OrganisationsentwicklungUnternehmensberater decken die Schwachstellen auf

Externe Berater können Betrieben helfen, den internen Weiterbildungs- und Qualifizierungsbedarf als wesentliche Ursache für Probleme z.B. bei Arbeitsabläufen oder bei der Personalbeschaffung zu erkennen.

Ob und in welcher Art und Weise Betriebe die eigene Personalentwicklung, die Weiterbildung und das Lernen am Arbeitsplatz für wichtig halten und in ihre Unternehmensplanung aufnehmen, ist daher vielfach abhängig von der Arbeit externer Berater in einem Betrieb. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsprojekt des BIBB, das untersucht, wie das Wissen von Beratern für die Früherkennung neuer Qualifikationsentwicklungen genutzt werden kann. Eine Betriebsumfrage im Rahmen des Projekts ergab, dass 46 Prozent der Unternehmen die Bedeutung der Qualifikationsentwicklung für den betrieblichen Entwicklungsprozess erst durch die Inanspruchnahme einer externen Beratung erkannten.

Weitere Ergebnisse der Untersuchung:

Die Befragung der Berater zeigte, dass es weniger fachliche Qualifikationsdefizite sind, die in Betrieben z.B. Engpässe im Arbeitsablauf erzeugen. Diese Mängel werden verhältnismäßig schnell durch Schulungs- und Trainingsmaßnahmen ausgeglichen, für die es ein hinreichendes Angebot auf dem Markt gibt. Die eigentliche Herausforderung für die betriebliche Qualifikationsentwicklung besteht nach Aussage der Berater vielmehr darin, während des Arbeitsprozesses die Kommunikation und Zusammenarbeit herzustellen und aufrecht zu erhalten. Dies erfordert eine genaue Kenntnis von Arbeitsabläufen und -prozessen, einen Überblick über die daran beteiligten Mitarbeiter und ihre jeweilige Funktion sowie die Fähigkeit, ziel- und lösungsorientiert zusammen zu arbeiten. Neue, von den Verantwortlichen in Betrieben oftmals nicht erkannte Qualifikationsanforderungen setzen sich demnach zusammen aus fachlichen Qualifikationen, Organisationskenntnissen sowie Kooperations- und Kommunikationskompetenzen.

Berater versuchen, Probleme und Schwachstellen im täglichen Arbeitsprozess zu verringern oder zu beseitigen. Sie verbinden dies mit der Frage, ob ausreichende Qualifikationen vorhanden sind bzw. welche Qualifikation notwendig wäre, um bestimmte Probleme zu vermeiden. Dabei hilft der "fremde Blick" der Berater, die "Betriebsblindheit" der unmittelbar am Arbeitsprozess Beteiligten zu überwinden und ihnen unzureichende Routinen, Kooperationsblockaden und Kommunikationsdefizite im Arbeitshandeln vor Augen zu führen.

Berater helfen nicht nur, den Qualifizierungs- und Weiterbildungsbedarf eines Unternehmens zu erkennen. Sie sind es auch, die das daraus resultierende betriebliche Lernen in vielfachen Formen anregen, gestalten und begleiten. Bei der klassischen Weiterbildung (Seminare, Kurse und Trainings) sind Berater vermittelnd tätig. Zugleich greifen sie aber auch informelle Lernprozesse in Unternehmen auf und entwickeln im Rahmen von Organisationsgestaltungsmaßnahmen arbeitsbezogene, arbeitsgebundene und arbeitsplatzverbundene Lernarrangements. Auf diese Weise unterstützen sie informelle Vermittlungsprozesse in Unternehmen und machen sie verbindlich.

Aussicht auf Erfolg hat die Arbeit von Beratern nur, wenn Betriebe eine eigene Entwicklungsperspektive aufbauen und sie im Betrieb mit Personen zusammenarbeiten können, die selbst über die Grenzen ihres Unternehmens hinweg sehen und einen nach außen und in die Zukunft gerichteten Blick besitzen. Sie sind die Schlüsselpersonen für den Veränderungsprozess und eröffnen den Beratern Zugang zu den Ressourcen der Organisation - zu Geld, Zeit, Personen und Wissen.

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