Neue MitarbeiterWarum es auch Querdenker braucht

Querdenker passen wegen ihrer Unangepasstheit oft nicht zu den Ansprüchen von Unternehmen. Doch gerade von solchen Kandidaten könnten sie profitieren.

Querdenker verfügen auf den ersten Blick nicht immer über das Profil, das von Unternehmen für eine bestimmte Position gewünscht wird. Stattdessen stellt sich ihr Lebenslauf oft bewegt, nicht lückenlos dar. Sie verfügen nicht über die gewünschte Branchenerfahrung und verhalten sich nicht aalglatt, sondern haben Ecken und Kanten. Selbst wenn diese Eigenschaften zunächst ein Ausschlusskriterium sind, können Unternehmen auf vielfältige Weise davon profitieren:

Querdenker entwickeln neue Ideen

Eine Branche tickt fasst immer gleich. Wer lange genug dazugehört hat, entwickelt recht schnell eine Betriebsblindheit und agiert in einem festgesteckten Rahmen. Ist auch der neue Kollege bereits seit Jahren in derselben Branche tätig und kennt deren Kultur, bringt er eher ein abgestandenes Lüftchen statt frischen Wind und neue Ideen mit ins Unternehmen. Querdenker beziehungsweise Charakterköpfe hingegen bringen neue Erfahrungen und Ideen mit. Sie agieren als kreative Zerstörer und inspirieren im Idealfall auch die alteingesessenen Kollegen und lösen so neue Denkweisen aus.

Querdenker sind unvoreingenommen

Querdenker sind es gewohnt, mit festgefahrenen Strukturen und Besonderheiten einer Branche umzugehen: Sie ignorieren diese einfach und gehen völlig unvoreingenommen an den neuen Job heran. Vorhandene Schwächen versuchen sie zu beseitigen oder zu umgehen, anstatt sie als gegeben hinzunehmen. Sie entwickeln neue Strategien und Herangehensweisen, wodurch das Unternehmen neue Lösungen für alte Probleme entwickeln und sich von der Konkurrenz abheben kann.

Querdenker brechen alte Seilschaften auf

Langjährige Kollegen, direkte Mitbewerber, Kunden oder Lieferanten – je kleiner die Branche, desto besser kennt man sich. Das bedeutet: Keiner will dem anderen wirklich auf die Füße treten. Dieses Verhalten jedoch hat nicht nur positive Auswirkungen. In einzelnen Branchen entstehen unter Geschäftspartnern oder Konkurrenten Seilschaften, wodurch die persönlichen Vorteile einzelner Teilnehmer mehr zählen als der Unternehmenserfolg. Die Geschäftsführung erfährt davon meist nichts und das Unternehmen tritt auf der Stelle.

Ein Querdenker, der nicht über diese Bekanntschaften verfügt – oder verfügen will –, bricht diese Seilschaften auf. Seine Loyalität gilt dem Unternehmen, nicht einzelnen Personen. Aber auch die alteingesessenen Kollegen profitieren von seinem Verhalten: Oftmals werden sie dadurch wieder angespornt und es entsteht eine ganz neue Teamdynamik.

Querdenker sind projektorientiert

Vorbei sind die Zeiten, in denen ein Mitarbeiter eine bestimmte Funktion erlernte und diese mehrere Jahrzehnte bis zur Rente ausübte. Im modernen Berufsleben dominiert Projektarbeit: Mitarbeiter übernehmen eine bestimmte Aufgabe oft nur noch für die Dauer eines Projekts. Ist das abgeschlossen, folgt schon das nächste – mit womöglich völlig anderen fachlichen Anforderungen. Dann ist Flexibilität gefragt, und jeder Mitarbeiter muss sich schnellstmöglich in die neue Aufgabe einarbeiten. Für Projekte werden zudem immer neue Teams zusammengestellt, so dass sich jeder auf unterschiedliche Charaktere und Arbeitsweisen einstellen muss.

Hier sind Querdenker beziehungsweise Charakterköpfe klar im Vorteil, weil sie meist in verschiedenen Branchen und Projekten aktiv waren. Vor allem aber sind sie in der Lage „um die Ecke“ zu denken: Sie sind in ihren Gedanken nicht so festgefahren wie Kollegen, die seit mehreren Jahren dem gleichen Job nachgehen, können sich also entsprechend schnell auf neue Aufgaben und Kollegen einstellen.

Fazit

Querdenker und Charakterköpfe können Unternehmen einen wirklichen Mehrwert bringen. Sie tragen dazu bei, das vorhandene Wissen ständig zu erweitern und sich an permanent veränderte Marktbedingungen anzupassen. Davon profitieren alle, das Unternehmen ebenso wie die Kollegen. Aber nicht nur neuer Schwung und zusätzliches Know-how kommen ins Unternehmen. Querdenker bringen oft auch neue Kontakte und Netzwerke außerhalb der Branche mit, auf die das Unternehmen sonst niemals Zugriff erhalten hätte. Ein Vorteil, der im heutigen Geschäftsleben enorm wichtig ist.

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