Positive ArbeitseinstellungTipps für gute Laune beim Arbeiten

Gute Laune bei der Arbeit resultiert aus dem richtigen Mindset. Aber wie kommt man zu einer positiven Arbeitseinstellung? Welche Rolle spielen Vorgesetzte und Kollegen? Und wie werden Sie selbst aktiv? Außerdem: Wie Sie sich vom Ende der Karriereleiter die gute Laune nicht vermiesen lassen.
Von Heinz Jörg Kolitsch

Mit einer positiven Arbeitseinstellung kann Arbeit viel mehr sein als die finanzielle Absicherung der eigenen Existenz. Wer Arbeit hat, hat das Gefühl, nützlich zu sein. Arbeit verschafft Anerkennung für das, was man leistet.

Wer seine Fähigkeiten einsetzt und die Herausforderungen meistert, erfährt Befriedigung bei der Tätigkeit. Arbeit bringt Menschen mit anderen Menschen zusammen. Arbeit bietet Gelegenheiten, den eigenen Horizont zu erweitern und sich persönlich weiterzuentwickeln. Arbeit ist viel mehr als bloßer Broterwerb.

Die Arbeit kann aber auch zu großer Unzufriedenheit führen. Weil man keine persönliche Entwicklungsmöglichkeit mehr sieht. Weil niemand die geleistete Arbeit würdigt. Weil die Kollegen nerven, statt gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Weil die Arbeit zur Routine geworden ist und nicht mehr fordert. Oder weil sie überfordert, wenn die Aufgaben einen über den Kopf wachsen.

Wenn bei Ihnen die negativen Auswirkungen überwiegen, sollten Sie aktiv werden. Bloßes Hoffen, dass es wieder besser wird, ist keine Lösung. Mit den folgenden Maßnahmen verbessern Sie Ihre Situation und erleben gute Laune bei der Arbeit.

Bisherige Entwicklung positiv sehen

Karrieren können nicht unbegrenzt immer weiter nach oben gehen. Auch eine Karriereleiter hat eine letzte Sprosse. Am Anfang geht es schnell und in großen Sprüngen. Danach werden die Schritte immer kleiner. Irgendwann kommt die berufliche Entwicklung zu einem Ende. Wo die Grenze der Entwicklungsmöglichkeiten liegt, hängt ab von der Ausbildung, der Erfahrung, von den Fähigkeiten und Möglichkeiten im jeweiligen Arbeitsumfeld.

Wenn Ihnen diese Grenze zum ersten Mal bewusst wird, sollten Sie sich mit diesem Gedanken anfreunden. Versuchen Sie, mit Stolz auf Ihre bisherige Entwicklung zurückzuschauen. Wenden Sie Ihren Fokus weg von den quantitativen Zielen, hin zu den qualitativen.

Vor allem aber: Genießen Sie es, einen „sicheren“ Job zu haben. Dann verspüren Sie auch wieder gute Laune bei der Arbeit.

Aufmerksamkeit des Vorgesetzten einfordern

Wenn Vorgesetzte Ihre Leistung nicht genügend wahrnehmen, suchen Sie das Gespräch. Ein Anlass findet sich immer, seien Sie kreativ. Bitten Sie um ein Gespräch, weil Sie zu einer wichtigen Entscheidung eine weitere Meinung hören möchten.

Bereiten Sie die Problemstellung so auf, dass Sie schon mit einer Empfehlung in das Gespräch gehen. Der Vorgesetzte braucht dann Ihrer Empfehlung nur noch zuzustimmen. So fühlt er sich an Ihren Ergebnissen beteiligt, wird sich bei der nächsten Beurteilung daran erinnern und Ihre Initiative honorieren.

Versuchen Sie, sich in den Job Ihres Vorgesetzten hineinzuversetzen. Möglicherweise befindet er sich in einer unangenehmen Sandwich-Position und hat die schwierige Aufgabe, zwischen Ihnen und den Ebenen darüber zu vermitteln.

Vielleicht muss er auch simultan und unter Zeitdruck schwierige Themen lösen, wird dabei häufig unterbrochen und verbringt viele nutzlose Stunden in Besprechungen. Dann bleibt ihm nur wenig Zeit für die eigenen Mitarbeiter.

Gute Laune fördern durch Kollegenkontakt

Ergebnisse entstehen heute hauptsächlich im Team. Versuchen Sie deshalb, zu allen Kollegen ein konstruktives Verhältnis aufzubauen und zu pflegen. Warten Sie nicht darauf, dass die anderen den ersten Schritt machen.

Beim Beziehungsaufbau helfen alltägliche Gespräche, in denen Sie etwas über sich preisgeben und zum Beispiel erzählen, was Sie am Wochenende unternommen haben. Nutzen Sie für den Aufbau persönlicher Beziehungen auch Ihren Humor. Lachen ist sprichwörtlich gesund und sorgt für eine gute Arbeitsatmosphäre.

Sollte Ihnen eine Kollegin oder ein Kollege von der Persönlichkeit her nicht besonders liegen, nehmen Sie es als sportliche Herausforderung. Achten Sie in diesem Fall trotzdem auf gegenseitige Wertschätzung bei der Zusammenarbeit. Bieten Sie Ihre Unterstützung an, Sie werden diese mit der Zeit an anderer Stelle zurückbekommen.

Den Job neu erfinden

Je länger Sie Ihren Job machen, umso vertrauter sind Ihnen die einzelnen Vorgehensweisen. Es stellt sich eine gewisse Routine ein und die Arbeit kann ihren Reiz verlieren. Doch es muss nicht unbedingt alles so weiterlaufen wie bisher.

Möglicherweise hat sich im Laufe der Zeit viel verändert. Passen die eingespielten Abläufe, die Routinen und bevorzugten Vorgehensweisen noch zu den aktuellen Anforderungen?

Stellen Sie sich vor, Sie dürften Ihre Arbeit völlig neu erfinden. Dafür stellen Sie alles auf den Prüfstand.

  • Was ist den Nutzern Ihrer Arbeitsergebnisse wichtig?
  • Auf was könnten sie verzichten?
  • Was wäre ihnen stattdessen lieber?

Prüfen Sie die einzelnen Arbeitsschritte und Arbeitswerkzeuge.

  • Auf welche Weise könnte man schneller oder mit weniger Aufwand zu den gleichen oder sogar zu besseren Ergebnissen kommen?
  • Wo könnte man Ressourcen sparen?
  • Wie können wiederkehrende Abläufe automatisiert werden?

Unzufriedenheit offen kommunizieren

Wenn Ihnen Ihre Arbeit nichts mehr gibt, sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten. Ihm ist das möglicherweise noch nicht aufgefallen, da er mit Ihrer Arbeit bisher immer zufrieden war.

Vielleicht hat er selbst Aufgaben, die er gerne abgeben würde. Wenn er das nicht tut und kein anderes Einsatzgebiet für Sie hat, bleibt nur die Suche nach einer anspruchsvolleren Arbeit. Und das kann auch bedeuten, dass Sie sich nach einem anderen Arbeitgeber umschauen.

Aufgaben reduzieren

Zu wenig Zeit für zu viele Aufgaben? Wenn Sie unmöglich alle Aufgaben zufriedenstellend erledigen können, dann müssen Sie die Menge der Aufgaben reduzieren. Versuchen Sie, aus der Fülle Ihrer Aufgaben das herauszufinden, was wirklich wichtig ist.

Dafür braucht es Kriterien und Prioritäten, die Sie hin und wieder mit dem Vorgesetzten abstimmen sollten.

Stellen Sie sich die folgenden Fragen:

  • Was gehört zu Ihren eigentlichen Kernaufgaben?
  • Welche Aufgaben könnten Sie abgeben?
  • Welche Folgen hätte es, wenn Sie eine Aufgabe später oder gar nicht erledigen?
  • Wer benötigt die Ergebnisse und zu welchem Zweck?
  • Könnte man bei einzelnen Aufgaben Abstriche bei der Qualität, dem Termin oder dem Aufwand machen?
  • Welche Aufgaben haben bei geringem Aufwand einen großen Effekt?

Informieren Sie diejenigen, die ein Interesse an der Erledigung bestimmter Aufgaben haben, über das, was Sie nicht bearbeiten können. Versuchen Sie dafür auf bestimmte, aber verträgliche Art und Weise Nein zu sagen.

Guter Arbeitsstil ist gleich gute Laune bei der Arbeit

Wenn Sie Ihre Arbeitsbelastung reduzieren möchten, müssen Sie nicht unbedingt die Menge der Aufgaben reduzieren. Die Belastung sinkt auch, wenn Sie für eine Aufgabe weniger Zeit benötigen. Überprüfen Sie also Ihren Arbeitsstil.

Vermeiden Sie Unterbrechungen durch elektronische Medien. Bearbeiten Sie E-Mails nur zu vorher festgelegten Zeiten. Fassen Sie ähnliche kleinere Aufgaben zusammen, wie zum Beispiel Telefonate. Erledigen Sie Aufgaben, die Konzentration erfordern, in störungsarmen Stunden.

Gibt es einen ernsthaften Kapazitätsengpass, kann nur Ihr Vorgesetzter helfen. Am besten ist es, Sie schildern nicht nur die Situation, sondern zeigen auch gleichzeitig Lösungsalternativen auf. Der Arbeitgeber ist grundsätzlich verpflichtet, geeignete Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen und einer gesundheitsschädigenden Überanstrengung entgegenzuwirken.

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