PersonalplanungUnternehmen sollten trotz Krise in langfristige Personalentwicklung investieren

Die Vorbereitung auf den demografischen Wandel rückt europaweit in den Hintergrund. Denn aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise wird die langfristige Personalplanung von vielen europäischen Unternehmen vernachlässigt. Bei deutschen Unternehmen besteht jedoch noch ein relativ hohes Bewusstsein für das Altern der Arbeitnehmer.

Der demografische Wandel schreitet in ganz Europa unvermindert voran. Die Folge: Arbeitnehmer werden im Schnitt immer älter und Fachkräfte fehlen. Doch Unternehmen sparen als Folge der Krise an Maßnahmen, die ihre älter werdenden Mitarbeiter leistungsfähig und motiviert halten.

 

Hinweis

Wenn Sie mehr über ältere Mitarbeiter erfahren möchten, lesen Sie unser Dossier:

Age Management: Ältere Mitarbeiter sind nicht schlechter, aber anders

Nach einem steigenden Bewusstsein für den demografischen Wandel in den zurückliegenden Jahren und Fortschritten bei der Vorbereitung darauf, opfern immer mehr Unternehmen jetzt die dazu notwendige langfristige Personalentwicklung der kurzfristigen Krisenbewältigung. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 2.500 Unternehmen in den fünf größten Ländern der EU (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien), die das Adecco Institute im dritten Jahr in Folge durchgeführt hat.

Die Umfrage macht deutlich, dass Unternehmen zu Beginn der Krise flexible Instrumente zur Personalanpassung nutzen: 43 Prozent der Unternehmen in Europa bauen Überstunden ab, 41 Prozent verschieben Neueinstellungen. Danach folgen schon mit 16 Prozent Einsparungen bei der Personalentwicklung, noch vor der Auflösung von Zeitarbeitsverträgen (14 Prozent) und Entlassungen (14 Prozent). Bei der Personalentwicklung wird besonders bei der Laufbahnplanung und beim lebenslangen Lernen gespart.

Sehen sich Unternehmen zu Entlassungen gezwungen, sind gering qualifizierte Arbeitnehmer doppelt so stark betroffen, wie höher qualifizierte. Die Verschiebung von Einstellungen trifft allerdings gering und hoch qualifizierte Arbeitskräfte in fast gleichem Maße.

Das für die Vorbereitung auf den demografischen Wandel so wichtige Vorausplanen des zukünftigen Personal- und Qualifikationsbedarfs wird in der Krise besonders vernachlässigt. Die Planungshorizonte für alle Berufsgruppen erreichen 2008 neue Tiefstwerte, auf nun ein Jahr im Durchschnitt der fünf Länder. Wolfgang Clement, Vorsitzender des Adecco Institute und ehemaliger deutscher Wirtschafts- und Arbeitsminister, macht deutlich:

"Leider führt die Krise dazu, dass langfristige Personalplanung und Personalentwicklung zugunsten einer kurzfristigen Krisenbewältigung eingeschränkt werden; sie bilden aber die Grundlage für eine erfolgreiche Vorbereitung auf den unausweichlichen demografischen Wandel. Die Rücknahme der Bemühungen um demografische Fitness zeigt, dass Unternehmen auf Kosten ihrer Zukunft sparen. Investitionen in die demografische Fitness sind aber trotz Krise unerlässlich, will ein Unternehmen beim nächsten Aufschwung zu den Gewinnern gehören."


[po; Quelle: Adecco Institut; Bild: Fotolia.com]

Dazu im Management-Handbuch

Ähnliche Artikel

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
OK