PersonalbeschaffungErfolgsfaktoren für effektives E-Recruiting

Durch E-Recruiting sind Stellenanzeigen im Internet rund um die Uhr verfügbar. Ein weiterer Vorteil: die höhere Aktualität von Anzeigen und Bewerberprofilen.

Die Besetzung freier Stellen könnte aufgrund des Fachkräftemangels zum Problem werden. Um sich als „Employer of Choice“ zu positionieren, werden daher der Aufbau einer starken Arbeitgebermarke und die Präsenz im Internet immer wichtiger. Auch das E-Recruiting gewinnt bei der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften an Bedeutung. Vorteile der Personalbeschaffung durch den Einsatz elektronischer Medien und Personalsysteme: Stellenanzeigen werden im Internet nicht nur schneller geschaltet und sind rund um die Uhr verfügbar, sondern es wird auch eine höhere Aktualität von Anzeigen und Bewerberprofilen sichergestellt.

Arbeitgeberattraktivität steigern: internes Employer Branding

Bevor eine Marke nach außen kommuniziert werden kann, muss sie nach innen verbreitet und gelebt werden. Der interne Kommunikationsfluss spielt dabei eine große Rolle. Mitarbeiter sollen in die Geschehnisse und Ziele des Unternehmens einbezogen werden, um so ihr Potenzial optimal einbringen zu können. Zudem ist ein gutes Betriebsklima für den Aufbau einer Arbeitgebermarke wichtig. Hier steht vor allem die Zufriedenheit der Beschäftigten im Mittelpunkt. Faktoren wie flexible Arbeitsbedingungen, individuelle Karriereperspektiven, Eigenverantwortung, Arbeitsplatzsicherheit und Qualität des Führungsverhaltens spielen eine entscheidende Rolle und helfen, dass die Fluktuation der Mitarbeiter sinkt und ihr Know-how dem Unternehmen erhalten bleibt.

Arbeitgeberimage stärken: externes Employer Branding

Damit auch potenzielle Bewerber das Unternehmen als attraktiv wahrnehmen, wird die „Employer Value Proposition“ nach außen getragen: Ein Versprechen des Arbeitgebers an Beschäftigte und Bewerber, das alle Erfahrungen der Mitarbeiter im Unternehmen zusammenfasst und reflektiert. So kann etwa der Internetauftritt durch positive Kommentare seitens zufriedener Mitarbeiter aufgewertet werden. Ziel: die Arbeitgebermarke einer breiten Masse an potenziellen Bewerbern zugänglich zu machen.

KMU haben hier gegenüber namhaften Konzernen Nachteile, da viele Hochschulabsolventen dort eine Karriere anstreben und sich direkt auf deren Internetseiten über Jobangebote informieren. Um diesem Trend entgegenzuwirken, braucht es eine offensive Employer-Branding-Strategie. Über diverse Kanäle wie beispielsweise Print, Internetportale oder soziale Netzwerke soll das Image als Wunscharbeitgeber einheitlich und kontinuierlich kommuniziert werden. Gerade bei kleinem Budget ist hier Kreativität gefragt.

Online Marketing als Quelle

Stellenportale

Aus Unternehmenssicht sind Internet-Stellenbörsen die effizientesten externen Recruitingkanäle, denn hier werden viele potenzielle Bewerber bei vergleichsweise geringem Aufwand erreicht.

Search Engine Advertising

Hier geht es in erster Linie um Google-Werbung. Bei der Eingabe eines bestimmten Suchbegriffs erscheint die Unternehmenswebseite weit oben und fällt dem Nutzer somit sofort auf.

Social Media

Der Auftritt hier wird zunehmend als Trend für die Personalbeschaffung und Darstellung der Arbeitgebermarke wahrgenommen, denn mit relativ wenig Kosten kann eine breite Masse erreicht werden. Wichtig jedoch ist die regelmäßige Aktivität unter Berücksichtigung von Nutzerbeiträgen sowie Anregungen.

E-Recruiting als Vorauswahl

Der verstärkte Einsatz des Internets bei der Personalbeschaffung birgt neben zahlreichen Chancen auch Risiken. Die Zeit- und Kostenersparnis ermöglicht es Interessenten, sich auf viele Anzeigen zu bewerben. Es lohnt sich also, Zeit und Aufwand in die Anzeigengestaltung zu investieren, um wirklich diejenigen anzusprechen, die zum Unternehmen passen. Eine Online-Bewerbung ersetzt jedoch nicht das persönliche Gespräch. Auch ist es empfehlenswert, sich die mitgeschickten Dokumente im Original zeigen zu lassen.

Klares Anforderungsprofil

Um die passenden Bewerber anzusprechen und von dem Stellenangebot zu überzeugen, braucht es ein klares Anforderungsprofil. Aber noch vor dem Gefundenwerden gilt es, Interesse zu wecken. Viele Jobbörsen haben eine Suchfunktion, in der die Nutzer die Angebote nach bestimmten Kriterien filtern können. Der Arbeitgeber tut daher gut daran, die Stelle und das Unternehmen klar zu beschreiben, um in der gefilterten Liste zu erscheinen.

Softwaresysteme im Personalmanagement

Die Prozessoptimierung in den Bereichen Recruiting und Talent-Management wird in Zeiten des Fachkräftemangels immer wichtiger. Daher kann der Einsatz eines Bewerbermanagementsystems sinnvoll sein. Es senkt die Durchlaufzeiten und Kosten je Bewerbung und erleichtert Administration und Controlling. Wichtig ist es, aus zahlreichen Angeboten ein zuverlässiges Tool auszuwählen. Folgende Aspekte sind dabei wichtig:

  • Datensicherung
  • Hilfeangebote für den Bewerber
  • Differenzierte und persönliche Ansprache verschiedener Zielgruppen
  • Zuverlässige firmeninterne Weiterverarbeitung der Bewerberdaten

Fazit

Die Grundlagen des E-Recruitings liegen im Employer Branding: Eine angesehene Arbeitgebermarke vermindert die Gefahr, im Anzeigenüberfluss des Internets unterzugehen. Wichtig ist aber, dass gerade kleinere Unternehmen ihren Werten treu bleiben. Bei der Auswahl der E-Recruiting-Kanäle – gerade beim Einsatz sozialer Netzwerke – muss die Frage im Vordergrund stehen: Passt das zu uns und unserer Zielgruppe? Nur eine Employer-Branding-Strategie, die die Stärken und Vorzüge des Unternehmens glaubhaft darstellt, ist die Voraussetzung für einen wirkungsvollen Internetauftritt.

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