PflegeDie image-starke Frau betont Stärken und ihren Namen

Viele Frauen müssen erst noch lernen, sich „an den Mann zu bringen“. Entscheidend ist die Betonung ihrer Stärken und eine beständige Markenpflege des eigenen Namens.

Gastbeitrag von Claudia E. Enkelmann, Beziehungs- und Erfolgstrainerin, Königstein*

Für Männer ist es das Natürlichste der Welt, sich und ihre Fähigeiten so optimal wie möglich darzustellen. Vielleicht gibt es deshalb auch so wenige Gebrauchtwagenhändlerinnen? Wenn Sie keine Werbung für sich machen, dann wird kein Mensch erfahren, wie brillant Sie sind. Der bekannte Wissenschaftler Ruben Gur sagt, dass die Gehirne von Frauen scheinbar effizienter arbeiten als jene der Männer. Doch im Alltag lässt sich oft etwas anderes beobachten: Männer bekommen meist die besseren Jobs und mehr Gehalt - nicht weil sie besser qualifiziert wären, sondern weil es ihnen nicht peinlich ist, sich ins rechte Licht zu setzen.

In bester Erinnerung: Der Name als Markenzeichen

Beim Stichwort Selbstvermarktung geht es im besten Sinne darum, die traditionelle weibliche Bescheidenheit abzulegen und stattdessen Ihre Persönlichkeit anderen gegenüber positiv darzustellen. Natürlich sollen Sie nicht zur Hochstaplerin werden und Lügen über angebliche Heldentaten verbreiten. Ein solches Verhalten zahlt sich auf lange Sicht niemals aus. Aber stolz auf Ihre Erfolge können Sie sein! Sie sollten zum Beispiel Ihre guten Arbeitsergebnisse und Ihre besonderen Fähigkeiten mit einer „Werbekampagne“ publik machen. Wenn man(n) mit Ihrer Person Kompetenz verbindet, werden Sie immer in der besseren Verhandlungsposition stehen.

Selbstvermarktung beginnt beim wichtigsten Begriff im Leben jedes Menschen: dem eigenen Namen. Unser Name ist extrem wichtig für unsere Wirkung auf andere, denn ein Name ist immer auch ein „Markenzeichen“. Große Firmen investieren ein Vermögen in ihren guten Ruf. Wie viel ist Ihnen Ihr Ruf wert, oder anders gefragt: Wie viel ist Ihr Name wert? Halten Sie sich deutlich vor Augen: Ihr guter Ruf, Ihr guter Name entscheidet darüber, wie viel Sie verdienen. Wie jedes Markenprodukt leben auch Sie nicht von Ihrem Fachwissen, sondern primär von Ihrem guten Namen. Unzählige Studien haben dies inzwischen belegt. Es gilt also, immer im Gespräch, immer aktiv zu bleiben.

Tun Sie jeden Tag etwas für Ihren guten Namen, für Ihr Image! Das muss nicht viel Zeit in Anspruch nehmen: Schon eine halbe bis mehrere Minuten reichen völlig aus. Der Name oder der Ruf eines Menschen erzeugt einen bestimmten Eindruck, sogar noch bevor sich zwei Menschen überhaupt zum ersten Mal sehen. Deswegen müssen wir immer wieder dafür sorgen, dass unser Name anderen erstens deutlich und zweitens positiv besetzt in bester Erinnerung bleibt. Dieses grundlegende Prinzip - nicht nur stolz auf unsere Erfolge zu sein, sondern auch über sie zu reden, ist etwas, was die meisten Frauen erst noch lernen müssen. Es ist nicht eitel oder arrogant, über die eigenen Leistungen zu sprechen - es ist vernünftig. Wie soll der Chef von den Überstunden erfahren, wenn Sie diese nicht erwähnen? Warten Sie nicht auf die Anerkennung, sie kommt nicht zugeflogen. Übrigens wirkt es am sympathischsten, wenn Sie auch noch Verbündete finden, die sehr viel Gutes über Sie erzählen.

Imagepflege muss sein!

Sorgen Sie dafür, dass alle von Ihren Erfolgen erfahren! Nicht nur, dass Frau die eigenen Leistungen vor sich selbst und anderen nicht in Frage stellen sollte, es ist auch eine Sünde, sie totzuschweigen. Im Vorstellungsgespräch ist zum Beispiel nichts tödlicher, als zu verschweigen, was Sie bisher alles geleistet und erreicht haben. Woher soll es der potentielle neue Arbeitgeber wissen, wenn nicht von Ihnen? Berichten Sie, was Sie können und leisten, vergessen Sie Ihre Selbstzweifel! Verpacken Sie ihre Fähigkeiten in Erfolgsgeschichten und berichten Sie, wie sie ein bestimmtes Problem gelöst haben. Teilen Sie es Ihrer Umwelt mit, wenn Sie ein schwieriges Kundengespräch erfolgreicher denn je geführt haben! Feiern Sie Ihre Erfolge, und scheuen Sie sich nicht zu betonen, dass Sie einen nicht unerheblichen Anteil am Umsatzerfolg im letzen Monat hatten. Bauen Sie gezielt Ihr positives Image auf!

Die bei Männern so groß geschriebene Imagepflege ist auch für uns Frauen extrem wichtig. Ein positives Image wird unser Berufsleben entscheidend verändern. Ein Image ist keine leere Hülle; mit Ihrem Namen sollen positive Eigenschaften verknüpft werden. Das ist umso wichtiger, da in aller Regel in der Wirtschaft nicht nach Leistung, sondern nach Image befördert und bezahlt wird. Zu einem guten Ruf gehört es übrigens auch, über andere Menschen Gutes zu berichten. Pflegen Sie Ihr eigenes Image, indem Sie sich positiv über Ihre Mitarbeiter äußern. Sie werden nicht groß, indem Sie andere klein machen!

Viele Frauen nutzen die Chance, im selbständigen Vertrieb Produkte zu verkaufen und Mitarbeiter zu fördern. Hier gibt es die lang ersehnte Chancengleichheit, was die Bezahlung angeht. Gerade im Vertrieb ist es jedoch noch viel wichtiger als in anderen Bereichen, sich einen guten Namen zu machen. Glauben Sie daran, dass Ihr guter Name Millionen wert sein wird. Einige Frauen sind Spezialistinnen in der kritischen Selbstbetrachtung. Sie können stundenlang über ihre Defizite jammern, aber nicht einmal fünf Minuten über ihre Stärken sprechen.

Eigene Stärken betonen ohne abzuheben

Schreiben Sie mindestens 10 Dinge auf, die Ihnen oder anderen an Ihnen gefallen! Dazu gehören gute Eigenschaften, Stärken und Vorzüge. Es hält sich leider immer noch das Gerücht, dass es für unser seelisches Gleichgewicht notwendig sei, ein aufrichtiges, unverhülltes Selbstbild zu haben. Ebenso heißt es, dass wir nur dann reife Persönlichkeiten seien, wenn wir unsere eigenen Wesenszüge unverzerrt wahrnehmen. Das Gegenteil ist der all. Es gibt inzwischen eine Fülle von Untersuchungen, die beweisen, dass Illusionen und eine schön gefärbte Selbstwahrnehmung Kennzeichen von psychischer Stabilität und Zufriedenheit sind.

Jede wirklich ehrliche und "ungeschminkte" Selbsterkenntnis zeigt uns, dass wir viele gute, aber auch viele schlechte Eigenschaften haben. Starke Menschen konzentrieren sich jedoch immer wieder auf ihre „Schokoladenseite“! Frauen, die diese gute Denkgewohnheit kultivieren, machen sich selbst das Leben leichter. Es ist bekannt, dass gut gelaunte Menschen großzügiger sind, anderen helfen und viel bessere soziale Kontakte aufbauen. Um das Ganze noch deutlicher zu machen: Eine positive „Selbstverherrlichung“ verstärkt die Motivation und Ausdauer, mit denen das Individuum seine Aufgabe erledigt. Wer positive Erwartungen an sich und seine Zukunft hat, der ist auch im Beruf nachweislich effektiver und bekommt mehr Geld.

Natürlich sollen Sie keine Angeberin werden. Aber die meisten Frauen sind derart selbstkritisch, dass es nicht schadet, wenn sie beginnen, sich auf ihre Stärken zu besinnen. Schon Kant hat gesagt: „Das Ding an sich gibt es nicht“. Alles, was wir erleben und wahrnehmen, passt unser Gehirn unserem vorgefertigten Weltbild an. Sozialbiologen haben dies schon lange erkannt, wenn sie sagen, dass das Gehirn kein Organ ist, das zur Selbsterkenntnis dient, sondern auf Selbsterhaltung programmiert ist. Um also erfolgreich überleben zu können und unsere Art zu erhalten, ist häufig vorteilhaft, sich selbst etwas vorzumachen. Wer ein rosiges Bild von sich selbst erzeugt, und die anderen von sich begeistert, hat im Daseins- und Überlebenskampf die Nase vorn. Je mehr Sie also beginnen, an den Wert Ihrer einzigartigen Persönlichkeit zu glauben, umso eher werden auch andere Ihren Wert erkennen!

*Kontakt:
Enkelmann Institut
Claudia E. Enkelmann
Altkönigstr. 38c
61462 Königstein
Tel.: 06174-3980
E-Mail: info@enkelmann.de
Web: www.enkelmann.de

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