Krankenhaus TrendKlinikmanager bauen ambulante Versorgung weiter aus

Die Mehrheit der Fach- und Führungskräfte aus deutschen Krankenhäusern planen, sich verstärkt auf das Angebot ambulanter Leistungen zu konzentrieren. Damit nutzen immer mehr Häuser die neuen Möglichkeiten, die ihnen der Gesetzgeber bietet. Seit Ende 2008 dürfen Kliniken ihre ambulanten Leistungen ausweiten.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Krankenhaus Trend 2009“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit kma online. Zur Stärkung des ambulanten Leistungsspektrums investieren deutsche Klinikbetreiber verstärkt in den Ausbau Medizinischer Versorgungszentren (MVZ). Diese Einrichtungen werden innerhalb der nächsten zwölf Monate für 55 Prozent der Befragten eine hohe bis sehr hohe Bedeutung haben.

Seit der Gesundheitsreform 2004 sind bundesweit bereits mehr als 1.000 MVZ entstanden. Rund 5.100 Ärzte arbeiten in dieser Sonderform der Gemeinschaftspraxis unter einem Dach zusammen. Dabei engagieren sich in 37 Prozent der Einrichtungen die Krankenhäuser als Träger. Dies geschieht vielfach zum Unmut der niedergelassenen Ärzte, die sich im Wettbewerb benachteiligt sehen. Der Grund: Die Finanzierung der klinikbetriebenen Zentren erfolgt auch über öffentliche Mittel und Steuergelder.

Um Investitionsstaus zu beseitigen sowie die angespannte Haushaltslage der Kliniken zu entschärfen, ist ein Großteil der Krankenhausbetreiber aktiv auf der Suche nach Kooperations- und Fusionspartnern. Niedergelassene Ärzte sind dabei der meistgenannte Wunschpartner der Klinikmanager. Neun von zehn Befragten beabsichtigen, in den nächsten drei Jahren mit unabhängigen Medizinern zu kooperieren.

An zweiter Stelle folgen Bündnisse mit anderen Krankenhäusern, die beispielsweise die Zusammenarbeit bei Rehamaßnahmen oder in der Akutversorgung fördern sollen. Vor allem die mittelgroßen Häuser mit 500 bis 1.000 Beschäftigten sind an diesem Kooperationsmodell interessiert (96 Prozent).

Unter den privaten Klinikbetreibern ist zudem die Bereitschaft groß, gesetzliche oder private Krankenversicherungen bis 2012 als Partner zu gewinnen (85 Prozent). Hauptziel ist dabei, durch neue attraktive und ganzheitliche Versorgungsangebote, die Zahl der Zuweisungen zu erhöhen. Die Versicherer versprechen sich davon Kostenvorteile sowie einen individuelleren Service für ihre Kunden.

Neben den Kooperationsplänen gehören Verbesserungen im Personalbereich zu den aktuellen Baustellen der Kliniken. 74 Prozent der Befragten messen dem Personalmanagement für die kommenden zwölf Monate eine große Bedeutung zu. Der Grund: hoch qualifizierte Mitarbeiter zu finden und diese langfristig zu halten, erweist sich zunehmend als kritischer Erfolgsfaktor.

Darüber hinaus sehen sieben von zehn Befragten großen Bedarf für Transformationsprozesse im Personalbereich als Folge des Fallpauschalensystems (DRG). Unter dem Stichwort „Qualifikationsmix“ wird es darum gehen, die Berufsbilder insbesondere in der Pflege an die neuen Herausforderungen anzupassen. Es gilt, Kostenvorteile in der Leistungserbringung zu erzielen und gleichzeitig die Mitarbeiterbindung und -motivation zu sichern.

Weitere erwartete Auswirkungen des Fallpauschalensystems: 63 Prozent der Befragten rechnen für die nächsten zwölf Monate mit großen Veränderungen im medizinischen Leistungskatalog und in der Pflege. 55 Prozent sehen die eigene IT-Ausstattung vor weiteren Herausforderungen. In diesem Bereich ist zudem mit den höchsten Investitionen zu rechnen.

Hintergrundinformationen

Der Berichtsband „Krankenhaus Trend 2009“ stellt die Ergebnisse einer Online-Befragung dar, die im Auftrag von Steria Mummert Consulting in Kooperation mit der Fachzeitschrift kma − Das Magazin für die Gesundheitswirtschaft durchgeführt wurde. 129 Fach- und Führungskräfte aus deutschen Krankenhäusern nahmen an der Umfrage teil.

[po; Quelle: Steria Mummert; Bild: Fotolia.com]

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