ImageWie CEOs und Unternehmer die eigene Reputation stärken

Negative Kommentare im Internet können den Ruf von Unternehmern und CEOs schnell ruinieren. Wer sich aktiv um die eigene Reputation kümmert, beugt vor.

Immer wieder hört man von Fällen, in denen ein einziger negativer Kommentar im Netz ein Unternehmen in große Bedrängnis gebracht hat. Ein negatives Image wirkt sich nicht nur kurzfristig auf sinkende Verkaufszahlen aus, es schadet vor allem mittel- und langfristig. Ein negatives Image kann die Erfolgsgeschichte eines Unternehmens schlagartig zunichte machen. Die Kunden wenden sich ab und der Unternehmer beginnt an sich selbst zu zweifeln. Stärken Sie deshalb die eigene Reputation, damit negative Kommentare nicht die Oberhand gewinnen. Welche Maßnahmen zur Stärkung der Reputation gilt es also zu ergreifen? Was bringt tatsächlich etwas? Und was lässt sich mit relativ wenig Aufwand umsetzen?

Nicht abwarten, sondern aktiv sein

Jeder Unternehmens-Chef steht heute unter Beobachtung – vor allem virtuell. Ein „unglückliches“ Bild, eine „zweideutige“ Aussage und schon findet er sich in unschönen Diskussionen wieder. Social-Media-Kanäle sind erbarmungslos, oder vielmehr sind es die Menschen, die sich dort bewegen und zum Teil enorm schnell zu Interessensgemeinschaften zusammentun. Je angeschlagener der Ruf ist, umso schneller und umso mehr Menschen finden sich, um auf das Unternehmen verbal „einzuprügeln“. Ein einzelner Tweet kann den Ruf eines Chefs und eines Unternehmens schädigen. Umgekehrt kann man mit regelmäßigen wertvollen Kommentaren seinen guten Ruf Schritt für Schritt positiv aufbauen und festigen. Höchste Zeit also, die Reputation des CEOs gezielt zu managen. Viele Unternehmer denken, sie seien zu klein für das Thema. Dabei können gerade KMUs von der positiven Reputation enorm profitieren. Aber nicht nur diese, denn schließlich nimmt der Chef seinen Ruf mit – auch ins Privatleben.

Authentisch sein und bleiben

Die Unternehmenswelt wird bestimmt von einer immer stärker werdenden Personalisierung. Wir möchten wissen, wer hinter einem Produkt, hinter dem Unternehmen steht. Kunden, aber auch Mitarbeiter wollen wissen, was den Chef antreibt, wie er tickt. Gerade in KMU-Unternehmen sind allerdings oft Inhaber anzutreffen, die alleine durch ihre gute Arbeit oder das gute Produkt überzeugen wollen. Das ist auf der einen Seite ehrenhaft, weil die Qualität natürlich zählt und stimmen muss. Auf der anderen Seite ist es aber auch gefährlich: Denn Menschen wollen heute neben Fakten vor allem Emotionen. Und wenn ein Unternehmen keine emotionalen Geschichten erzählt, erzählen andere sie – ob sie stimmen oder nicht. Stimmigkeit und Authentizität sind natürlich oberstes Gebot beim Reputationsmanagement. Wer versucht, eine Show zu inszenieren, wird feststellen müssen, dass die Community dies schnell durchschaut und – da haben wir wieder die Herausforderung unserer digitalen Welt – entsprechend öffentlich darlegt.

Die Sicht von Kunden und Mitarbeitern einnehmen

Alles ist heute transparent. Ist ein Kunde nicht zufrieden, kann er dies detailliert im Internet ausführen. Sucht jemand nach einem Unternehmen oder einem Produkt, findet er nicht nur eine Website oder einen Shop, sondern immer auch Kommentare von Kunden. Deshalb muss nicht nur die Marketingabteilung, sondern vor allem der Chef immer wieder die Sicht von Kunden und Mitarbeitern einnehmen und sich fragen, welche Erwartungen diese an ihn haben. Diesen Erwartungen nach Informationen – auch persönlicher Art – muss er nachkommen. Ja, das ist Arbeit. Ja, Reputationspflege kostet Zeit und sie kostet Geld, wenn sie profimäßig gemacht ist. Aber sie lohnt sich auch! Und auch wenn die Hauptdynamik vom CEO selber ausgeht, so kann die Kommunikationsabteilung ihn doch zielgerichtet dabei unterstützen.

Strategisch vorgehen

Reputationsmanagement nicht in die Unternehmensstrategie zu integrieren, kann sich heute kein Unternehmen mehr leisten. Viele Chefs haben dabei eine große Angst: Sie wollen keine Ego-Show. Dabei ist CEO-Reputation alles andere als das – auch wenn logischerweise zuerst die Persönlichkeit des CEOs und die Persönlichkeit des Unternehmens analysiert werden, um daraus eine Kommunikationsstrategie zu erstellen. Beim Reputationsmanagement geht es um das Erlebbarmachen persönlicher Überzeugungen, Einstellungen und Werte. Dabei zählen erstaunlicherweise nicht die Leistung, sondern vor allem die Wirkung, das Verhalten und die Kommunikation. Je klarer sich das Umfeld an uns orientieren kann, umso glaubwürdiger, zuverlässiger und vertrauenswürdiger sind wir, was wiederum unseren Ruf stärkt. Ohne klare, kommunizierte und erlebbar gemachte Werte, keine stabile, positive Reputation.

Los geht´s!

Beginnen Sie mit der Beurteilung des eigenen Reputations-Status-quo. Sich selbst zu googeln hat nichts mit übersteigertem Ego, sondern mit praxisgerechter Reputationsarbeit zu tun. Im nächsten Schritt gilt es, die direkte Kommunikation des Chefs zu prüfen: Wie offen kommuniziert er? Wie bewusst ist er sich seiner Körpersprache und nonverbalen Kommunikation? Wie inspirierend ist er? Darauf aufbauend lässt sich die Online-Kommunikation gezielt steuern: Öffentliche Stellungnahmen zu relevanten Themen helfen dabei, den Expertenstatus und die Expertise zu untermauern.

Fazit

Kommentare im Internet lassen sich nicht verhindern. Alles, wirklich alles wird online beurteilt – und oft auch ohne Grund verurteilt. Es gilt den eigenen Ruf als Unternehmer und den Ruf des Unternehmens im Auge zu behalten. Das wirkt sich übrigens auch noch in einem ganz anderen Bereich aus: die Rekrutierung neuer Arbeitnehmer. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ein entscheidender Wettbewerbsvorsprung!

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