Interim ManagementInterimsmanager übernehmen anspruchsvolle Projekte

Wann sollten Firmen einen Interimsmanager engagieren? Welche Vorteile bietet er gegenüber fest angestellten Managern und welche Qualifikationen sollte er mitbringen?

Interimsmanager kommen bei klassischen Projekten ebenso zum Einsatz wie bei anspruchsvollen Restrukturierungsmaßnahmen, Turnarounds, bei der Regelung der Unternehmensnachfolge oder dem Aufbau neuer Geschäftsfelder. Externe Manager können eine Alternative zum Einsatz von Unternehmensberatern sein.

Welche Vorteile hat ein Interimsmanager für Unternehmen?

Durch die Verbindung von Beratungsexpertise mit Linienkompetenz ist Interim Management mehr als nur eine Vakanzüberbrückung. Führungsaufgaben mit Ergebnisverantwortung zeitlich befristet an externe Manager zu übertragen ist für viele Kunden von Interim Management heute mehr als die Überbrückung kurzfristig entstandener Personallücken. Im Mittelpunkt steht die Beschaffung von externem Know-how, die Optimierung von Strukturen oder Prozessen oder auch die Sicherstellung eines professionellen Projektmanagements.

Interim Management ist auch ein Treiber für Effizienz und Effektivität. Immer dann, wenn ein Unternehmen vor neuen Herausforderungen steht – zum Beispiel Krise, Wachstumsdruck, M&A-Prozess, Restrukturierung, Unternehmensnachfolge, Eigentumsübergang, Change Management oder Aufbau neuer Geschäftsfelder – kann ein Interimsmanager eine Alternative sein. Er ist mit minimalen Einstellungs- und Kündigungsformalitäten kurzfristiger einsetzbar. Gleichzeitig agiert er ergebnis- und praxisorientierter als ein klassischer Unternehmensberater.

Ein weiterer Vorteil ist die Kostentransparenz. Langjährig erfahren und für gewöhnlich überqualifiziert produziert ein Interimsmanager vom ersten Tag an greifbare Ergebnisse und verbindet Effizienz mit Effektivität – bei absoluter Kostentransparenz. Die Kosten für den Projekteinsatz eines Interimsmanagers sind mit dem vorab vereinbarten Tagessatz und der Reisekostenabschätzung für die Dauer des Projekts klar definiert. Bei Projekten mit kurzfristig messbaren Ergebnissen werden Tagessätze auch häufig erfolgsorientiert gestaltet.

Welche Nachteile gegenüber angestellten Managern gibt es?

Interim Management ist ein kontroverses Konzept. Es hat Befürworter und Widersacher. Folgende Nachteile werden häufig genannt:

  • Durch den Einsatz von Interimsmanagern besteht die Gefahr, dass unternehmensinternes Wissen nicht mehr ausreichend geschützt wird.
  • Interimsmanager verfügen über keine hinreichende Identifikation mit dem Unternehmen und können sich für einen kurzen Zeitraum nicht angemessen integrieren.
  • Interimsmanager werden oft auch von Seiten des Personals als Fremdkörper wahrgenommen, was ihnen die Durchführung ihrer Aufgabe erschweren kann.
  • Interimsmanagern fehlt das für die erfolgreiche Durchführung der Aufgabe essenzielle Wissen über interne Abläufe, Strukturen und Beziehungen.
  • Interim Management wird oft mit einer gravierenden Unternehmenskrise oder mangelnder Kompetenz der Führungsmannschaft assoziiert.

Über welche Qualifikationen sollten Interimsmanager verfügen?

Interimsmanager haben in ihrem bisherigen Werdegang bereits vielfach unternehmerische Herausforderungen bewältigt und überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt. Diese Erfahrung setzen sie gewinnbringend für ihre Kunden ein. Die Fähigkeit, besondere Aufgabenstellungen schnell und zielorientiert zu lösen, ist dabei ebenso wichtig wie eine ausgewiesene Funktions- und Branchenkompetenz. Da es heute um mehr als nur die Überbrückung von Vakanzen geht, ist eine weitreichende Projektmanagement-Kompetenz unabdingbar.

Bei internationalen Aufgabenstellungen sollte der Interimsmanager über spezifische Marktkenntnisse, interkulturelle Kompetenz und funktionierende Netzwerke verfügen. Letztlich ist vor allem seine Persönlichkeit ausschlaggebend:

  • Fähigkeit, kritische Situationen und notwendige Maßnahmen zutreffend einzuschätzen
  • Umsetzungsstärke
  • Kommunikationsstärke
  • Hohe soziale Kompetenz
  • Fähigkeit, sich schnell zu integrieren und Teil des Teams zu werden, um Umsatzerfolge zu erreichen

Wie verhalten sich Interimsmanager bei Vorbehalten gegen sie?

Gerade wenn es um mehr als die Überbrückung von Vakanzen geht, werden Interimsmanager mit Vorbehalten aus der Organisation konfrontiert. Neben klassischen Projekteinsätzen bieten Restrukturierungs- und Turnaround-Situationen hierfür reichlich Nährboden. Dabei kann es um fachliche wie auch um persönliche Vorbehalte gehen. Aussagen wie „Der weiß doch zu wenig über unsere Produkte und kennt unsere Märkte und unser Unternehmen gar nicht" sind typisch. Zur Vermeidung solcher Vorbehalte gibt es zwei wesentliche Stellhebel:

Kommunikationskonzept

Häufigste Ursache für Vorbehalte und Vorurteile ist eine unzureichende Kommunikation zu Beginn des Mandats. Um dies zu vermeiden, erarbeiten erfahrene Interimsmanager gemeinsam mit dem Auftraggeber – Geschäftsführung oder Aufsichtsrat – zum Projektstart ein Kommunikationskonzept, das die Zielsetzung des Mandats, die einzelnen Aufgabenblöcke und die Zeitachse genau beschreibt. Hierdurch werden realistische Erwartungen erzeugt und Missverständnisse vermieden.

Diese Kommunikation richtet sich je nach Inhalt des Mandats an interne Anspruchsgruppen wie zum Beispiel Führungskräfte, Mitarbeiter oder den Betriebsrat, oder an externe wie etwa Kunden, Lieferanten und Banken. Sie bedient sich neben der persönlichen Ansprache auch weiterer Kanäle wie dem Intranet oder der Unternehmens- oder Mitarbeiterzeitschrift.

Projektorganisation

Ein nächster Schritt zum Abbau von Vorbehalten ist die Installation einer Projektorganisation, die die Leistungs- und Bedenkenträger einbezieht. Nur so können bereits im Mandatsverlauf Umsetzungsbarrieren abgebaut werden. Gerade der aktive Einbezug der „Quertreiber“ und die frühzeitige Bewertung von Contra-Argumenten schaffen Vertrauen.

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