MitarbeitergesundheitKörperliche und psychische Warnsignale bei Mitarbeitern

Rückenbeschwerden, nachlassendes Engagement oder zunehmende Unzuverlässigkeit: Vorgesetzte sollten physische und psychische Alarmsignale ihrer Mitarbeiter ernst nehmen.

Führen heißt nicht nur fordern und fördern, sondern auch gesundheitliche Risikofaktoren bei den Mitarbeitern zu erkennen. Auch wenn Sie als Führungskraft weder Arzt noch Psychologe oder Therapeut sind, können Sie Auffälligkeiten oder erste Warnsignale für Gesundheitsgefahren bei Ihren Mitarbeitern erkennen. Vorausgesetzt, Sie sehen genau hin und hören gut zu. Unterscheiden lassen sich körperliche Warnsignale sowie Verhaltensauffälligkeiten.

Mögliche körperliche Warnsignale bei Mitarbeitern

Reiben sich Ihre Mitarbeiter häufig die Augen, trinken sie vermutlich zu wenig oder halten zu wenig Abstand zum Bildschirm ein. Aber auch eine schlecht funktionierende Klimaanlage kann die Ursache dafür sein. Mögliche Maßnahmen, die Abhilfe schaffen können, sind:

  • Getränke kostenlos zur Verfügung stellen
  • Einstellung des Bildschirmabstandes und die Bildschirmeinstellung nach ergonomischen Richtlinien
  • Messen der Luftfeuchtigkeit und klären, ob die gesetzlichen Mindestwerte über- oder unterschritten werden
  • Einsatz mechanischer oder elektrischer Luftbefeuchter

Massieren sich Ihre Mitarbeiter permanent die Stirn oder die Schläfen, könnten sie Kopfschmerzen haben oder übermüdet sein. Auch mangelnde Konzentration kann die Ursache dafür sein. Mögliche Maßnahmen:

  • Regelmäßige Arbeitspausen, um Sauerstoff zu tanken, die Augen zu entlasten und sich zu bewegen
  • Aufforderung zum pünktlichen Feierabend machen

Sollte Ihnen auffallen, dass sich Mitarbeiter oft an den Rücken fassen, dabei ein schmerzverzerrtes Gesicht machen oder sogar schon auffällig und unnatürlich gehen, kann das ein Anzeichen für Rückenbeschwerden, Gelenkprobleme oder muskuläre Überlastungen sein. Nicht selten liegen die Ursachen dafür in einer langen sitzenden Tätigkeit oder einseitiger körperlicher Belastung.

Checkliste: Welche körperlichen Warnsignale zeigt Ihr Mitarbeiter?

  • Häufiges Augenreiben
  • Selbstmassage der Stirn oder Schläfen
  • Schmerzhaftes Greifen an den Rücken
  • Ungewöhnlicher beziehungsweise auffälliger Gang
  • Mobilisierendes Drehen des Kopfes
  • Schmerzverzerrter Gesichtsausdruck
  • Häufiges Gähnen
  • Auffällig und dauerhaft rote Gesichtsfarbe (möglicherweise Bluthochdruck)
  • Rote Nase oder glasige, gelblich verfärbte Augen (möglicherweise Alkoholprobleme)

Mögliche psychische Warnsignale bei Mitarbeitern

In immer mehr Fällen spielen psychische Belastungen beziehungsweise Überforderungen bis hin zum Burnout eine zentrale Rolle. Auch hierfür gibt es entsprechende Frühindikatoren, die Sie als Chef mit etwas Aufmerksamkeit erkennen können. In erster Linie können Sie in solchen Fällen auffällige Verhaltensänderungen bei Ihren Mitarbeitern beobachten: So können zum Beispiel ein reduziertes Interesse, nachlassendes Engagement oder Verflachung Anzeichen einer inneren Kündigung sein. Desorganisation oder zunehmende Unsicherheit, die sich etwa durch ungewöhnliches Stottern des Mitarbeiters äußert, können Signale für eine Überforderung sein, beruflich oder privat.

Nicht selten fällt Ihnen als Führungskraft aber ein allgemeiner Abfall der Leistung des Mitarbeiters oder ein erhöhter zeitlicher Aufwand für die gewohnten Aufgaben auf. So können zum Beispiel ein langsameres Arbeiten und Erledigen von Aufgaben, einhergehend mit einer sinkenden Arbeitseffektivität (zum Beispiel überflüssige Überstunden), auf eine psychische Belastung hindeuten. Ein auffälliges Verhalten im Zusammenhang mit der Unsicherheit des Mitarbeiters kann auch darin bestehen, dass er oder sie die eigenen Aufgaben oder Ergebnisse ungewöhnlich häufig selbst kontrolliert. Trotz dieser erhöhten Kontrolle schleichen sich dann aber doch immer mehr Fehler in die Arbeit ein.

Eine weitere Verhaltensänderung psychischer Art kann darin bestehen, dass ein Mitarbeiter unzuverlässiger wird. So schafft er es beispielsweise nicht, Aufgaben zu vereinbarten Terminen fertigzustellen oder kommt häufig unpünktlich zur Arbeit. Wenn Sie in einer solchen Situation nicht reagieren, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die psychischen Belastungen auch erhöhte Fehlzeiten nach sich ziehen.

Checkliste: Welche psychischen Warnsignale zeigt Ihr Mitarbeiter?

  • Reduziertes Interesse
  • Schuldzuweisungen als emotionale Reaktion
  • Abbau des Engagements
  • Desorganisation
  • Unsicherheit
  • Verflachung
  • Verzweiflung

Dazu im Management-Handbuch

Ähnliche Artikel

Gesundheitstipps