KniggeNeue Mitarbeiter korrekt vorstellen

In größeren Unternehmen sind neue Mitarbeiter außerhalb des Teams nicht bekannt. Wie werden neue Mitarbeiter bei Begegnungen vorgestellt?

Ein Mitarbeiter geht mit einer neuen Kollegin in die Kantine. Sie nehmen den Aufzug und treffen dort auf die Leiterin einer anderen Abteilung und zwei ihrer Mitarbeiter. Eine knifflige Situation. Denn nun gilt es, die neue Kollegin richtig vorzustellen. Aber wem zuerst?

Wer den Raum betritt, grüßt zuerst

Grundsätzlich gilt: Wer einen Raum betritt – und das gilt auch wie im Beispiel für einen Aufzug – grüßt zuerst. Dabei wird die Tageszeit angemessen laut und deutlich genannt, also „Guten Morgen“ oder „Guten Tag“. Hierbei handelt es sich erst einmal um einen verbalen Gruß mit freundlichem Blickkontakt.

Reihenfolge nach Ranghöhe

Eine weitere Regel besagt: Ankommende werden Anwesenden vorgestellt. Im Geschäftsleben spielt dabei die Hierarchie eine Rolle. Das bedeutet, dass der Ranghöhere, unabhängig von Geschlecht und Alter, zuerst mit Informationen versorgt wird. In unserem Beispiel stellt also der Mitarbeiter die neue Kollegin zuerst der Leiterin der anderen Abteilung vor. Dann stellt er die Abteilungsleiterin der neuen Kollegin vor.

„Frau Dr. Holzer, dies ist unsere neue Kollegin, Frau Kant. Sie ist seit Anfang der Woche im Unternehmen. Frau Kant, das ist Frau Dr. Holzer. Sie ist Bereichsleiterin im Vertrieb.“

Beim Vorstellen Titel oder Grade nennen

Nennen Sie beim Vorstellen eines Dritten Titel oder Grade, damit die Gesprächspartner sich korrekt ansprechen können. Bei der Selbstvorstellung werden Titel oder Grade nicht genannt.

Der Ranghöhere entscheidet, ob er seinem Gegenüber die Hand zur Begrüßung reicht. Die neue Kollegin sollte also darauf warten, bis ihr nach dem verbalen Gruß von der Abteilungsleiterin die Hand gereicht wird. Sollte das nicht der Fall sein, reicht die neue Kollegin nicht von sich aus die Hand, sondern nimmt es kommentarlos hin.

Gereichte Hand niemals ablehnen

Eine gereichte Hand wird niemals in der Luft „hängen gelassen“, auch wenn man weiß, dass eine bestimmte Reihenfolge nicht beachtet wurde. Ein bekanntes Beispiel dazu: Ein Kollege entzieht dem anderen Kollegen seine Hand und entgegnet ihm: „Nein. Ladies first.“ So würde er seinem Gegenüber schlechtes Benehmen attestieren und einen Gesichtsverlust des Kollegen provozieren. Das wiederum ist stil- und respektloses Verhalten.

Nach dem Ranghöheren die übrigen Kollegen vorstellen

Nach dem Vorstellen der neuen Kollegin und der Ranghöheren nennt der begleitende Kollege die Namen und die Funktion der übrigen Personen im Aufzug. Dabei muss er nicht zwingend die Rangfolgen einhalten, wenn das ein Hin und Her zwischen den Beteiligten bedeutet. Hier wird der Reihe nach vorgestellt. Im Aufzug ist die Anzahl der Personen überschaubar. Deshalb werden alle Personen vorgestellt. Bei einer größerer Anzahl von Personen gilt das nicht mehr.

Vorstellung bei einer großen Gruppe

Beim Zusammentreffen mit einer größeren Gruppe ist ein einzelnes Vorstellen aller Personen schlichtweg nicht machbar. Es sollte dann auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Die gegenseitige Vorstellung des Ranghöheren und des neuen Mitarbeiters sollte aber auf jeden Fall stattfinden.

Unterschied zum privaten Umfeld

Im privaten Umfeld spricht man von „Bekanntmachen“, da ein „Vorstellen“ immer ein offizielles Hierarchievorgehen impliziert. Allerdings gibt es im privaten Bereich auch eine Reihenfolge zu beachten. Damen und wesentlich ältere Personen werden gewissermaßen als ranghöher angesehen und erhalten zuerst die Information, wer vor ihnen steht. Hier gilt also die Regel: Damen und ältere Menschen zuerst. Alle anderen Personen werden, der Situation angepasst, nacheinander miteinander bekannt gemacht. Hilfreich für den anschließenden Smalltalk ist es, Gemeinsamkeiten zwischen den jeweiligen Personen zu nennen. Zum Beispiel: „Herr Meyer, dies ist Frau Müller. Sie hat, wie Sie, in Hamburg studiert.“

Dazu im Management-Handbuch

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