KlimawandelFolgen des Klimawandels und hohe Energiepreise verunsichern den Mittelstand

Viele Unternehmen aus verschiedenen Branchen befürchten, dass sie den Herausforderungen des Klimawandels nicht gewachsen sind. Für Unternehmen, die in ein paar Jahren noch zur Spitze ihrer Branche gehören möchten, ist es sehr wichtig sich auf die Klimafolgen einzustellen. Der Mittelstand befürchtet zudem, dass die Kunden Preissteigerungen, aufgrund steigender Energiepreise, nicht bereit sind zu akzeptieren.

Der Klimawandel und seine Folgen stellen die mittelständischen Unternehmen in Deutschland vor große Herausforderungen und verunsichern viele Firmenchefs. Wie das Wirtschaftsmagazin 'impulse' (Ausgabe 7/2008, EVT 19. Juni) jetzt exklusiv vorab aus einer Studie von TNS Infratest bei mehr als 4.000 Unternehmern im Auftrag der Commerzbank zitiert, sind selbst im boomenden Maschinenbau mehr als die Hälfte der Unternehmer (56 Prozent) unsicher, ob ihr Betrieb wirklich für die Herausforderungen des Klimawandels gerüstet ist.

Der wissenschaftliche Leiter der Studie, Prof. Hans Joachim Schellnhuber, vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, warnte gegenüber 'impulse' davor, die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels zu unterschätzen: Wer seine Firma nicht auf die Klimafolgen einstellt, wird in zehn, spätestens in 20 Jahren nicht mehr in der Spitzenklasse seiner Branche mitspielen. Entsprechend groß sind bei Unternehmern die Sorgen vor den zusätzlichen finanziellen Belastungen des Unternehmens - vor allem, da die Kunden trotz des Umweltbewusstseins kaum bereit sind, für klimaneutrale Produkte mehr zu bezahlen. Diese Sorge hat insbesondere der Einzelhandel. Vielleicht auch deswegen hält jeder fünfte Einzelhändler die Klimaschutz-Diskussion für einen Hype und die Warnungen für übertrieben.

Wie die Umweltstudie weiter zeigt, werden viele Folgen des Klimawandels im Zeitraum der nächsten fünf Jahren von den Firmenchefs überwiegend als Belastung empfunden, während auf längere Sicht viele daraus auch einen Vorteil erwarten. So befürchten 88 Prozent der Unternehmer innerhalb der nächsten Jahre weiter steigende Energiepreise, 77 Prozent zunehmenden öffentlichen Druck, 72 Prozent Rohstoffknappheit und 65 Prozent veränderte Kundenerwartungen. Andererseits versprechen sich 59 Prozent vom Klimawandel einen Innovations- und Technologie-Schub und 47 Prozent neue Märkte und Absatzmöglichkeiten. Die häufig gebeutelte Baubranche zählt heute schon zu den Gewinnern des Klimawandels: 58 Prozent der Baufirmen profitieren von klimafreundlichen Produkten.

Quelle: impulse

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