InnovationProduktboom in der deutschen Versicherungswirtschaft

Kundenspezifische und maßgeschneiderte Angebote – so will die Versicherungswirtschaft in den kommenden Jahren wachsen. Die meisten erwarten einen Boom an neuen und innovativen Produkten. Auch im Trend: Ergänzende Serviceangebote, die zur Zielgruppe passen. Doch nicht alle Anbieter preschen voran.

Knapp 80 Prozent der deutschen Versicherungsmanager erwartet für 2009 eine wachsende Produktvielfalt in der Assekuranz. Neue Risiken und geänderte Kundenwünsche werden künftig schneller und flexibler in neue Versicherungsprodukte einfließen, so die Einschätzung der Branchenexperten. Zudem soll die Kombination von verschiedenen Policen für Produktinnovationen und damit für zusätzliche Umsätze sorgen.

Aktuelles Beispiel: Versicherungspakete, die genau auf die Bedürfnisse von Skifahrern abgestimmt sind. Diese beinhalten sowohl eine Unfall- und Haftpflichtversicherung als auch Rechts- und Versicherungsschutz bei Skibruch und Skidiebstahl. Das ist das Ergebnis der Studie "Trendbarometer Versicherungen" des Consulting-Unternehmens PPI AG in Zusammenarbeit mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung.

Rund zwei Drittel der befragten Fach- und Führungskräfte verbinden mit dem Ausbau ihres Produktportfolios wachsende Vertriebschancen für das eigene Unternehmen. Kein anderer Markttrend wird von den Versicherungsentscheidern so positiv bewertet. Entsprechend will die Assekuranz verstärkt neue Policen und Tarifmodelle auf den Markt bringen. So erwarten 39 Prozent der befragten Experten im Bereich der Produktentwicklung einen branchenweiten Wachstumsschub. 40 Prozent prognostizieren sogar einen regelrechten Boom.

Kunden werden segmentiert und ins Visier genommen

Bei der Erweiterung ihrer Versicherungsprodukte konzentriert sich die Branche vor allem auf besondere Zielgruppen. So stellen die Versicherer Spezialangebote zusammen, die zum Beispiel gezielt auf die Bedürfnisse von jungen Familien, Senioren oder Existenzgründern abgestimmt sind. Häufig werden auch Versicherungsprodukte mit fachfremden Zusatzdienstleistungen kombiniert. Dazu zählen zum Beispiel Assistance-Angebote, wie etwa ein Ersatzfahrzeug, juristischer Beistand oder eine Haushaltshilfe.

Vorreiter und Nachzügler

Doch noch längst nicht alle Versicherer sind optimal gerüstet, um vom anstehenden Produktboom zu profitieren. So sind zwar 43 Prozent der befragten Unternehmen schon heute in der Lage, schnell und flexibel neue Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Doch ein Drittel der Versicherer befindet sich noch immer in der Planungsphase. Weitere 23 Prozent prüfen sogar noch, ob sich Investitionen in diesem Bereich überhaupt lohnen.

Hintergrund

Die Studie "Trendbarometer Versicherungen" stellt die Ergebnisse einer Online-Marktforschung dar, die im Auftrag der PPI AG in Kooperation mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung durchgeführt wurde. Im Zeitraum vom 14. bis zum 21.11.2008 wurden 210 Fach- und Führungskräfte aus der Versicherungswirtschaft befragt.

[jf; Quelle: PPI AG; Bild: Matthias Haas - Fotolia.com]

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