LeistungMehr Effizienz mit kognitivem Outdoor-Training

Führungs-, Team- und Kommunikationsverhalten lassen sich mit den unterschiedlichsten Methoden üben. Das „Kognitive Outdoor-Training“ setzt auf eine Steigerung der Leistungspotenziale von Mitarbeitern. Erreicht werden soll dies auch durch eine Verbindung von kognitiven und emotionalen Erlebnissen.

Gastbeitrag von Peter Timmermann, Inhaber des Tagungszentrums Ellernhof und Prozesstrainer, Ellernhof*

Wie bei anderen Trainingsformen gibt es auch bei den Outdoor-Trainings große Unterschiede. Oft geht es nur um das Spektakuläre, um Spaß, Action und Adrenalin. Outdoor-Trainings aber, die die Leistungspotenziale der Mitarbeiter steigern und nutzbar machen - was letztlich das Ziel jeder Form von Weiterbildung ist - müssen mehr bieten. Es bedarf vor allem einer durchdachten Methode, die dafür sorgt, dass sich Gruppen zu Teams und Vorgesetzte zu Teamleadern entwickeln. Das so genannte „Kognitive Outdoor-Training“ hat sich als eine solche Methode erwiesen. Es integriert Elemente des „Erlebnisorientiertes Lernens“ und der Humanistischen Psychologie, etwa Gruppendynamik, gestaltorientierte Techniken sowie themenzentrierte Interaktion. In der Summe wird den Teilnehmern dadurch ermöglicht, kognitive, affektive und soziale Erfahrungen zu machen, die nachhaltig ganzheitliche Veränderungsprozesse beim Einzelnen aber auch in der Gruppe bewirken.

Führungs- und Teameigenschaften werden optimal trainiert

Entscheidende Wirkfaktoren sind in diesem Zusammenhang die herausfordernden Übungen im Outdoor-Bereich sowie der Spaß, der mit der Lösung der Aufgaben verbunden ist. Beides motiviert. Und Motivation ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass ein Mensch Dinge reflektiert, Gewohntes infrage stellt und sich für Neues öffnet. Schließlich gilt: Je aufnahmewilliger der Lernende ist, desto aufnahmefähiger ist er. Je fähiger er etwas aufnimmt, desto dauerhafter werden sich diese Erfahrungen und Kenntnisse verankern. Trainings für Team- und Führungskräfteentwicklung implizieren Inhalte wie Leadership und Teambuilding. Bei der Planung des gesamten Prozessverlaufs im Training muss dies berücksichtigt werden. Konkret heißt das: Vorher mit dem Auftraggeber und den Teilnehmern festgelegte Ziele müssen möglichst operationalisierbar sein. Zudem muss dem Transfer in den Arbeitsalltag ausreichend Zeit eingeräumt werden.

Die Stärke des „Kognitiven Outdoor-Trainings“ besteht darin, dass die Übungen sowohl emotionale Erkenntnisse als auch kognitives Verstehen ermöglichen. Auf diese Weise wird bei den Teilnehmern ein Bewusstsein erzeugt, das es ermöglicht, relevante Verhaltensmuster zu reflektieren und neu auszuprobieren, um sie später im Arbeitsalltag anwenden zu können. Möglich ist das, weil der Prozesstrainer während des Übungsablaufes immer wieder die unterschiedlichen Erfahrungssysteme transparent macht und die Teilnehmer dadurch die reale Chance erhalten, Veränderungen in ihrem Denken und Handeln herbeizuführen.

Nicht nur das methodische Vorgehen im Training unterscheidet sich von den üblichen Outdoor-Trainings. Um die Wirksamkeit der Übungen zu erhöhen und somit dem Ziel der Auftraggeber, einen Return on Investment, zu ermöglichen, haben wir eigene Team-Tools und Hochseil-Stationen entwickelt, die dem formulierten Anspruch gerecht werden. Im Fokus steht dabei, vor allem Führungs- und Teameigenschaften optimal zu trainieren. Aufgrund von wissenschaftlichen Untersuchungen können wir belegen, dass unsere Trainingsmethode einen Return on Investment bewirkt. Genauso können wir die Leistungsfähigkeit und Effizienz unserer Tools nachweisen.

Ein Hauptanliegen der Methode ist es, die Bewusstheit der Teilnehmer zu schärfen, für sich selbst, aber auch für die anderen verantwortlich zu sein. Die Kraft zu dieser Souveränität erzeugt die der Methode innewohnende Direktheit aller Teammitglieder untereinander. Man weiß: Jeder sagt das, was er denkt und denkt, was er sagt. Feedback wird dann als die berechtigte Meinung einer autonomen Person und nicht als Angriff verstanden. Dies vermittelt Sicherheit im Interaktionsprozess und erlaubt die Freisetzung der Potenziale aller Teammitglieder.

Das Labyrinth: Kommunikation im Dunkeln

Das Führungs-, Team- und Kommunikationsverhalten lässt sich beispielsweise gut in unserem 100 Quadratmeter großen unterirdischen Labyrinth beobachten, das wir auch nutzen, um konzeptuelle Fähigkeiten zu trainieren und analytisches Denken zu fördern. Während sich die Teammitglieder bei absoluter Dunkelheit durch ein 90 Meter langes unterirdisches Gangsystem bewegen, verfolgt das Trainer-Team sie von außen über Monitore. Jeder Teilnehmer ist aufgrund der Infrarotbeleuchtung klar zu sehen, seine Aktionen können auf Videotape mitgeschnitten werden. Bewegungssensoren und eine Gegensprechanlage garantieren Sicherheit und Interventionsmöglichkeiten.

Während das Team vor Betreten der Trainingsanlage ein Konzept erarbeitet, wie es im Labyrinth die Aufgabe lösen will, beobachtet der Prozesstrainer die zentralen Elemente der Zusammenarbeit, etwa den Grad der Direktheit oder das erweiterte Chairman-Prinzip. Da diese Elemente vorher bereits kognitiv erarbeitet wurden, besteht nun die Möglichkeit, das rationale Verstehen mit dem emotionalen Erleben zu verbinden. Das einprägende Erlebnis, sich bei Dunkelheit und Enge in den Labyrinthgängen zusätzlich mit Dingen wie Orientierung und abgesprochenem Plan auseinandersetzen zu müssen, garantiert eine nachhaltige Festigung neuer Verhaltensmuster. Der alternierende Einbezug von kognitiven und emotionalen Sequenzen garantiert zudem Abwechslung und Effizienz, da die Ergebnisorientierung stets im Mittelpunkt des Handels steht - schon um das gemeinsame Ziel zu erreichen.

Ein weiterer Grund für die Effizienz und Nachhaltigkeit dieser Vorgehensweise liegt darin, dass sie ein authentisches Handeln der Teilnehmer voraussetzt und bei Bedarf fördert. Denn die Teammitglieder befinden sich in einer realen Situation, die sie stark fordert, und nicht in einer künstlichen. Jedes Teammitglied agiert während der gesamten Interaktion unter tatsächlich vorhandenen Beeinflussungsfaktoren wie Lautsprecher-Ansagen oder Aufgabenstellungen. Der Clou dabei: Die initiierten Outdoor-Erlebnisse werden immer wieder auf eine kognitive Ebene transferiert, um den Bezug zum Arbeitsalltag herzustellen und zu erörtern, welche Konsequenzen daraus für das tägliche Miteinander im Betrieb resultieren.

*Kontakt:
Ellernhof
Am Hamberg 20
21368 Dahlenburg-Ellringen
Tel.: 05851–97880
Fax: 05851–978877
E-Mail:mail@ellernhof.de
Web: www.ellernhof.de

[Bilder: pixelio]

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