HR-StrategieWie Sie hybrides Arbeiten unterstützen

Büroarbeit und Homeoffice – die Zukunft liegt in der Kombination aus beiden Arbeitsformen. Tipps, wie das Human Resource Management das hybride Arbeiten, Führungskräfte und Mitarbeitende unterstützen kann.
Von Nikolaus Schmidt

Mitarbeitende möchten die durch die Corona-Krise gewonnene neue Flexibilität, den Mix aus Telearbeit und Büro, nicht mehr missen. Wenn Unternehmen weiterhin im War for Talents mitmischen wollen, müssen sie einen hybriden Arbeitsplatz anbieten. Sprich: Mitarbeitenden die Möglichkeit einräumen, flexibel zwischen Büro und Homeoffice zu wechseln. Wie gelingt der Wechsel zwischen Remote- und Präsenzarbeit auf Dauer? Wie kann die HR-Abteilung den Umbau der Arbeitsorganisation unterstützen?

Hybride Arbeitsformen brauchen intensives Wissensmanagement

Wie können die Remote Worker konsequent in alle Prozesse und Entscheidungen einbezogen werden? Mit dieser Frage muss sich das Human Resource Management beschäftigen. In der Praxis spiegelt sich das in der Firmenphilosophie und organisatorischen Regelungen wider. Zwei Beispiele:

  • Alle Meetings finden online statt – selbst, wenn 90 Prozent der Teilnehmenden im Büro anwesend sind.
  • Führungskräfte arbeiten ebenfalls regelmäßig aus dem Homeoffice, um zu zeigen, dass die neue Arbeitsform funktioniert.

Die richtigen Tools sind Voraussetzung für einen intensiven Austausch. Informationen müssen an einem zentralen Ort abgespeichert und miteinander verbunden werden können. Hinzu kommt der Wissenstransfer über Video-Meetings. Bieten Microsoft Teams, Zoom und Co. die Möglichkeit, an digitalen Whiteboards zu arbeiten oder in Breakout Sessions Themen zu separieren, gibt es inzwischen auch neue Angebote, die Abwechslung und Dynamik in virtuelle Konferenzen bringen. Funktionen wie Umfragen und Multiple-Choice-Aufgaben halten die Aufmerksamkeit hoch und sorgen dafür, dass die Menschen hinter den Bildschirmen nicht verloren gehen.

Hybrides Führen entwickeln

Die analoge und virtuelle Arbeitswelt miteinander zu verbinden, ist schwieriger als die Führung ausschließlich digitaler Teams. Führungskompetenz ist daher umso wichtiger. Wie gut ein Team performt und wie attraktiv ein Unternehmen für talentierte Fachkräfte ist, hängt davon ab, wie gut Führungskräfte das hybride Arbeits-Setting beherrschen. Wichtig sind nicht nur die klassischen Führungskompetenzen wie eine reflektive Selbstführung und die Kunst, Sinn zu vermitteln und Vertrauen zu schenken. In einem hybriden Setting ist vor allem wichtig, die Remote Worker gleichermaßen mitzunehmen.

Mitarbeitende vor Ort und im Homeoffice müssen gleichrangig behandelt werden. Dazu sind klare Strukturen nötig. Die Meetingkultur, das Miteinander und die Kommunikationswege müssen geregelt sein und auf lange Sicht gelten. Führungskräfte sollten außerdem die Bedürfnisse und die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden im Blick haben. Sie müssen sich selbst so gut führen können, dass sie ihren Teammitgliedern Wertschätzung und Zeit schenken können. Zum Beispiel über bilaterale Gespräche und inspirierende Breakout Sessions. „Teamcare“ ist im digitalen Raum wichtiger.

Führungskräfte weiterzuentwickeln, zählt zu den wichtigsten Hebeln, um eine neue Form der Zusammenarbeit im Unternehmen zu verankern. Sicherheit und Überzeugungskraft sowie das Wissen, neue Prozesse erfolgreich zu etablieren, können Führungskräfte auch in Trainings und Coachings erlangen.

Lebensbegleitende Weiterbildung im digitalen Raum

Es braucht Fortbildungen und konstantes Training on the Job. Je schneller sich die Arbeitswelt wandelt, desto wichtiger wird das lebensbegleitende Lernen. Denn in einem „Digital Office“ reicht es nicht, mit digitalen Produkten und Tools umgehen zu können. Der virtuelle Raum sollte für die Belegschaft eines Unternehmens zur Komfortzone werden.

Das Human Resource Management sollte die Mitarbeitenden unterstützen, sich selbstgesteuert und bedürfnisorientiert weiterzuentwickeln – ganz gleich, ob sie zu Hause oder im Büro arbeiten. Dafür stehen vielfältige Formate zur Auswahl, die sich an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer orientieren und so für Motivation und Lernerfolg sorgen. Das Lernen in virtuellen Klassenverbänden, der Wissenstransfer via Podcast und Augmented-Reality-Umgebung zahlen beispielsweise auf das User-Verhalten, vor allem jüngerer Generationen, ein.

Hinzu kommt die Flexibilität digitaler Weiterbildung. Mitarbeitende können entscheiden, wann und wo sie lernen – und dabei ihre persönliche Lernkurve berücksichtigen.

Fazit: Die hybride Arbeitsorganisation ist eine Chance

Hybrides Arbeiten wird in der postpandemischen Zeit das „New Normal“ sein. Teams in beiden Welten zu steuern, erfordert eine neue Führungskultur und ein intensives Wissensmanagement. Dem Human Resource Management kommt im Aufbau einer dezentralen Organisation eine Schlüsselrolle zu. Denn die Fähigkeiten von Vorgesetzten und Mitarbeitenden müssen an die neue Arbeitswelt angepasst werden. Dazu gehören adäquate Weiterbildungsmöglichkeiten. Wer die Weichen für Post-Corona stellt, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil.

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