweder aufgrund früherer Zusammenarbeit ausgewählt oder auf persönliche Empfehlung hin. Wie der Beratungsprozess verlaufen soll, wird zwischen Auftraggeber, oft auch den Beteiligten und der entsprechenden Beratungsperson abgesprochen. Die Präferenzen der Beteiligten und das Profil der Beratungsperson sind oft die wichtigsten Entscheidungskriterien für das Design des Prozesses. Change-Projekte und Weiterbildungen, die nicht die gewünschte Wirkung zeigen, gehen eher zulasten eines ungeeigneten Prozessdesigns denn mangelnder Kompetenzen der Beratungsperson oder fehlender Motivation der Beteiligten. Der Wille nach Wandel ist vorhanden, nur das Know-how über die Aufgleisung erfolgreicher Veränderungsprozesse fehlt oft. Denn: Die Kunst liegt darin, die Verfahren maßgeschneidert an den vorliegenden Problemlösungsbedingungen auszurichten.

Welche Beratungsform für welches Projekt?

Die Wahl der Beratungsform hängt in erster Linie von der zu bewältigenden Aufgabe ab. Das Wissen über die unterschiedlichen Ansatzpunkte und über die Erfolgsfaktoren hilft den Entscheidern bei der ersten groben Orientierung, wenn es um die Aufgleisung von Veränderungsprozessen geht.

Am Anfang jedes geplanten Wandels steht eine Diagnose. Das Erkennen von notwendiger oder erwünschter Veränderung ist der erste Schritt, der meist noch ohne externe Unterstützung gemacht wird. Hier gilt es, zuerst das genaue Anliegen mittels Fragen auszuloten und erst anschließend die Herangehensweise festzulegen.

Mögliche Fragestellungen, um ein Bild des Ist-Zustandes zu erreichen:

  • Um welche Frage(n) geht es genau?
  • Wo soll es hingehen?
  • Gibt es ein verstecktes Problem im Hintergrund?
  • Welches sind die Akteure und ihre Interessen?

Mögliche Kriterien für das Profil des Change-Projekts:

  • Komplexität des Themas
  • Akteure
  • Verfahrensoffenheit der Betroffenen und bezüglich des Themas
  • Verbindlichkeitsbedarf/-grad
  • Zeitdruck
  • Ressourcenverfügbarkeit

In einem Matchingprozess werden nun die Profile von Fall und verschiedenen Beratungsformen verglichen. Jetzt wird erkennbar, wo die Anforderungen des Falles und die Leistungsfähigkeit der jeweiligen Methode gut übereinstimmen und wo sie auseinander klaffen. Ist die geeignete Beratungsform gefunden, kann die eigentliche Planung beginnen. Eventuell stellt sich heraus, dass kein Beratungsansatz allein die beabsichtigte Veränderung bewirken kann. Geschickt kombiniert könnte sich aber eine geeignete Strategie ergeben, mit der sich die Lösung Stufe für Stufe erarbeiten lässt.

Hinweis

Tagung «Den Wandel gestalten»

Am Forum Beratung, welches von Beratungspool.ch organisiert wird, diskutieren Anbieter und Nachfrager von Beratungsdienstleistungen in einem Podiumsgespräch über Veränderungsprozesse und deren Erfolgsvoraussetzungen. Führungskräfte, HR-Verantwortliche und Personalentwickler und Personalentwicklerinnen sowie Beratungspersonen und Trainer erhalten einen spannenden Einblick in verschiedene Beratungsansätze.

Olivier Inhelder, Organisationsberater BSO, arbeitet freiberuflich als Berater, Projektleiter und Trainer.

Kontakt:
Beratungspool - Olivier Inhelder
Hirzbrunnenallee 7
4058 Basel
Telefon: +41 61 683 32 05
E-Mail: inhelder@beratungspool.ch
Homepage: www.beratungspool.ch

Dazu im Management-Handbuch

Ähnliche Artikel

Gesundheitstipps