Online-KreditSo läuft die digitale Kreditvergabe für Unternehmen ab

Kredite für Unternehmen gibt es auch online im Internet. Wie funktioniert der Antrag? Welche Dokumente müssen Unternehmen liefern, bevor das Geld fließt?

Digitale Kredite werden auch für Unternehmen immer häufiger angeboten. Besonders für kleinere Unternehmen und Kredite im fünf- oder sechsstelligen Bereich haben digitale Kredite Vorteile. Solche Kredite sind für klassische Banken auf Grund der hohen Prozesskosten eher weniger interessant und Kreditnehmer müssen mit langen Bearbeitungszeiten rechnen.

Genau da setzten die digitalen Kredit-Plattformen an. Da der Kreditantrag hier vollständig digital und automatisiert über das Internet abläuft, können Anträge deutlich schneller bearbeitet werden. Antragsteller können so bereits innerhalb weniger Minuten ein Kreditangebot erhalten. Der Prozess vom Antrag bis zur Auszahlung dauert beim Online-Kredit in der Regel nur wenige Tage. Wie funktionert der Antrag für einen Online-Firmenkredit?

Antrag online stellen

Das Antragsformular wird auf der Website des jeweiligen Anbieters ausgefüllt. Je nach Anbieter dauert das nur wenige Minuten. Hierbei wird nach allgemeinen Informationen zum Unternehmen gefragt, zum Beispiel die Anschrift, Mitarbeiterzahl und die wichtigsten Kennzahlen aus dem Jahresabschluss.

Hinter den meisten digitalen Kreditplattformen steht eine ganz normale Bank. Der Kredit wird von der Bank vergeben, die Plattform übernimmt lediglich die Vermittlerrolle. Genauso wie bei der Hausbank müssen Antragssteller also auch im Internet Angaben zu ihrem Unternehmen und zu ihrer finanziellen Situation machen. Ohne Schufa- oder Creditreform-Auskunft geht’s also auch hier nicht – zumindest nicht bei seriösen Anbietern.

Angebot des Anbieters abwarten

Nach dem Ausfüllen des Antrags wird die Kredit-Plattform ein Angebot erstellen. Bei vielen Anbietern dauert es ein paar Tage, bis der Antragsteller das Angebot erhält. Schnelle Anbieter versprechen ein Angebot innerhalb von 24 Stunden oder sogar innerhalb weniger Minuten nach Absenden des Antrags.

Betriebswirtschaftliche Dokumente hochladen

Möchte der Antragsteller das Kredit-Angebot annehmen, dann muss er betriebswirtschaftliche Dokumente in digitaler Form hochladen, zum Beispiel den letzten Jahresabschluss und oft auch eine aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung. Diese Dokumente dienen der Bank zur Überprüfung der zuvor gemachten Angaben. Die Zahlen in den Dokumenten sollten natürlich mit den Daten bei der Antragstellung übereinstimmen. Abweichungen können die Bearbeitungszeit verlängern.

Legitimationsprüfung per Video-Anruf

Als letzter Schritt erfolgt dann die Prüfung der Legitimation per Video-Anruf. Der Antragsteller benötigt dazu einen Computer oder ein Mobiltelefon mit Kamera und eine stabile Internetverbindung. Der Antragsteller muss ein Ausweisdokument vorlegen, um sich persönlich zu identifizieren. Als zusätzliches Authentifizierungsverfahren kann eine SMS auf das Mobiltelefon des Antragstellers zum Einsatz kommen. Während des Video-Anrufs stimmt der Antragsteller dem Kreditangebot online zu. Damit wird der Vertrag rechtsgültig.

Statt des Video-Ident-Verfahrens nutzen manche Anbieter auch das Postident-Verfahren. Dabei muss sich der Nutzer in einer Postfiliale persönlich ausweisen.

Auszahlung

Die Bank wird nun die Angaben prüfen. Wenn die geforderten Dokumente vollständig sind und wenn die Daten in den Dokumenten mit den Angaben im Antrag übereinstimmen, dann steht der Auszahlung des Kredits nichts mehr im Wege. Das Geld wird innerhalb von ein bis zwei Werktagen auf dem Konto des Unternehmens eingehen.

Was Sie bei der Auswahl des Anbieters beachten sollten

Wer vergibt den Kredit

Je nach Anbieter werden im Internet nicht nur gewöhnliche Bankkredite, sondern auch sogenannte Peer-to-Peer Kredite vergeben, bei denen das Geld von Privatanlegern zur Verfügung gestellt wird. Informieren Sie sich also vorher, wer den Kredit vergibt, sodass Sie genau wissen, mit wem Sie Geschäfte machen.

Versteckte Kosten

Bei manchen Anbietern gibt es versteckte Kosten, zum Beispiel Bearbeitungsgebühren, Disagios oder Vermittlungsprovisionen. Diese Kosten müssen allerdings im Kreditvertrag klar ausgewiesen werden. Lesen Sie also stets das Kleingedruckte – genau wie bei der Hausbank auch. Sie sollten außerdem niemals Kosten im Voraus zahlen, schon gar nicht, wenn man Sie dazu drängt.

Zinsen vergleichen

Kreditanbieter müssen den effektiven Jahreszins ausweisen. Der effektive Jahreszins eignet sich am besten für Kreditvergleiche, denn er enthält sämtliche Kredit-Kosten. Fragen Sie stets nach diesem Zins. Vorsicht: Manche Plattformen geben monatliche Zinsen an. 2 Prozent Zinsen klingt vielleicht günstig. Wenn es sich aber um monatlichen Zinsen handelt, dann ist der Kredit extrem teuer.

Produkt-Pakete

Manche Anbieter versuchen verschiedene Produkte in einem Paket zu verkaufen. Neben dem Kredit werden Ihnen dann noch eine Prepaid-Kreditkarte, eine Kreditversicherung und dubiose Geldanlagen verkauft. Passen Sie also bei Paket-Angeboten auf und nehmen Sie nur die Leistungen in Anspruch, die Sie auch wirklich benötigen.

Vorfälligkeitsentschädigung

Firmenkredite können genauso wie Konsumentenkredite vorzeitig getilgt werden. Die Bank berechnet dann allerdings eine Vorfälligkeitsentschädigung. Bei Konsumentenkrediten ist diese Entschädigung auf maximal 1 Prozent der Restschuld begrenzt. Bei Firmenkrediten greift diese Regelung nicht. Informieren Sie sich also im Vorfeld, zu welchen Konditionen Sie den Kredit vorzeitig tilgen können.

Datenschutz

Achten Sie darauf, dass die Datenübertragung verschlüsselt ist. Das erkennen Sie daran, dass oben in der URL-Leiste neben der Webadresse ein Schloss angezeigt wird, genauso wie beim Online-Banking. In der Regel speichern Kreditplattformen Ihre Daten zwar, sie dürfen diese aber nicht ohne Ihre Zustimmung weiterleiten.

Dazu im Management-Handbuch

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