QualitätsmanagementMit P-Diagramm in FMEA einsteigen

Warum ist ein P-Diagramm der optimale Einstieg in FMEA? Welche FMEA-Objekte gilt es zu berücksichtigen? Welche Störgrößen kann man mit dem Parameter-Diagramm ermitteln? Unsere Erläuterung mitsamt Beispielen bietet einen Überblick.
Von Redaktion business-wissen.de

Was ist ein P-Diagramm?

Mit dem Parameter-Diagramm prüft das für die FMEA (Failure Mode and Effects Analysis) zuständige Team, wo und wodurch es in einem Produkt zu Fehlern oder Störungen kommen kann. Das P-Diagramm verdeutlicht dazu die einzelnen Elemente des Systems und ihr Zusammenspiel.

FMEA-Objekte im P-Diagramm

Dabei werden für das betrachtete FMEA-Objekt unterschieden:

  • das Produkt, Bauteil oder der Prozess selbst mit seinen technischen Eigenschaften
  • Eingangssignale (Input)
  • gewünschte Ergebnisse (Output)
  • unerwünschte Ergebnisse (Fehler)
  • Steuergrößen
  • Störgrößen

Die folgende Übersicht zeigt, wie diese Parameter in einem P-Diagramm visualisiert werden können.

Aufbau des P-Diagramms

So erstellen Sie ein P-Diagramm

Wenn Sie ein P-Diagramm erstellen, ermitteln Sie zunächst die Inputs des Systems. Das können sein:

  • eingehende Bewegungen
  • Kräfte
  • Energien
  • Signale

Dann beschreiben Sie die gewünschten Outputs. Das sind die Ergebnisse oder Funktionen, die das Objekt oder System bewirken soll.

Im nächsten Schritt werden mögliche Fehlerzustände ermittelt. Sie können zu ungewolltem Output führen. Als Analyse-Tool dient dabei meist das Ishikawa-Diagramm mit den Fehlerkategorien: Methode, Maschine, Material, Mensch, Milieu. Der ungewollte Output, der bereits sichtbar oder möglich ist, wird im P-Diagramm aufgelistet.

Störgrößen mit dem P-Diagramm ermitteln

Besonders wichtig sind die Störgrößen. Sie werden im P-Diagramm ebenfalls identifiziert und aufgelistet. Hier dienen die 5-M des Ishikawa-Diagramms als Analyse-Raster. Die Störgrößen werden dabei meist in fünf Kategorien eingeteilt:

  • Alterung des Materials
  • konstruktive Mängel
  • falsche Anwendung durch Nutzer
  • Umwelteinflüsse (Temperatur, Nässe)
  • Störungen im umgebenden System

Beispiele für Störgrößen

Störgrößen wirken von außen und beeinflussen das Ergebnis negativ. Als Störgrößen kommen unter anderem infrage:

  • Materialauswahl
  • Dimensionierung der Teile
  • Art der Verbindungen
  • Herstellverfahren
  • Sicherungsmechanismen

Steuer- oder Lenkungsgrößen im P-Diagramm

Schließlich werden die Steuergrößen ermittelt. Steuergrößen sind die konstruktiven Mittel, der Konstruktion zur Verfügung stehen, um den Störgrößen entgegenzuwirken.

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