MitarbeiterengagementRespektvoller Umgang weltweit wichtigster Faktor

Wenn Führungskräfte rücksichtslos sind und keinen Respekt ihren Mitarbeitern gegenüber zeigen, führt das zu nachhaltiger Demotivation. Aber es gibt auch andere Faktoren im Umgang mit Mitarbeitern, die wesentlichen Einfluss auf deren Motivation und Leistungsbereitschaft haben. Dabei gibt es weltweit einige Unterschiede.

Die wichtigsten Treiber des Mitarbeiterengagements variieren deutlich von Land zu Land. Zu den entscheidenden Motivatoren zählen weltweit:

  • ein respektvoller Umgang miteinander,
  • die Art der Arbeit sowie
  • die Work-Life-Balance.

Dies verdeutlichen die „What’s Working“-Studien der Unternehmensberatung Mercer. Im Rahmen der Studien werden verschiedene berufsbezogene Kategorien des Mitarbeiterengagements basierend auf repräsentativen Befragungen berufstätiger Erwachsener in 22 Ländern untersucht.

Nach den Studien spielt der Faktor „respektvoller Umgang“ für Arbeitnehmer in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten im weltweiten Vergleich die wichtigste Rolle, gefolgt von Frankreich und Deutschland. In Japan hingegen wird dem Faktor „Respekt“ weit weniger Bedeutung beigemessen als im globalen Durchschnitt.

Als zweitwichtigster Faktor wird in der globalen Gesamtbetrachtung die Art der Arbeit gesehen. Besonders wichtig ist dieser Faktor für Arbeitnehmer in Frankreich, Großbritannien und Indien. In China hingegen hat die Art der Arbeit den geringsten Einfluss auf die Bereitschaft der Mitarbeiter sich einzubringen.

Ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeits- und Privatleben – in der weltweiten Bewertung auf Platz drei – liegt vor allem den Franzosen am Herzen. Sie bewerten diesen Faktor mit der höchsten Punktzahl und liegen dabei deutlich über dem weltweiten Durchschnitt. Am wenigsten Bedeutung misst man der Work-Life-Balance in Indien bei. Hier sind es, neben der Art der Arbeit, vor allem die Möglichkeiten zu beruflichem Fortkommen, die sich positiv auf Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter auswirken.

In Deutschland wird dem Arbeitsumfeld die größte Bedeutung im Hinblick auf das Mitarbeiterengagement beigemessen. Zu den wichtigsten Motivationsfaktoren zählen außerdem der „respektvolle Umgang“ sowie die „Art der Arbeit“ und „betriebliche Zusatzleistungen“. Die Höhe der variablen Vergütung und Boni haben nach Aussage der befragten deutschen Arbeitnehmer die geringste Bedeutung für deren Motivation. Auch die Faktoren „langfristige Karrieremöglichkeiten“ sowie „Weiterbildung und Entwicklung“ haben kaum einen Einfluss auf die Einsatzbereitschaft deutscher Mitarbeiter. Dagmar Wilbs, Leiterin des Bereichs Human Capital von Mercer in Deutschland erklärt dazu:

„Motivationsaspekte wie ein gutes Betriebsklima, die Sinnhaltigkeit der eigenen Arbeit oder attraktive Zusatzleistungen des Unternehmens gewinnen für viele Mitarbeiter immer mehr an Bedeutung. Dies heißt im Umkehrschluss jedoch nicht, dass der Faktor Vergütung eine untergeordnete Rolle spielt. Vielmehr setzen Arbeitnehmer eine leistungsgerechte Vergütung voraus. Dabei hat der Anteil der variablen Vergütung an der Gesamtvergütung noch nicht den Stellenwert für die Mitarbeitermotivation, wie es wünschenswert wäre. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass diese Vergütungselemente bislang in breiteren Mitarbeitergruppen leider noch nicht sehr verbreitet sind und nur einem definierten Angestelltenkreis zugutekommen.“

Die Ergebnisse der „What’s Working“-Studien verdeutlichen, dass multinationale Unternehmen bei der Analyse des Mitarbeiterengagements und der Konzeption von Maßnahmen zur Förderung des Engagements stets die nationalen Besonderheiten im Blick haben sollten. Die Mitarbeitermotivation müsse stets im spezifischen Kontext einer Organisation betrachtet werden. Nationale Normdaten zur Wahrnehmung des Arbeitsumfelds, zur Arbeitseinstellung und Arbeitszufriedenheit helfen jedoch bei der richtigen Interpretation organisationsspezifischer Daten aus unterschiedlichen Ländern, empfiehlt Wilbs.

Hauptmotivationsfaktoren in ausgewählten Ländern

Zu den „What’s Working“-Studien

Die sogenannten „What’s Working“-Studien von Mercer untersuchen seit einigen Jahren verschiedene berufsbezogene Kategorien des Mitarbeiterengagements und bieten konkrete Einblicke in die Entwicklung der wesentlichen Treiber für Mitarbeitermotivation in verschiedenen Ländern. Bislang liegen Daten aus repräsentativen Befragungen erwachsener Erwerbstätiger in 22 Ländern vor. In den nationalen Studien werden über 130 Fragen zu den folgenden zwölf arbeitsbezogenen Kategorien untersucht:

  • Arbeitsprozesse,
  • Qualität und Kundenorientierung,
  • Kommunikation,
  • Work-Life-Balance,
  • Sicherheit des Arbeitsplatzes und Karrieremöglichkeiten,
  • Teamarbeit und Kooperation,
  • Ethik und Integrität,
  • direkte Vorgesetzte,
  • Performance Management,
  • Vergütung (Gehalt und betriebliche Zusatzleistungen) und
  • besondere Anerkennung, Führung, Weiterbildung und Entwicklung.

Die wichtigsten Studienergebnisse fasst die Broschüre „Engaging employees to drive global business success: Insights from Mercer’s What’s Working Research“ zusammen.

[jf; Mercer; Tabelle: Mercer]

Dazu im Management-Handbuch

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