JobangstWas Sie tun können, um in der Krise den Job zu behalten

Zwei Drittel aller Erwerbstätigen in Deutschland haben Angst, wegen der derzeitigen Wirtschaftskrise ihren Job zu verlieren. Statt sich von der Sorge um den Arbeitsplatz lähmen zu lassen, sollten Arbeitnehmer gerade jetzt ihren Marktwert steigern und sich im Unternehmen unentbehrlich machen.

Prognosen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft besagen, dass im Laufe des Jahres die Zahl der Arbeitslosen um 400.000 auf 3,7 Millionen steigen wird. Im Jahr 2010 sollen es sogar 3,9 Millionen sein. Die Devise lautet also: Jetzt nur nicht den Job verlieren. Während noch vor wenigen Monaten Mitarbeiter das Gespräch mit den Vorgesetzten suchten, um über Gehalt zu verhandeln oder sich gar in anderen Unternehmen bewarben, wagen sich die meisten heute nicht mehr aus der Deckung, sondern sind auf Sicherheit bedacht.

Vorweg sei gesagt: Wo infolge der Wirtschaftskrise in den Unternehmen Köpfe rollen, haben nur diejenigen Mitarbeiter Überlebenschancen, die sich zu Mitarbeitern mit Profil mausern. Wer sich stattdessen zurückzieht und bemüht ist, nicht weiter aufzufallen und „nur“ dem Tagesgeschäft nachzugehen, gefährdet sein Anstellungsverhältnis stärker denn je.

Persönlichen Mehrwert schaffen

Stattdessen sollten Sie sich fragen, worin Ihr Mehrwert für das Unternehmen besteht und wodurch Sie sich auszeichnen. Ihre alltäglichen Aufgaben sind das meist nicht, sondern könnten ebenso gut von Kollegen übernommen werden. Viel mehr kommt es in diesen schwierigen Zeiten darauf an, sich persönlich zu profilieren.

Gerade in Krisenzeiten ist es  wichtig, sich über seine Stärken im Klaren zu sein, um diese nach außen tragen zu können. Wenn man sich seines Marktwertes bewusst ist, tritt man in vielen Situationen souveräner auf. Fragen Sie sich also "Was kann ich, das meine Kollegen nicht können?" Diesen Mehrwert, der sich nicht im Tagesgeschäft findet, müssen Sie ausbauen und stärken.

Halten Sie sich von schlechtem Gerede fern

Zeigen Sie, dass Sie sich auch in der Krise Ihre Selbstsicherheit nicht nehmen lassen, dem ganzen Schlamassel mit einer positiven Grundhaltung entgegen treten und sich nicht entmutigen lassen. Ganz nach dem Motto "Wie man in den Wald hineinruft so hallt es heraus" sollten Sie sich einer positiven Sprache bedienen, um sich als Problemlöser und nicht als Bedenkenträger zu positionieren. Panikmacher sind derzeit nicht gefragt. Präsentieren Sie sich als zuversichtlicher, zuverlässiger und optimistischer Mitarbeiter. Das werden Ihnen sowohl Kollegen als auch Vorgesetzte anrechnen.

Schlechtes Gerede hilft Ihnen nicht im Geringsten! Im Gegenteil: In Zeiten der Krise rücken die Erfolgreichen näher zusammen und plötzlich bekommt das Stichwort "Unternehmenskultur" einen besonderen Stellenwert. Wichtige Werte sind jetzt

  • Verbesserung,
  • Hilfestellung untereinander,
  • Ermutigung und Zuspruch.

Zeigen Sie, dass Sie auch in Krisenzeiten nicht zum Einzelkämpfer werden, nur darauf bedacht den eigenen Arbeitsplatz zu sichern, sondern dass Sie nach wie vor am Gemeinwohl interessiert sind und Ihren Beitrag dazu leisten. Über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens entscheiden die Menschen, die dahinter stehen und Tag für Tag ihre Leistung abliefern. Gemeinsam sind wir stark – keine Plattitüde, sondern die ungeschminkte Wahrheit.

Innovation und Individualität

Insbesondere die Unternehmen werden in Zukunft erfolgreich sein, die jetzt innovativ sind, anstatt zu resignieren. Das bedeutet: günstiger, schneller, nachhaltiger und besser. Im Zuge dessen muss sich der Einzelne fragen, was er tun kann, um effizienter zu arbeiten und zum Erfolg des Unternehmens beizutragen. Die konkrete Frage lautet: "Was kann ich tun, um aktiv an der Verbesserung der Situation mitzuwirken?" Beteiligen Sie sich, suchen Sie Lösungen, anstatt starrsinnig Ihrem Tagesgeschäft nachzugehen und nur zu hoffen, dass sich schon alles zum Guten wenden wird.

Eine Krise beinhaltet auch die Überprüfung bestehender Gewohnheiten und Strukturen. Dabei kann Gewohntes Halt und Stabilität geben, aber auch überdacht und eventuell verbessert werden. Indem Sie sich selbst auffordern Ihr Bestes zu geben und gleichermaßen zuverlässig, beständig und fortschrittlich zu sein, sichern Sie sich eine unentbehrliche Stellung im Unternehmen und die besten Karten für die Zukunft. Wer dagegen nur auf bereits vorhandenem Wissen beharrt, ist schnell aus dem Rennen.

Allgemeine Soft Skills

Ein Begriff, der derzeit in aller Munde ist und  jetzt auch bis zum letzten "Steinzeit-Personaler" vorgedrungen sein dürfte, ist der Begriff der Soft Skills. In vergangener Zeit waren es Fachkenntnis und Know-how, die einen fähigen Mitarbeiter ausgezeichnet haben – heute gelten diese Attribute als selbstverständlich und sind Voraussetzung eines Anstellungsverhältnisses.

Den Unterschied zwischen "gut" und "phänomenal" machen die Schlüsselqualifikationen aus: So zum Beispiel die Fähigkeiten zu kommunizieren, zu kooperieren und Konflikte zu lösen. Auch die Stichwörter Lern- und Veränderungsbereitschaft, Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen bekommen in Zeiten der Krise eine ganz neue Bedeutung.

Mehr denn je kommt es darauf an, Flexibilität zu demonstrieren, am Ball zu bleiben und Widerstände zu überwinden. Mit „Gegenwind“ ist erfahrungsgemäß stets dann zu rechnen, wenn Veränderungsbereitschaft von Menschen und in Organisationen gefordert wird. In schwierigen Zeiten ist insbesondere ein funktionierendes Netzwerk Gold wert. Ein gutes Netzwerk verschafft Ihnen Sicherheit und Zugang zu wichtigen Informationen.

Fazit

Wenn Sie es gut anstellen und die richtigen Fäden ziehen, ist die Krise nicht nur schlecht. Zeigen Sie, dass Sie auch in Krisenzeiten Bestand haben. Jetzt ist es an der Zeit die Initiative zu ergreifen und die erforderlichen Schritte einzuleiten: Durch Motivation, soziale Kompetenz, Offenheit gegenüber Neuem und aktives Netzwerken machen Sie sich unentbehrlich – auch für die Zeit nach der Krise.

[Bild: Fotolia.com]

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