NebenleistungenDienstwagen und Verpflegung am beliebtesten

Auto oder Essen. Eine Studie hat sich mit der Akzeptanz und der Kommunikation von Fringe Benefits befasst.

Mitarbeiter in deutschen Unternehmen haben eine Vorliebe für Dienstwagen und Verpflegungsleistungen wie Kantinenzuschüsse oder Essensgutscheine. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle „Fringe-Benefits“-Studie des HR-Beratungsunternehmens Aon Hewitt. HR-Manager aus Unternehmen verschiedener Branchen und Größen wurden dabei zu freiwilligen Leistungen und Sachzuwendungen als Vergütungsbestandteile befragt.

Die Nutzung von Nebenleistungen wird oft nicht gemessen

Obwohl die Akzeptanz der Mitarbeiter das wichtigste Kriterium in der Nebenleistungsstrategie der Unternehmen darstellt, misst nicht einmal ein Drittel der Befragten die tatsächliche Inanspruchnahme der angebotenen Leistungen durch die Mitarbeiter, stellt die Studie weiter fest. Insgesamt räumen mehr als zwei Drittel der Teilnehmer den Fringe Benefits eine hohe bis mittlere Bedeutung in der gesamten Vergütungsstrategie ein. 39 Prozent planen sogar, ihr Budget für Nebenleistungen zu erhöhen. Ausgaben streichen wollen gerade einmal drei Prozent.

Stark gestiegen ist auch der Prozentsatz der Teilnehmer, die eine wachsende externe Bedeutung der Nebenleistungen sehen. Waren es in der letzten Umfrage 2011 noch 68 Prozent, sind es 2013 bereits 75 Prozent. „Das zeigt, dass Nebenleistungen vor allem in der Außenwahrnehmung und damit zum Beispiel im Recruiting eine immer wichtigere Rolle spielen“, interpretiert Marco Reiners, Leiter des Bereichs Reward für die DACH-Region bei Aon Hewitt, das Ergebnis in einer Presseinformation. Fach- und Nachwuchskräfte erwarteten inzwischen zusätzliche Leistungen zum Grundgehalt. Firmen wiederum würden ihre Nebenleistungsstrategie anpassen, um ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern.

Nebenleistungen müssen sich rechnen

Gleich nach der Akzeptanz durch die Mitarbeiter spielen für die Befragten die Kosten für den Arbeitgeber als entscheidender Faktor in der Nebenleistungsstrategie eine Rolle. „Idealerweise werden die beiden Faktoren kombiniert betrachtet“, sagt Reiners. Gerade in einem wirtschaftlich immer noch instabilen Umfeld sollten Unternehmen darauf achten, einen guten „Return on Benefit-Investment“ zu erreichen beziehungsweise optimale Werte in Sachen Mitarbeiterengagement für bestimmte oder minimale Kosten für einen gewünschten Mitarbeiterengagement-Wert. Daneben lägen Unternehmen Wert auf Transparenz und Verständlichkeit sowie einen geringen Administrationsaufwand der Nebenleistungen. Gut die Hälfte habe Nebenleistungen entsprechend des Marktdurchschnitts im Angebot.

Die Studie stellt weiter fest: Bei den meisten Unternehmen werden die Mitarbeiter über das Intranet und in persönlichen Gesprächen über die angebotenen Nebenleistungen informiert. Allerdings sähe es mit der Kommunikation nicht gut aus, denn nur neun Prozent der Personalverantwortlichen glauben, dass ihre Arbeitnehmer den Umfang und den Wert der Nebenleistungen komplett verstehen. Knapp die Hälfte geht davon aus, dass die Mitarbeiter das Angebot wenigstens zum Teil einschätzen können. Für Marco Reiners besteht hier der größte Nachholbedarf: „Kennt der Mitarbeiter den Wert eines Benefits nicht, kann er diesen auch nicht wirklich zu schätzen wissen“, erläutert er.

Mitarbeiter sollten den Wert der Nebenleistungen kennen

Die betriebliche Unfallversicherung mit weltweiter Deckung auch außerhalb der Arbeitszeit werde beispielsweise schnell als selbstverständlich angesehen. Dass der Arbeitgeber die zumeist unbekannten monatlichen Kosten für den Arbeitnehmer übernimmt, sei dem Mitarbeiter nicht bewusst. Ähnliches gelte für Betriebskantinen oder Gesundheitsleistungen.

Eine Möglichkeit, den Arbeitnehmern den Wert der Nebenleistungen zu verdeutlichen, stellt laut Reiners eine sogenannte Gesamtvergütungsauskunft dar. Sie könnte alle baren und unbaren Leistungen individuell und detailliert für den Mitarbeiter aufschlüsseln, inklusive monetärer Bewertung der unbaren Leistungen. In der Regel könne der Mitarbeiter darauf über das Intranet zugreifen und die Auskunft werde einmal im Jahr zu einem festgelegten Stichtag aktualisiert.

Dazu im Management-Handbuch

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