Naive LebensläufeDie ärgerlichen Fehler abstellen

Einen Lebenslauf zu schreiben ist gar nicht so einfach, wie gedacht. Es kommt auf viele Kleinigkeiten an, die Arbeitgeber voraussetzen.

Bewerbungen per Post sind von gestern

Heute werden fast nur noch Bewerbungen via E-Mail-Anschreiben mit Lebenslauf und gegebenenfalls gleich Zeugnissen im Anhang (stets PDF!) ernst genommen. Es sei denn, es dreht sich um kleinste Handwerks- oder Dienstleistungsfirmen.

Verblüffend viele Führungskräfte, die älter als 40 Jahre alt sind, stellen die Frage, ob Papier oder E-Mail besser sei. Stellen Sie sich doch nur vor, was es an Aufwand in einer Organisation bedeutet, wenn Bewerbungsunterlagen als Kleinpaket in der Poststelle eingehen!

Die häufigsten Fehler, positiv formuliert

1. Titel gehört zur Identität im Kopf des Curriculum Vitae

Schreiben Sie Ihren Abschluss/Grad/Titel unter den Namen! Sonst muss der Leser erst nach unten scrollen, um zu erfassen, wen er vor sich hat.

2. Die www.Adresse der Unternehmen vermerken

Schreiben Sie die Webseite zu den aufgeführten Unternehmen Ihrer beruflichen Stationen! Die Recruiter finden es ätzend, wenn sie erst im Internet das aufgeführte Unternehmen via Google suchen müssen. Vorausgesetzt es handelt sich nicht um eine weltbekannte Marke. Aber auch dann ist es eine Erleichterung. Denn oft will man sehen, wie sich der Bereich darstellt, in dem der Bewerber gearbeitet hat.

3. Ein Satz zum Geschäft des Unternehmens

Stellt das Unternehmen Gummibärchen oder Roboter her? Solche Gedanken muss sich der Betrachter wirklich nicht machen. Wenn es nur heißt "NN Electronics", bekommen Recruiter einen dicken Hals, weil sie aus dem nachfolgendem Text oder gar der selbst recherchierten Webseite interpretieren müssen, um welche Geschäfte es geht.

4. Die Position, den Job klar formulieren

Führen Sie die Arbeitgeber-interne Bezeichnung Ihrer Position, Ihres Jobs an, bevor Sie ihre Aufgaben im Job definieren (was steht auf der Visitenkarte?). Seltsam, wie oft das einfach unterschlagen wird.

5. Die Aufgaben sauber, kurz definieren

Unerlässlich: Definieren Sie Ihre Aufgaben so, dass man sich von der Struktur Ihrer Jobs ein Bild machen kann.

6. Foto links im "CV-Kopf" statt rechts

Ein Massenphänomen in der Bewerbungsflut ist die Platzierung des Fotos auf der rechten Seite. Warum meinen Sie, dass in sozialen Netzwerken wie beispielsweise in den XING-Profilen, die Fotos nur links platziert sind? Wenn Sie Bilder mit dem linken Auge erfassen, gefällt Ihnen das viel besser, als wenn Sie Bilder mit dem rechten Auge erfassen. Das ist erwiesenermaßen Gehirn-psychologisch bedingt (Ausnahme Linkshänder, da ist es umgekehrt).

7. Verzichten Sie auf Ihr tolles Persönlichkeitsprofil

Die Theoretiker unter den "Karriereberatern" empfehlen, auf der Deckseite des CV oder im Anhang die Selbstdarstellung der Persönlichkeit - "Mein Profil". Besonders toll, wie der Schuss nach hinten losgeht, wenn Sie das psychologisch aufziehen ("Dynamisch, zielstrebig ..."). Das behalten sich die Prüfer und Entscheider selbst vor, zu beurteilen - besonders im Gespräch. Wenn diesbezüglich in die Tiefe gegangen werden soll, bittet man Sie in ein Assessment.

8. Optik: naive Designkunst macht lächerlich

Da versteigen sich diplomierte Kopfmenschen plötzlich in Designversuchen. Unterschiedliche Schrifttypen in Überschriften und Text, mal kursiv, mal gerade, Linien vertikal und horizontal, vielleicht auch noch links-rechts Platzierungen mit Tabs (Schreibmaschinengewohnheiten 1970).

Schreiben Sie Ihren CV einfach in einer klaren Struktur im MS Word Tabellenformat (bleibt ja im PDF unsichtbar). Die Überschriften fett und eventuell größer. Aber bleiben Sie bei einem einheitlichen Schrifttyp. Jahresabschnitte und Überschriften in der linken Tabellenspalte - ausführender Text rechts.

9. Seitenzahlen

Nicht wenige solcher CV Designkünstler bringen es fertig, das Dokument ohne Seitenzahlen zu verfassen. Folge: Ich habe den CV ausgedruckt. Auf Seite drei studiere ich die Stationen. Nun will ich in dem vierseitigen Dokument wieder nach vorne … "verflucht, wo …" - ersparen Sie den Lesern doch solche Mühen.

10. Und die Kür: Aktuelle Jobbeschreibung

Nach dem CV, quasi als Anhang letzte Seite: Beschreibung des aktuellen Jobs. Und zwar so, dass man sich Ihre Arbeit vorstellen kann. Je höher der Level, desto wichtiger ist das. Recruiter werden ärgerlich, wenn sie den Talenten in Telefonaten erst solche Würmer aus der Nase ziehen müssen ("na und was machen Sie da genau …?").

 [Bild: Digitalpress - Fotolia.com]

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