Mitarbeiter bewegenDer richtige Führungsstil zur rechten Zeit

Als Chef haben Sie einen großen Anteil am Erfolg ihrer Mitarbeiter - indem Sie motivieren und fördern, aber auch zum rechten Zeitpunkt Druck ausüben oder kritisches Feedback geben. Doch es gibt immer wieder Situationen, wo ein ganz bestimmter Führungsstil mehr Erfolg verspricht als ein anderer.

Fall 1: Die große Veränderung

Veränderungen in größerem Maßstab verunsichern die meisten Mitarbeiter. Nicht nur, weil damit in der Regel neue Aufgaben verbunden sind, sondern weil ihnen gleichzeitig oft auch mehr Leistung abgefordert wird - denken Sie an eine Fusion, an einen Umzug oder an Umstrukturierungen.

Bester Führungsstil: Führen mit Vision. Das bedeutet, Sie müssen allen Mitarbeitern das „große“ Ziel der Veränderung vermitteln: „Die Fusion macht uns zum zweitgrößten Anbieter auf dem Markt.“ Wichtig ist aber auch, dass die Mitarbeiter sehen, wie sie selbst von der Veränderung profitieren: Arbeitsplätze werden gesichert, neue Produkte entwickelt und Ähnliches mehr. Wichtig: Die Vision steht über allen anderen Zielen. So schaffen Sie die Aufbruchsstimmung, die Ihre Belegschaft mitreißt!

Tipp: Dass Sie ausnahmslos alle Mitarbeiter ohne Murren ins Boot bekommen, ist eine Illusion. Sichern Sie sich deshalb vor allem die Unterstützung beliebter Vordenker, die Einfluss auf die übrige Belegschaft ausüben können.

Fall 2: Die Krise

In Krisensituationen stehen Mitarbeiter vor neuen Herausforderungen - und haben oft auch Existenzsorgen. Umso wichtiger ist es, dass einer die Richtung vorgibt - die Zeit für lange Diskussionen haben Sie ohnehin nicht, da Sie rasche Entscheidungen treffen müssen.

Bester Führungsstil: Direktiver Stil. Das heißt, Sie müssen bei allen Mitarbeitern klare Ansagen machen. Der befehlende Stil hat zwar nicht den besten Ruf, da man damit nur den eher unselbständigen Teil der Belegschaft motivieren kann - selbstständig denkende und begabte Mitarbeiter wollen einfach anders gefordert werden. Machen Sie also besonders in den Führungsgremien deutlich, dass bestimmte Dinge einfach von Ihnen entschieden werden.

Fall 3: Das gefährdete Team

Gerade in kleinen Unternehmen ist der Chef auch Teamleiter - selbst, wenn nicht „offiziell“ in Teams gearbeitet wird. Wenn jedoch Ihre Belegschaft gespalten ist, die Kommunikation schlecht und die Arbeit auch noch sehr stressig ist, müssen Sie die Mitarbeiter besonders motivieren.

Bester Führungsstil: Weiches, gefühlsbetontes Führen. Sie haben dabei für die Gefühle Ihrer Mitarbeiter ein offenes Ohr und nehmen ihre Wünsche und Anregungen sehr ernst. Für die Schlichtung von schwelenden oder offenen Konflikten nehmen Sie sich viel Zeit, schalten unter Umständen auch einen Mediator ein. Eine grundlegende Umstrukturierung sollte das Mittel der letzten Wahl sein. Achten Sie aber darauf, wichtige Auseinandersetzungen oder schädliche Krisen nicht zuzudecken! Und bedenken Sie: Der gefühlsorientierte Stil ist nicht immer leistungssteigernd, weil er alle Formen des Wettbewerbs der Mitarbeiter untereinander außer Kraft setzt. Setzen sie ihn deshalb vorrangig ein, wenn ein wichtiges Projekt an der Demotivation der Beteiligten zu scheitern droht.

Fall 4: Der begabte Mitarbeiter

Wenn Sie Mitarbeiter zu überdurchschnittlichen Leistungen motivieren wollen, müssen Sie sie gezielt fördern. Hier geht es nicht so sehr um Weiterbildung, sondern viel mehr um die Frage, wie sich die Betreffenden durch ihre Arbeit weiterentwickeln können - etwa, indem sie mehr Kompetenzen oder neue, herausfordernde Aufgaben bekommen.

Bester Führungsstil: Coaching. Hier stehen persönliche unterstützende Gespräche mit viel Feedback im Mittelpunkt - entweder durch Sie oder Ihre Führungskräfte, eventuell in Zusammenarbeit mit einem Coach von außen. Mit diesem Ansatz können Sie persönliche Stärken herausarbeiten und Schwächen ausgleichen. Dies lohnt sich aber nur bei Mitarbeitern mit entsprechendem Potenzial - der Betroffene muss außerdem Interesse und Eigeninitiative zeigen. Ihr Gewinn: erheblich stärkere Loyalität.

Regeln

Um Ihren Mitarbeitern die situativ unterschiedlichen Führungsstile zu vermitteln, sollten Sie bei der Kommunikation einige Regeln beachten:

  1. Legen Sie gegenüber Ihren Mitarbeitern offen, warum Sie so und nicht anders führen: „Ich möchte, dass sich etwas verändert“ oder „Ich möchte mehr Ruhe in die Abläufe bringen“.
  2. Prüfen Sie immer wieder ab, wie Ihr Führungsstil wirkt und ob er die gewünschten Ergebnisse bringt.
  3. Wechseln Sie Führungsstile nicht zu häufig, sonst wird es Ihnen als sprunghaftes und widersprüchliches Verhalten ausgelegt.
  4. Vermeiden Sie grundsätzlich Führungsstile, die Ihrem eigenen Charakter fundamental widersprechen – das wirkt fast immer gekünstelt.
  5. Vermeiden Sie Extreme in jeder Richtung – der Erfolg liegt fast immer in Sichtweite der Mitte.

Anschauungsmodell Motivationsrad

Mit diesem Anschauungsmodell erkennen Sie die unterschiedlichen Stufen der Motivation von Führungskräften und Mitarbeitern. Es wird sichtbar, welche Antriebe welche Wirkung erzeugen.

[Quelle: bsu-Unternehmensberatung, Am Neufeld 8, 86676 Ehekirchen, Tel. 08435-1700]

Dazu im Management-Handbuch

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