KommunikationMitarbeitern die Vision vermitteln und erklären

Führungskräfte müssen ihren Mitarbeitern eine Vision vermitteln. Dafür brauchen sie keine prophetischen Gaben. Sie müssen in einfachen Worten besprechen, was wirklich wichtig ist.
Von Dr. Jürgen Fleig

Eine gute Vision gehört nicht in Hochglanzbroschüren, sondern muss zum täglichen Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter gehören. Sie muss Teil der akzeptierten und gelebten Werte zwischen beiden sein. Dabei sollte es nicht nur eine übergreifende Vision für das Unternehmen insgesamt geben, sondern für jedes Team und jede Abteilung.

Eine Vision schafft Orientierung

Eine Vision stiftet Verbindlichkeit und Verlässlichkeit und ist Rahmen für die Spielregeln im Umgang mit den Kunden, bei der Bewältigung von Aufgaben und beim täglichen Miteinander. Selbst Konflikte lassen sich mit Bezug auf eine gemeinsam Vision leichter lösen.

Das setzt immer voraus, dass die Vision von der Führungskraft tagtäglich aufs Neue vermittelt, erklärt und vorgelebt wird. Die zentrale Aufgabe der Führungskraft ist es deshalb, aus einer allgemeinen Unternehmensvision, aus den Zielvorgaben für das Team und aus den bestehenden Werten eine praktikable, verständliche, motivierende und Orientierung gebende Vision heraus zu arbeiten. Drei Dinge helfen dabei:

Ständige Wiederholung

Auch wenn es klingt, als hätte die Platte einen Kratzer – eine Führungskraft sollte die Vision im täglichen Gespräch ständig wiederholen. Sie ins Gespräch bringen, an sie erinnern, sich darauf beziehen, einfach einmal so sagen. Was manchen Mitarbeiter verwundern, langweilen oder die Augen rollen lassen mag – mit den richtigen Worten gräbt sich nach und nach ins Bewusstsein ein.

Dialog statt Monolog

Wer seine Vision vermitteln will, muss dies in Form eines Dialogs tun. Es geht nicht darum, laut eine Botschaft zu verkünden, sondern das wichtige Thema zu besprechen. Die Mitarbeiter müssen Fragen stellen: „Was meinen Sie damit genau?“, „Wie soll das gehen?“, „Was bedeutet das für mich und meine Arbeit?“. Und die Führungskraft muss die Antworten mit den Mitarbeitern im Gespräch erarbeiten. Denn erst dann verstehen die Mitarbeiter die Vision – und erst dann können sie diese akzeptieren.

Relevanz im Alltag

Die Vision muss praktische Bedeutung für den Alltag haben. Sie darf nicht nur ein schönes Bild für eine ferne Zukunft sein, sondern muss Orientierung für die täglichen Aufgaben und Handlungen aller Mitarbeiter geben. Die Führungskraft muss sichtbar machen: „So, lieber Mitarbeiter, können Sie mir helfen, unsere Vision zu verwirklichen. Indem Sie das und das jetzt machen. Indem Sie es so machen.“ Je konkreter desto besser.

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