PotenzialeMitarbeiter-Ideen für Innovationen nutzen

Auch aus utopischen Mitarbeiter-Ideen können praktische Innovationen entstehen. Vorausgesetzt, diese werden nicht im Keim erstickt. Damit Unternehmen zu Innovationen gelangen, müssen sie die dafür geäußerten Vorschläge zulassen, sammeln und je nach Machbarkeit umsetzen.

Da soll es ja immer noch Führungskräfte geben, die jede Mitarbeiter-Idee mit Misstrauen betrachten, weil sie von "unten" kommt, weil sie neu ist oder weil sie nicht von ihnen selbst stammt. In innovativen Unternehmen ist das anders - da sprudelt es vor Ideen. Sehr gut funktioniert dies bei einem Ideen-Frühstück. Der kreative Rahmen, die schöpferische Pause, der hierarchiefreie Raum inspirieren geradezu, sich einmal etwas Neues einfallen zu lassen. Der göttliche Funke trifft uns ja bekanntlich leichter in entspannter Umgebung als mitten bei der Arbeit.

Rebellen als Treiber für innovative Ideen

Ein unbürokratisches Ideen-Management ist der erste Schritt zu loyalisierenden kleinen und großen Innovationen. Innovationen sind die praktische Umsetzung schöpferischer Ideen. Sie sind die Eintrittskarte zu den Märkten von morgen. Ein Unternehmen kann gar nicht genug Ideen generieren. Nur, wenn Sie einen ganzen Topf voller Ideen haben, sind ganz sicher auch brauchbare dabei.

Wie entstehen nun innovative Ideen? Veranstalten Sie einen Kreativ-Workshop unter fachkundiger Leitung, benutzen Sie Kreativitätstechniken oder gehen Sie wie folgt vor:

  • Fördern Sie das Querdenken in Ihrem Unternehmen und schaffen Sie Raum für Kreativität. Diskutieren Sie Lösungsansätze offen, ausgiebig und konstruktiv.
  • Suchen Sie aktiv nach den akuten Problemen Ihrer Zielgruppen, und zwar in Hinblick auf Produkte, Dienstleistungen und Servicequalität.
  • Sprechen Sie regelmäßig mit Ihren Mitarbeitern, Kunden, Partnern sowie Kollegen und Mitarbeitern anderer Abteilungen. Fragen Sie Experten, Fachjournalisten, Mitbewerber und Vertreter anderer Branchen.
  • Besuchen Sie Zukunfts- und Fachkongresse oder Messen.
  • Recherchieren Sie im Internet. Sichten und sammeln Sie Berichte und Hinweise mit Blick auf die Zukunft wie zum Beispiel Benchmarks, Best-Practices, Fallstudien und Success Stories.
  • Sehen Sie sich bei innovativen Dienstleistern um, auch im Ausland.
  • Abonnieren Sie den Newsletter von Zukunftsinstituten.
  • Suchen Sie aktiv nach Nischen im Markt, nach neuen Zielgruppen oder neuen Kooperationspartnern.
  • Optimieren Sie Ihre Produkte und Services. Arbeiten Sie an Ihren größten Stärken weiter.

Unternehmen brauchen Querdenker, um in die allseits gesättigten Märkte neue Ideen zu tragen. Sie brauchen Networker, die über Abteilungsgrenzen hinweg zu den Lösungen kommen, die der Verbraucher honoriert. Marktführer wird man ja nicht durch Me-too-Strategien, sondern durch Produkt- und Prozess-Innovationen, die sich über möglichst lange Zeit an vorderster Front halten.

Wer anweisungsorientiert führt, oder - wie in schwierigen Tagen oft zu beobachten - in altes, autoritäres Führungsverhalten zurückfällt, wird im Rennen um Vorsprünge zurückbleiben. Denn ihm fehlen Tempo und Flexibilität. Chefs, die sich als Dompteure ihrer Untergebenen aufspielen, die mit der Peitsche knallen, um zu zeigen, wer Herr im Ring ist, die alles selber machen, weil sie den Leistungen anderer nicht trauen, bekommen lediglich Minimal-Leistungen. Von Mitarbeitern mit angepasstem Verhalten.

Von „kleinen Würstchen“ kann man nichts Großes erwarten. Wer harsch diktiert, produziert unbegeisterte, unengagierte, lethargische Nichtswoller! Solche Mitarbeiter rächen sich täglich für die „Nettigkeiten“ ihrer Chefs, ob bewusst oder unbewusst und auf mehr oder weniger subtile Weise. Und meist muss der Kunde dafür herhalten.

Identifizieren Sie also in Ihrem Unternehmen die besonders kreativen Mitarbeiter, die Visionäre und die Treiber. Sie sind meist auf den ersten Blick etwas unbequem, denn sie sind nicht nur Pioniere, sondern oft auch kleine Rebellen. Sie stechen aus der grauen Masse deutlich hervor und ihr Aufmüpfigkeit ist oft anstrengend. Altbewährtes stellen sie in Frage und sprudeln vor Ideen. Unternehmen, die sich für die Zukunft rüsten, können auf solche Mitarbeiter am allerwenigsten verzichten.

Die Tatsachen sehen jedoch anders aus: Die zurückliegenden Jahre haben in vielen Unternehmen nicht nur die Mitarbeiter schwer verunsichert, sondern auch jede Kreativität im Keim erstickt. Angst tötet Kreativität. Gerade in der Krise jedoch wird der Ideenreichtum der Mitarbeiter am dringendsten benötigt. Denn in jeder Krise stecken auch Chancen. Und diese werden durch antizyklisches Verhalten am besten genutzt.

Kreatives Instrument: Die Ideen-Bank

Gute Ideen sind sehr zerbrechlich. Ihnen und ihren Schöpfern weht oft eine steife Brise entgegen, weil sie sich gegen viele Bremser zur Wehr setzen müssen. Die größten Innovations-Blocker sind die eigene Bequemlichkeit, die Furcht vor Neuem, Mutlosigkeit, Neid, eine Kultur von Reviergehabe und das Syndrom des „Nicht-hier-erfunden-Seins“. Dann sind Sätze zu hören wie:

"Das machen wir doch sowieso schon.“

„Das ist ja viel zu teuer.“

„Das würde der Chef nie akzeptieren.“

„Da würden unsere Kunden nicht mitspielen.“

„Nur über meine Leiche."

So wird sämtlicher Spaß am kreativen Denken im Keim erstickt. Jede neue Idee beinhaltet Erfolgsaussichten und Risiken, setzt Hoffnungen und Ängste frei. Dies erfordert zunächst die Einsicht, Abschied von Routinen zu nehmen und schließlich aufgeschlossen für Neues zu sein. Vorausschauende Chefs machen sich zum Advokaten guter Ideen, sie geben den Querdenkern wichtige Rückendeckung. So hatte beispielsweise Walt Disney für seine Projekte drei verschiedene Räume: Einen zum träumen, einen für die Analyse der realistischen Möglichkeiten und einen zum kritischen Hinterfragen.

Interessante Ideen aus Meetings und Workshops, Anstöße aus Reklamationen, Anregungen aus Mitarbeiter- und Kundenbefragungen, gute Wettbewerber-Ideen sowie alle Verbesserungsvorschläge gehören in eine zentrale Ideen-Bank, auch wenn es gerade keine Verwendung dafür gibt. Eine Ideen-Bank funktioniert wie eine echte Bank. Bei Bedarf lässt man sich etwas auszahlen, der Rest bleibt für später liegen. Die Ideen-Bank wird periodisch ausgewertet. Passende Einfälle werden den einzelnen Produkten, Prozessen oder Kundengruppen zugeordnet. Brauchbare Anregungen werden weiter entwickelt, ausprobiert und möglichst zügig umgesetzt, um Kunden- Begeisterung zu kreieren.

Ein effizienter Ideenspeicher ist eine nie versiegende Quelle auf dem Weg zu kontinuierlichen Verbesserungen. Geben Sie auch verrückten Ideen eine Chance, sie kreieren damit am ehesten neue Märkte. So finden selbst Weihnachtskalender für Hunde und Designer-Klamotten für Avatare, den künstlichen Menschen im Internet, ihre Abnehmer. Ein Bericht aus der Praxis demonstriert, das auch utopisch erscheinende Ideen durchaus in die Realität überführt werden können:

„Als ich noch Marketing-Direktorin der Accor Hotellerie Deutschland war, haben wir einmal einen Zukunfts-Workshops gemacht, in dem wir auch völlig utopische Ideen entwickelten. Schon damals haben wir Bubble-Hotels im Weltraum, Unterwasser-Herbergen und virtuelle Hotelzimmer erdacht. In unseren erfundenen nachtschwarzen Restaurants gab es Blindverkostung mit Augenbinde. Aus diesen Spinnereien sind in einem zweiten Schritt sehr brauchbare und kreative Ideen entstanden, die durchaus umsetzbar waren. Und siehe da, wenige Jahre später gibt es unsere Utopien auch im wirklichen Leben: Das Restaurant 'Unsichtbar' in Berlin, ein Unterwasser-Hotel in Dubai und Pläne für Hotels im Orbit sowie auf dem Mond.“

Ideen-Management: Mut zur Unvollkommenheit

Lieber Innovationen statt Preisaktionen! Lieber nach vorne schauen, sich immer wieder neu erfinden und so die eigenen Kunden begeistern, als sich mit Nachahmern der eigenen Produkte in Preiskämpfen zu zerreiben. Schaffen Sie in Ihrem Unternehmen ein „Biotop“, einen Brutkasten für den ständigen Nachschub an intelligenten, unverbrauchten Ideen. Das gute alte betriebliche Vorschlagswesen ist Schnee von gestern, neue Methoden sind gefragt. Sie sollten so einfach und transparent wie möglich gestaltet werden.

Ideenmanagement

Ein Beispiel für Ideenmanagement:

Im Mitarbeiter-Raum des Bergström Hotels in Lüneburg steht eine Pinnwand, an die die Mitarbeiter jederzeit Kärtchen mit spontanen Ideen anheften können. Einmal wöchentlich werden diese abgenommen und im Rahmen eines Kreativmeetings besprochen. Passende Ideen werden sofort umgesetzt, andere kommen in die Ideen-Bank für einen eventuellen späteren Abruf.

"Es soll keine Idee verloren gehen, denn jede noch so kleine Idee kann den Kundennutzen erhöhen oder direkt die Wirtschaftlichkeit des Bergström verbessern",

heißt es zum Thema Ideenbank im Bergström-Handbuch.

Stichwort

Und noch ein Beispiel:

Der Betriebsausflug eines Kaufhauses könnte in Etappen bei der Konkurrenz stattfinden. Dabei sollen die Mitarbeiter in aller Ruhe Stärken und Schwächen analysieren. Der Lernerfolg ist beträchtlich! Schlechte Leistungen treten deutlich vor Augen. Gutes kann man zügig in das eigene Unternehmen übertragen. Außerdem macht es Spaß, die Mitbewerber in die Pfanne zu hauen. Das Erlebte kann bei der Abschluss-Feier karikiert auf eine Bühne gebracht werden. All das fördert den Teamgeist und das Wir-Gefühl.

Wer im Markt rechtzeitig Veränderungen aufspürt, kann diese geschickt zu seinem Vorteil nutzen. Eine Analyse von Erfolgsgeschichten wie etwa dem 24-Stunden-Nachrichtensender CNN, dem Uhrenhersteller Swatch, dem Computerhersteller Dell, dem Internet-Arzneimittelversender DocMorris, Apple, Ikea oder eBay zeigt: Alle diese Firmen haben die Regeln ihrer Branche gebrochen und neu erfunden.

Die brauchbarsten Ideen haben meist die Mitarbeiter, die am nächsten am Kunden sind. Sie nehmen alle Anregungen von dessen Seite auf und ergänzen sie mit eigenen Gedanken – am besten auf einem dafür vorgesehenen Ideenblatt. So können sie Lernfelder aufzeigen, einen Verbesserungsvorschlag machen und zielorientiert begründen, was von diesem in Hinsicht auf Produktivität, Zeitersparnis, Ertrag, Kundennutzen und Kundenloyalität zu erwarten ist. Ebenso sollten die Mitarbeiter, soweit möglich, die Kosten für die Umsetzung kalkulieren. Auf diese Weise lernen sie unternehmerisches Denken.

Lassen Sie den Ideengeber seinen Vorschlag an seinem eigenen Arbeitsplatz selbst testen. Dabei dürfen durchaus Fehler passieren. Es ist unmöglich, alles richtig zu machen. Selbst Misserfolge sind zu begrüßen. Haben Sie Mut zur Unvollkommenheit! Wer sich nie verirrt, findet auch keine neuen Wege. Wer aus Angst vor Fehlern gar nichts wagt, begeht den größten Fehler. Der entscheidende Punkt ist, schnell aus ihnen zu lernen.

Erteilen Sie dem Ideengeber eine persönliche und zeitnahe Rückmeldung, ob und ab wann ein Verbesserungsvorschlag endgültig genehmigt und umgesetzt wird oder warum (noch) nicht. Sprechen Sie in jedem Fall Dank und Anerkennung aus! Kommunizieren Sie Erfolge und die damit verbundenen Menschen in internen Medien. Es sollte zu den Aufgaben eines jeden Mitarbeiters gehören, Verbesserungsvorschläge für seinen eigenen Bereich und auch für andere Abteilungen regelmäßig einzureichen. Das gehört in die Jahreszielvereinbarung!

Der Prozess des Ideen-Managements

Wer auf die systematische Suche nach kleinen und großen Innovationen geht, kann dies in folgenden Schritten organisieren:

1. Problem-Analyse

Beleuchten Sie das Problem aus verschiedenen Perspektiven, vor allem aber aus der Sicht des Kunden. Führen Sie dazu Kundenbefragungen sowie Interviews mit Mitarbeitern aus verschiedenen Unternehmensbereichen durch. Experten und Laien können sinnvolle Beiträge liefern.

2. Ziel-Definition

Was soll am Ende des Prozesses erreicht sein? Dies muss deutlich werden, damit die Ideen-Generierung eine Richtung bekommt. Gehen Sie dabei von kundenrelevanten, differenzierenden Merkmalen aus, wie: Was können wir für Kunden besser, schneller, billiger machen? Formulieren Sie alles schriftlich!

3. Zusammenstellung des Teams

Zum Team gehören insbesondere die Mitarbeiter, die von der späteren Umsetzung betroffen sind. So minimieren Sie von Anfang an aufkommende Widerstände. Sorgen Sie für einen gesunden Mix aus Visionären, Querdenkern, Missionaren, Machern, Kundenbotschaftern, Bedenkenträgern, Experten und Laien. Mischen Sie alt und jung, Männer und Frauen. Informieren Sie das Team sorgfältig. Ein geschulter Moderator kann helfen, die Prozesse zu kanalisieren.

4. Ideen-Generierung

Begeben Sie sich an einen neutralen, störungsfreien, inspirierenden Ort und setzen Sie passende Kreativitätstechniken ein. Sorgen Sie am Anfang für gute Laune. Hören Sie nicht zu früh auf, denn in der ersten Phase benötigen Sie ein Maximum an Ideen. Beachten Sie die drei goldenen Regeln einer Kreativ-Sitzung:

  • Quantität vor Qualität,
  • keine Hierarchien,
  • weder positive noch negative Kritik.

5. Ideen-Bewertung und Selektion

Benutzen Sie passende Bewertungs- und Selektionstechniken, um die vielen Ideen zu verdichten, zu kombinieren und die Spreu vom Weizen zu trennen. Dies kann auch ein separates Bewertungsteam tun. Erstellen Sie eine Prioritäten-Liste, sortieren Sie nach Machbarkeit, Zeithorizont und Kosten. Dabei kommt es erfahrungsgemäß zu weiteren Ideen. Am Ende dieses Prozesses verbleiben einige wenige aussichtsreiche Favoriten. Geben Sie diesen Namen und klären Sie das weitere Vorgehen.

6. Implementierung

Sorgen Sie zunächst für interne Akzeptanz, vor allem bei den betroffenen Mitarbeitern. Dies erfolgt am besten durch Involvieren und frühzeitige, regelmäßige, offene Kommunikation. Stellen Sie die notwendigen Ressourcen bereit. Treten Sie danach aktiv mit dem Markt in Dialog, insbesondere mit den anvisierten Zielgruppen und mit der Presse.

7. Kontrolle und Optimierung

Vergleichen Sie die Ergebnisse mit Ihrer Zieldefinition, sorgen Sie für Top-Qualität und optimieren Sie kontinuierlich!

Dazu im Management-Handbuch

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