IT-Berater 2.0Wirtschaftsexperten so gefragt wie Informatiker

Knapp jede zweite Stellenanzeige für IT-Berater mit Berufserfahrung richtet sich an Absolventen mit Wirtschaftstudium. Damit werden Wirtschaftswissenschaftler für die IT-Beratung genauso häufig gesucht wie studierte Informatiker. Dabei sind die Ansprüche komplex: Die kommende Generation muss technisch exzellent und wirtschaftlich versiert sein.

In fast 80 Prozent der Stellenanzeigen ist neben technischem Wissen professionelles Wirtschafts-Know-how Pflicht. Reine Informatiker, die nicht wissen, wie sie ein Unternehmen mittels IT ökonomisch profitabler machen, passen nicht in das Jobprofil für IT-Berater. Das sind Ergebnisse aus der Studie "IT-Jobscout 2008" des Beratungs- und Softwarehauses PPI AG.

Allerdings müssen die reinen Wirtschaftswirtschaftswissenschaftler mit IT-Kenntnissen auf Anwenderlevel ebenfalls umdenken: Den IT-Firmen und Beratungshäusern kommt es stark darauf an, dass ein IT-Berater seinem Informatikkollegen ein Konzept mit Kundenwünschen auf den Tisch legt, und dabei selbst eine Vorstellung davon hat, ob die Anforderungen technisch umsetzbar sind.

Branchenkenner sind besonders begehrt

Wer sich komplett ohne Studium auf einen IT-Beratungsposten bewirbt, sieht sich mit einem stark begrenzten Jobangebot konfrontiert. In gerade einmal 7,2 Prozent der untersuchten Stellenanzeigen für IT-Berater zählt nicht der akademische Titel, hier genügt den Personalchefs eine vergleichbare Ausbildung oder langjährige Berufserfahrung. Ob mit oder ohne Studium: Besonders begehrt sind Branchenkenner, die vorher zum Beispiel in einer Bank oder der Industrie gearbeitet haben. Sie sind bereits mit den gängigen Unternehmensprozessen einer Branche vertraut und können sich deshalb besser in die Projekte hineindenken.

Hierfür brauchen IT-Berater zudem kommunikative und soziale Fähigkeiten. Soft Skills sind bei IT- und Beratungshäusern heute genauso gefragt wie eine exzellente fachliche Qualifikation. Mehr als 60 Prozent der ausgewerteten Jobangebote für IT-Berater richten sich an Bewerber mit ausgeprägtem Teamgeist und einer großen Kommunikationsbereitschaft. Darüber hinaus stellen die Personalverantwortlichen große Anforderungen an die Flexibilität ihrer Mitarbeiter. IT-Berater sind in der Regel nicht im Büro des Arbeitgebers im Einsatz, sondern beim Kunden vor Ort.

In 44 Prozent der untersuchten Stellenanzeigen müssen Bewerber deshalb die Bereitschaft zu häufigen Geschäftsreisen mitbringen. Zudem herrschen vor Ort beim Kunden möglicherweise andere organisatorische und technische Bedingungen als sie im eigenen Unternehmen an der Tagesordnung sind. Das erfordert ein rasches Umdenken. In jedem dritten Jobangebot verlangen die Unternehmen von einem IT-Berater, dass er flexibel auf unterschiedliche Arbeitsumgebungen und Anforderungen eingehen kann und sich sowohl technisch als auch in der Zusammenarbeit mit dem Kunden entsprechend organisiert.

Für den IT-Jobscout 2008 wurden die Online-Stellenangebote der 100 größten IT-Unternehmen untersucht. Im Januar 2008 wurden dafür insgesamt 602 Stellenanzeigen ausgewertet.

[dw; Quelle: PPI; Bild: fotolia]

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