MitarbeitermotivationErfolgsfaktoren einer gesunden Führung

Vorgesetzte, die gesund führen, fördern die Arbeitszufriedenheit und die Motivation ihrer Mitarbeiter. Sechs Faktoren kennzeichnen diesen Führungsstil.

Bei der Auswahl von Führungskräften mit einem gesundheitsförderlichen Führungsstil ist es wichtig, zwischen den Kompetenzen des Managens und denen des Führens zu unterscheiden. Manager müssen in der Lage sein zu strukturieren, Prozesse aufzubauen und zu steuern oder die Produktivität zu optimieren. Es geht hier also um die Sachebene. Das allein macht aber noch keine gute Führungskraft aus.

Vorgesetzte, die gesund führen, haben eine hohe Sozialkompetenz, leisten Beziehungsarbeit und fördern die Arbeitszufriedenheit und Motivation ihrer Mitarbeiter. Sie schaffen es, individuelle und soziale Bedürfnisse und Ziele der ihrer Mitarbeiter in Einklang mit den Zielen der Organisation zu bringen. Zahlreiche Studien konnten sechs Hauptfaktoren für gesundes Führen identifizieren.

Sicherheit vermitteln

Sicherheit entsteht beim Führen durch Transparenz und Berechenbarkeit. Die Führungskraft sollte Unternehmensziele und -strategien kommunizieren und den regelmäßigen Austausch zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern fördern. Maßnahmen zur Vermittlung von Sicherheit sind:

  • Jour fix
  • Regelmäßige Wochen- beziehungsweise Monatsmeetings
  • Regelmäßige Mitarbeiter- beziehungsweise Zielvereinbarungsgespräche
  • Konsequenz: Sagen, was man tut, und tun, was man sagt
  • Erwartungen an die Mitarbeiter klar äußern

Wertschätzung zeigen

Belastungen bei der Arbeit sind resultieren meist aus zwischenmenschlichen Dingen wie zum Beispiel Ärger über Kollegen oder Vorgesetzte. Sie sind also unabhängig von Arbeitsinhalten oder ergonomischen Aspekten. Wertschätzung ist das zweite Gehalt des Arbeitnehmers. Mitarbeiter, die sich nicht ausreichend wertgeschätzt fühlen, fordern nachweislich häufiger eine Gehaltserhöhung diejenigen, die sich wertgeschätzt fühlen.

Die Gehaltserhöhung wirkt dann aber eher als Schmerzensgeld. Ihr Effekt verpufft bereits nach wenigen Wochen, während ein wertschätzender Führungsstil eine anhaltend motivierende Wirkung hat. Auch hierbei spielen Kommunikation zwischen Chef und Mitarbeiter eine zentrale Rolle. Maßnahmen der Wertschätzung können sein:

  • Zeit für Mitarbeiter nehmen
  • Rückmeldung geben
  • Respektvolles Verhalten in Mitarbeitergesprächen
  • Lob aussprechen
  • Aufmerksamkeit zeigen
  • Betriebsfeiern abhalten
  • Gesundheitsprämien ausschütten
  • Soziale Unterstützung geben
  • Fort- und Weiterbildung ermöglichen

Adäquate Belastung herausfinden

Hierbei ist das richtige Maß an Belastung gemeint, denn sowohl Überforderung als auch Unterforderung können krank machen und bis zum Burnout oder Boreout führen. Ein weiteres Phänomen ist der sogenannte „Senseout“, der Verlust an Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit. Zunehmende Arbeitsverdichtung oder auch Personalabbau stellen dafür eine häufige Ursache dar. Mit folgenden Maßnahmen können Vorgesetzte Überforderung vermeiden:

  • Rückmeldung über Aufgabenmenge, Prioritäten der Aufgaben und Zeitressourcen einholen
  • Auf fachliche Kompetenzen beziehungsweise Eignung achten

Und so stellen Vorgesetzte eine Unterforderung von Mitarbeitern fest:

  • Rückmeldung über Wahrnehmung des aktuellen Aufgabenpensums einholen
  • Prüfung der Passung von fachlicher Qualifikation und aktueller Tätigkeit
  • Herausforderungen anbieten

Bei allen Maßnahmen zur Einschätzung einer adäquaten Belastung ist zu beachten, dass die wahrgenommene Belastung der Mitarbeiter kein konstanter Zustand ist, sondern ständig variiert. So können zum Beispiel persönliche Belastungen im Privatleben schnell dazu führen, dass Mitarbeiter dem bisherigen Aufgabenpensum nicht mehr gewachsen und überfordert sind. Bemerkt der Chef dies nicht, ist die Gefahr des krankheitsbedingten Ausfalls dieser Mitarbeiter groß.

Sog statt Druck erzeugen

Zu hoher Druck und Handlungszwänge lösen schnell Stress bei Mitarbeitern und auch bei Führungskräften aus. Dies kann auf Dauer krank machende psychischen und physiologisch Folgen haben. Ein gesunder Führungsstil ist daher durch die Erzeugung und Förderung intrinsischer Motivation gekennzeichnet – eine Motivation zum Ausüben der Tätigkeit selbst.

So fördern Führungskräfte die Motivation ihrer Mitarbeiter:

  • Die inneren Antreiber beziehungsweise Motive der Mitarbeiter herausfinden
  • Ziele aufstellen, die es wert sind, verfolgt zu werden
  • Ziele kommunizieren
  • Mitarbeitern klar machen, was sie von der Zielerreichung haben
  • Persönliche Werte des Mitarbeiters mit den Werten des Unternehmens verknüpfen

Passende Handlungsspielräume schaffen

Gesund führen heißt Handlungsspielräume der Mitarbeiter zu fördern und gezielt zu entwickeln. Die Arbeitspsychologie hat schon lange herausgefunden, dass eingeschränkte Handlungsspielräume sich nachteilig auf die Mitarbeitergesundheit auswirken. Beispiel: Starke Vorgaben, wie ein Ziel erreicht werden soll.

Für den Vorgesetzten bedeutet das, die Aufgaben weniger stark vorzustrukturieren und stattdessen über selbständige Projektarbeit zu führen. Hierbei sollten die Mitarbeiter wissen, dass sie jederzeit auf die Unterstützung ihres Chefs zählen können. Beim Bestimmen der Handlungsspielräume sollte darauf geachtet werden, dass diese die Mitarbeiter nicht überfordern. Menschen brauchen mehr oder weniger Vorgaben beziehungsweise Orientierung auf dem Weg zur Zielerreichung.

Soziales Betriebsklima schaffen

Weil der Mensch ein soziales Wesen ist, ist das Betriebsklima einer der wichtigsten Gesundheitsfaktoren im Unternehmen. Für viele Kollegen ist dies sogar wichtiger als die Entlohnung. So geben Mitarbeiter in Befragungen zur Arbeitsmotivation immer wieder an, der Hauptgrund, warum sie zur Arbeit gehen, liege im guten Verhältnis zu den Kollegen und ihrem Vorgesetzten.

Die Führungskraft kann das Betriebsklima positiv aber auch negativ beeinflussen. Sie hat eine Vorbildfunktion. Durch folgendes Verhalten kann sie die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern:

  • Vertrauen schaffen
  • Fairness vorleben
  • Erreichbar sein
  • Konsequent und berechenbar sein

Auch bei seinen Mitarbeitern sollten Führungskräfte darauf achten, dass Fairness herrscht, offen und klar kommuniziert wird und persönlicher und sozialer Austausch stattfindet. Für die Führungskräfte ist es deshalb sinnvoll, den eigenen Führungsstil in Hinsicht auf die beschriebenen Faktoren zu überprüfen. Beachten sie diese im täglichen Umgang mit den Mitarbeitern, sind das gute Voraussetzungen für gute Leistungen und das Erreichen der Ziele. Insgesamt also für den Erfolg des Unternehmens.

Checkliste: So praktizieren Sie gesunde Führung

  • Rückmeldung geben
  • Leistungen lobend anerkennen
  • Meinung der Mitarbeiter beachten
  • Aufgaben ausreichend besprechen
  • Zeit für Anliegen der Mitarbeiter nehmen
  • Ausreichend und rechtzeitig informieren
  • Ansprechpartner bei Problemen sein
  • Rücksicht nehmen
  • Mitarbeiter gerecht behandeln

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