KonfliktlösungWirtschaftsmediation legt Streits bei

Firmen einigen sich bei Streitigkeiten immer häufiger außergerichtlich. Das Mittel dazu: Mediation. Ein professioneller Wirtschaftsmediator schafft dabei Vertrauen unter den Streitparteien und sorgt dafür, dass es nicht zu Konflikteskalationen kommt.

Gastbeitrag von Thomas H. Bastian, Leiter der tba Studienakademie*

Konflikte im Arbeitsalltag können schnell entstehen: Missverständnisse, unterschiedliche Auffassungen oder Spannungen innerhalb einer Abteilung, zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern sowie im Kontakt mit Kunden. All das kann das soziale Miteinander aber auch die Unternehmensziele beeinträchtigen. In Unternehmen führen Auseinandersetzungen zu Motivationsverlusten bei den Mitarbeitern, Teamkonflikten oder Mobbing-Symptomen, was wiederum zu hohen Arbeitsausfällen führt.

Andauernde Streitigkeiten belasten das Betriebsklima, legen unter Umständen ganze Tätigkeitsbereiche lahm und können somit schwerwiegende negative ökonomische Folgen haben. Verschärfen sich solche Auseinandersetzungen, bleibt häufig nur noch der Gang vor den Richter. Langwierige Gerichtsprozesse, hohe Prozesskosten im Wettbewerbs- und Arbeitsrecht oder im Verbraucherschutz sind die Folge.

Mediation auf dem Vormarsch

Doch wie löst man solche Streitigkeiten außergerichtlich? Hier setzen immer mehr Unternehmen die Methode der Mediation (lat.: Vermittlung) ein.

Mediation

Mediation ist ein speziell strukturiertes und flexibles Streitbeilegungsverfahren. Beide Streitparteien finden unter Einbindung eines objektiv Dritten - des Mediators – auf faire und konstruktive Weise gemeinsam zu einer Problemlösung.

Eine 2005 durchgeführte Studie von PriceWaterhouseCoopers in Kooperation mit der Europa-Universität kommt zu dem Ergebnis, dass die Technik der Mediation von den befragten 158 Unternehmen in Deutschland jeder gerichtlichen Beilegung von Konflikten eindeutig vorgezogen wird. In den USA und Großbritannien ist dieses alternative Konfliktlösungsverfahren bereits seit 20 Jahren besonders in der Raumplanung, bei Familienangelegenheiten und in der Wirtschaft im Einsatz. In Deutschland nimmt dieser Trend zur Schaffung einer tragfähigen Konfliktkultur in einem Unternehmen in den letzten Jahren mehr und mehr zu.

Viele Firmen entscheiden sich heutzutage für einen kompetent ausgebildeten Wirtschaftsmediator, der bei schwierigen Verhandlungen oder in Konfliktsituationen zur Schlichtung eingeschaltet wird. Gemäß dem Win-Win-Prinzip unterstützt ein Wirtschaftsmediator mit seinem Expertenwissen die Konfliktparteien bei emotionsgeladenen Unstimmigkeiten. Er findet Vereinbarungen, die für beide Seiten zweckmäßig und zufrieden stellend sind, ohne das Verhältnis zueinander auf Dauer zu belasten. Er arbeitet die Hintergründe des Konflikts heraus, zeigt ihre Dynamik und die damit zusammenhängenden Konfliktmuster auf und stellt Verfahren der Konfliktlösung vor. Voraussetzung eines erfolgreichen Mediationsverfahrens: Die grundsätzliche Zustimmung aller Konfliktparteien, einen Mediator zur Unterstützung der Streitlösung einzusetzen.

Mit Hilfe einer strukturierten Verhandlungsführung führt der Wirtschaftsmediator die Beteiligten zu flexiblen sowie kostengünstigen Lösungen. Dabei unterstützt er zwar den Verlauf, aber greift nicht in diesen ein. Beide Parteien arbeiten somit gemeinschaftlich an einer konstruktiven Lösung, wobei der Prozess der Mediation gleichzeitig die Kommunikationsfähigkeit der streitenden Parteien verbessern und ihnen einen positiven Umgang mit Konflikten für die Zukunft aufzeigen soll.

Kompetenz des Mediators ist entscheidend

Während dieses Vorgangs gibt der Mediator nicht nur bestimmte Verhaltens- und Verhandlungstipps, sondern stellt die eigentlichen Interessen der Beteiligten bei der Lösung der Auseinandersetzungen in den Mittelpunkt. Somit werden Blockadesituationen aufgebrochen und eine wechselseitige Kommunikation wieder möglich gemacht. Durch seinen professionellen Umgang mit Emotionen, Beziehungen, aber auch mit rechtlichen Aspekten der Streitbeilegung ist der Wirtschaftsmediator begehrter Partner von Firmen und Organisationen in der Sicherung des Unternehmenserfolges.

Der Vorteil der kooperativen Streitbeilegungsmethode ist folgender: Es wird nicht gefragt, wer die Schuld für den Streit hat, sondern wie die zukünftige Zusammenarbeit aussehen soll. Der Aufbau des Vertrauens beider Parteien und das Schaffen einer positiven Gesprächsatmosphäre zählt daher zu den wichtigsten Aufgaben eines Mediators. Um Konflikteskalationen zu vermeiden, ist deshalb ganz besonders die soziale Kompetenz des Mediators entscheidend, denn er muss als neutrale Person von beiden Parteien akzeptiert werden und für ihre Fragen und Probleme gleichermaßen erreichbar sein.

Erst dann ist die Basis zur Lösung der Konfliktsituation geschaffen. Für eine berufliche Tätigkeit als Wirtschaftsmediator ist daher eine Ausbildung erforderlich, die den angehenden Schlichtern fundiertes Wissen und Können vermittelt. Und solch eine Ausbildung ist mehr als gefragt. Aufgrund der hohen Erfolgsquote und der vielfältigen Anwendungsgebiete gewinnt der Beruf des Wirtschaftsmediators mehr und mehr an Bedeutung. Ein zukunftsträchtiges Aufgaben- und Arbeitsgebiet, denn wer sich einmal auf Mediation eingelassen hat, wird auf dieses moderne Verfahren auch in Zukunft gerne wieder zurückgreifen.

Thomas H. Bastian gründete vor zehn Jahren die tba Studienakademie, die seitdem Ausbildungen in den Berufszweigen Managementcoaching und Businessconsulting anbietet.

*Kontakt:
tba Studienakademie
Mußstr. 28
96047 Bamberg
Tel.: 0951/50989300
E-Mail: info@tba-akademie.de
Web: www.tba-akademie.de

[Bilder: photocase]

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