Investor Relations AktivitätenBörsenunternehmen sparen am falschen Ende

Die Börsenunternehmen stecken in einem selbstverschuldeten Dilemma. Auf der einen Seite sehen sie eine zwingende Notwendigkeit für eine stärkere Intensivierung ihrer Investor Relations Aktivitäten, auf der anderen Seite sind sie aber nicht bereit, hierfür mehr Geld auszugeben.

So ein zentrales Ergebnis der wissenschaftlichen Studie „Post-IPO-Erfahrungen von börsennotierten Unternehmen und Kapitalmarktexperten“, die Prof. Dr. Jürgen Wegmann, HFU AG Hochschule für Unternehmensführung, Wuppertal, der Öffentlichkeit vorgestellt hat.

Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer Befragung der deutschen börsennotierten Unternehmen sowie von über 100 Kapitalmarktexperten, die Aussagen gemacht haben über den Status quo der Kapitalaufnahme, die Wahrnehmung, Beurteilung und Erwartungen der börsennotierten Unternehmen durch die Financial Community sowie über eine Einschätzung des Kapitalmarktes 2020.

Die Aktienperformance der börsennotierten Unternehmen hängt – unabhängig von der aktuellen Finanzmarktkrise – in besonderem Maße von den aktiven Investor Relations Maßnahmen der Unternehmen ab. Hier herrscht in Deutschland ein großes Manko an Bereitschaft und an Qualität der Unternehmen. Gerade die Unternehmen im Entry Standard haben hier gewaltige Defizite aufzuholen.

Aber nicht nur die Qualitätsmängel des Managements, auch die nur eingeschränkte Wahrnehmung der Aktie als Anlageobjekt bei einer breiten Schicht der Bevölkerung lassen viele Investor Relations Maßnahmen ins Leere laufen.

Gerade die mit einem IPO verbundene massive Erhöhung des Bekanntheitsgrades ist ein positiver Aspekt, der auch nach dem Börsengang weiter genutzt werden sollte. Allerdings sehen dies nicht alle börsennotierten Unternehmen so. Die Vorstände der Unternehmen wenden zu wenig Arbeitszeit für Investor Relations Maßnahmen auf. Dies verwundert, da sie selber angeben, dass der Informationsbedarf des Kapitalmarktes stark angestiegen ist. Wenn dieser gestiegene Informationsbedarf so gesehen wird, dann erstaunt auch die Aussage der Unternehmen, dass man in der Mehrheit nicht bereit sei, das IR-Budget zu erhöhen – ein selbstverschuldetes Dilemma!

In Ergänzung der Qualität der IR-Maßnahmen und deren Umsetzung haben wir auch gefragt, wie sich ein Kapitalmarkt in 2020 gestalten wird. Hierbei ist davon auszugehen, dass eine noch stärkere Internationalisierung und eine weltweite Vernetzung für die Kapitalmärkte in 2020 charakteristisch sein werden. Nationale Grenzen werden keine Bedeutung mehr haben. Die regionalen Börsenplätze in Deutschland werden keine Daseinsberechtigung mehr haben. Damit verbunden ist aber auch eine erhöhte Regulierungsdichte.

Hinweis

Die Studie ist kostenlos erhältlich über: mail@prof-wegmann.de

[po; Quelle: HFU AG Hochschule für Unternehmensführung; Bild: Fotolia.com]

Dazu im Management-Handbuch

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