KarriereBerufliche Neuorientierung? 8 Schritte zur richtigen Entscheidung

Sie haben den Wunsch nach beruflicher Veränderung? Wissen aber nicht so recht, was Sie eigentlich wollen? Verschaffen Sie sich Klarheit und wagen Sie den ersten Schritt.

Sie schleicht sich an, diese Unzufriedenheit mit dem Job. Nach rund 20 Jahren im Berufsleben quälen sich viele der über 40jährigen mit Fragen wie „Bin ich noch richtig in meinem Beruf? Was kann ich eigentlich noch erreichen?“ Viele nervt auch das Gefühl, einfach nur die Zeit abzuarbeiten, ohne einen wirksamen Beitrag zu leisten. Vielleicht lockt auch der Wechsel in den Traumberuf oder der Schritt in die Selbstständigkeit.

Veränderung ist angesagt. Doch was tun? Möglichkeiten gibt es so viele und Veränderung fühlt sich erstmal bedrohlich an. Mit den folgenden acht Schritten gewinnen Sie Klarheit darüber, was Ihnen wichtig ist und wo Sie hin wollen. Sie finden zu einer Entscheidung – und wagen den Schritt.

1. Klarheit schaffen

Machen Sie sich ein klares Bild von Ihrem aktuellen Job: Was macht Ihnen Spaß, was fordert Sie? Und was langweilt oder nervt Sie? Wie kann die Zukunft in Ihrem jetzigen Job für Sie aussehen? Welche Chancen und Möglichkeiten haben Sie? Welche Risiken? Gibt es Möglichkeiten, die Abteilung zu wechseln, den Aufwand zu reduzieren, in Teilzeit zu gehen? Wollen Sie mehr, wollen Sie aufsteigen, mehr verdienen? Ist das möglich?

Wenn Umstrukturierungen angesagt sind, lassen Sie sich von Ihrem Arbeitgeber erklären, welche konkreten Veränderungen auf Sie zukommen. Klären Sie, ob Fortbildungsmaßnahmen zu den Veränderungsprozessen angeboten werden. Kommen die für Sie in Frage? Welche Alternativen sehen Sie?

Schreiben Sie alle Gedanken auf, am besten in einer Tabelle, in der Sie immer wieder was ergänzen, streichen, abwägen können.

2. Gefühle ordnen

Schauen Sie auf das Bild, das Sie im ersten Schritt von Ihrem Job skizziert haben. Was löst es bei Ihnen aus? Angst? Unsicherheit? Vielleicht auch Freude, dass endlich was passiert, dass sich was bewegt? Schreiben Sie Ihre Gefühle auf. Positive wie negative. Das Aufschreiben ordnet die Gedanken. Lassen Sie auch hier Platz für Ergänzungen. Das Ganze ist ein Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum hinziehen kann. Je mehr Zeit Sie sich dafür nehmen, desto klarer wird Ihr Bild von der eigenen Zukunft.

3. Wünsche formulieren

Fragen Sie sich, was Sie am liebsten machen würden. Die Abteilung wechseln? Fortbildungen nutzen und Veränderungen mitgehen? Oder die Arbeitszeit reduzieren, damit Sie mehr Zeit für sich haben? Dem Traumberuf nachgehen? Oder den lang ersehnten Schritt in die Selbstständigkeit wagen? Schreiben Sie verschiedene Varianten auf.

4. Stärken identifizieren

Listen Sie Ihre Stärken und Erfahrungen auf. Was können Sie besonders gut? Wofür werden Sie immer wieder gelobt? Worauf sind Sie stolz? Fokussieren Sie sich auf das, was Sie gut können. Bleiben Sie bei den Stärken, Schwächen sind hier nicht wichtig. Sie haben bestimmt viel mitnehmen können in den letzten Jahren. Was zeichnet Sie aus?

5. Möglichkeiten checken

Ermitteln Sie alle Alternativen zum jetzigen Job. Welche Stellen sind vakant? Wie sieht der Arbeitsmarkt aus? Wer kann Ihnen helfen? Welche Communities, Netzwerke, Head Hunter können Sie dazu befragen? Versuchen Sie ganz frei zu denken. Welche Aufgaben reizen Sie? Vielleicht gibt es keine Berufsbezeichnung für das, was Sie gerne machen würden. Aber vielleicht gibt es den Bedarf? Reden Sie mit Freunden, mit Kollegen, mit Personalverantwortlichen. Ihre Erfahrungen sind gefragt und vielleicht gilt es, die ganz neu zu verpacken.

6. Zweite Meinung einholen

Lassen Sie Ihre Antworten zu den Schritten 2 bis 5 auf sich wirken. Ergeben sich schon klare Wege? Suchen Sie weiter. Überlegen Sie zusammen mit Bekannten oder Kollegen und fragen Sie sie nach deren Einschätzung. Was sehen sie genauso wie Sie, was sehen sie anders? Ergänzen Sie Ihre bisherigen Überlegungen durch die neuen Aspekte. Durch die Außenperspektive bekommen Sie eventuell ein ganz neues Bild von sich, eines, das eventuell viel positiver ist als ihr eigenes.

7. Mini-Ziele setzen

Machen Sie sich einen realistischen Zeitplan und formulieren Sie kleine Teil-Ziele. Ziele, die für Sie in kurzer Zeit erreichbar sind. Überlegen Sie, wieviel Zeit Sie sich insgesamt für eine Neuorientierung geben wollen und können. Legen Sie fest, wann Sie was erreicht haben wollen. Listen Sie auf, was zu tun ist, um diese Ziele zu erreichen. Definieren Sie Check-Points, mit denen Sie erkennen, ob das Ziel erreicht ist. Belohnen Sie sich, wenn ein Ziel erreicht ist.

8. Losgehen

Wagen Sie den ersten Schritt. Er muss nicht perfekt sein. Wichtig ist, dass Sie loslegen, sich bewegen. Sie dürfen sich auch Fehler gönnen, auch mal den falschen Weg einschlagen oder in eine Sackgasse laufen. Jeder Fehler bringt Sie weiter. Wichtig ist, dass Sie loslegen, sich bewegen. Und das wird sich gut anfühlen.

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