JobsucheReferenzen werten Bewerbungen auf

Arbeitszeugnisse verlieren immer mehr an Gewicht. Ihre Aussagekraft ist begrenzt. Referenzen ehemaliger Arbeitgeber sind da schon besser.

Der Lebenslauf ist nach wie vor das Herzstück einer Bewerbung, denn der potenzielle Arbeitgeber liest ihn in der Regel zuerst. Dabei wird die Glaubwürdigkeit der Aussagen über bisherige Arbeitgeber, Aufgaben und Erfolge durch die beigefügten Arbeitszeugnisse unterstrichen. Bislang noch, denn viele Personaler zweifeln schon länger die Aussagekraft von Arbeitszeugnissen an. Zum einen ist der Aussteller des Zeugnisses nicht nur der Wahrheit, sondern dem ausscheidenden Arbeitnehmer gegenüber auch zum Wohlwollen verpflichtet. Andererseits bitten viele Personalverantwortliche aus Zeitnot, Angst vor Fehlern oder Bequemlichkeit ihre Mitarbeiter, das Zeugnis selbst zu schreiben.

Einholen einer Referenz beim ehemaligen Arbeitgeber

Sobald ein Bewerber in die engere Wahl gekommen ist, greifen Arbeitgeber deshalb immer öfter zum Telefon, um Informationen über ihn bei früheren Vorgesetzten direkt einzuholen. Bewerber können an dieser Stelle auf Nummer sicher gehen und selbst geeignete Referenzgeber aufführen.

Der Grund: Arbeitszeugnisse sind als Referenz in den Bewerbungsunterlagen zwar noch notwendig, verlieren aber immer weiter an Gewicht und Glaubwürdigkeit. Wer sich als Bewerber heute positiv abheben möchte, sollte in seinen Bewerbungsunterlagen ehemalige Arbeitgeber als Referenzen mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse angeben. Diese sollten allerdings vorher um Erlaubnis gebeten und es sollte sichergestellt werden, dass sie dem Bewerber auch tatsächlich wohlgesonnen sind.

Der ideale Referenzgeber

Ideal als Referenzgeber sind die Unterzeichner von Zeugnissen: direkte Vorgesetzte, Personalchefs oder Geschäftsführer. Je höher diese in der Hierarchie angesiedelt sind, desto beeindruckender fällt die Referenz aus. Darüber hinaus gilt: Je enger das Vertrauensverhältnis, desto sicherer werden die Bewerber auch vor dem potenziellen Arbeitgeber gelobt.

In beruflichen Netzwerken wie Xing und LinkedIn ist es inzwischen sogar üblich, dass auch Kollegen oder gar Mitarbeiter eine Referenz abgeben. Der Referenzgeber sollte mit vollem Namen, seiner (damaligen) Position und im besten Fall mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse erscheinen, je nachdem womit er im Vorfeld einverstanden war.

Platzierung der Referenz

In der Regel sind zwei bis drei Referenzen ausreichend. Wo diese dann in den Bewerbungsunterlagen auftauchen, ist Geschmacksache. Entweder stehen sie bei der jeweiligen beruflichen Station, auf der letzten Lebenslaufseite oder auf einem separaten Blatt, das noch vor den Arbeitszeugnissen erscheint. Diese Variante fällt am ehesten ins Auge und überfrachtet den Lebenslauf nicht. Wer sich traut, kann auch ein lobendes Zitat des Referenzgebers dazusetzen.

Kurz- und mittelfristig ersetzen persönliche Referenzen Arbeitszeugnisse wohl nicht, aber zumindest langfristig werden sie auch im deutschsprachigen Raum immer interessanter. Denn immer öfter erkundigen sich Personaler bei vorherigen Arbeitgebern oder rufen dort an. Bei Bewerbern, die vorher selbständig oder im Ausland tätig waren – wo Zeugnisse also nicht unbedingt üblich sind – nehmen sie sogar schon heute die Stellung von Arbeitszeugnissen ein. In jedem Fall sind sie eine gute Ergänzung und Aufwertung einer Bewerbung.

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