PRAls Experte in die Medien kommen

Wenn Journalisten von Ihnen ein Statement wollen, weil Sie als Experte gelten, dann haben Sie es geschafft. Aber wie schafft man das?
Von Caroline Harsch

Ist Ihnen mal aufgefallen, dass zu bestimmten Themen immer die gleichen Menschen in den Medien zitiert werden? Natascha Wegelin, auch bekannt als Madame Moneypenny, ist hierfür ein tolles Beispiel: Wenn es um Vermögensaufbau und Altersvorsorge für Frauen geht, ist sie eine beliebte Interviewpartnerin für Medien von Bento bis Tagesspiegel. Warum ist das so? Ist sie die einzige, die Frauen hilft, ihre Finanzen in den Griff zu kriegen? Sicherlich nicht. Aber sie spricht öffentlich darüber und positioniert sich klar als Expertin.

Auch Sie sind Experte! Als Gründer oder Unternehmer kennen Sie sich ausgezeichnet in Ihrer Branche aus und haben spezielles Wissen, das andere Menschen nicht haben. Teilen Sie dieses Wissen über die Medien, um sichtbarer zu werden und Ihre Zielgruppe anzusprechen. Der daraus entstehende Effekt nennt sich „Social Proof“, was bedeutet, dass Menschen sich auf die Beurteilung anderer verlassen. Da die Medien an Ihrem Expertenwissen interessiert sind, nimmt auch Ihre Zielgruppe Sie als glaubwürdig und kompetent wahr.

Um diesen Status zu erreichen, müssen Sie den Medien allerdings als Experte bekannt sein. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Journalisten auf sich aufmerksam machen und sich als spannenden Interviewpartner vorstellen.

Blog erstellen

Ein Blog ist eine der einfachsten Möglichkeiten, um sich als Experte zu positionieren. Denn Journalisten nutzen sehr häufig Suchmaschinen für ihre Recherchen. Es muss also Ihr Ziel sein, bei Recherchen innerhalb Ihrer Branche auf den obersten Plätzen der Suchmaschinenergebnisse zu erscheinen.

Dabei kommt es vor allem auf den Inhalt Ihres Blogs an: Schreiben Sie nicht nur über Themen, die auf jedem Blog zu finden sind. Dadurch werden Sie nicht hervorstechen und ob die Medien sich für Sie oder Ihre Konkurrenz als Ansprechperson entscheiden, wird zur reinen Glückssache. Teilen Sie einerseits Beiträge, die die akuten Probleme Ihrer Kunden lösen, aber gehen Sie auch darüber hinaus.

Das Stichwort lautet „Thought Leadership”: Das bedeutet, dass Sie eine Vordenkerrolle einnehmen und Fragen beantworten, die sich Ihre Zielgruppe vielleicht noch gar nicht gestellt hat. Dabei besprechen Sie nicht nur aktuelle Branchentrends, sondern denken auch schon an die Zukunft. Dieses Wissen und der Mut, Themen anzusprechen, über die noch nicht viel bekannt ist, unterscheidet Sie von Ihrer Konkurrenz und macht Sie für die Medien attraktiv.

Wenn Sie ungern Texte schreiben, fühlen Sie sich vielleicht mit einem Podcast oder Videoformat wohler. Achten Sie dann aber darauf, den Inhalt gut zu beschreiben: Nur dann können Journalisten Sie über Suchmaschinen finden und schnell entscheiden, ob sich Ihr Beitrag für sie lohnt. Um „einfach so“ eine lange Podcastfolge zu hören oder ein Video anzuschauen, fehlt ihnen die Zeit.

Whitepaper erstellen

Whitepaper sind sozusagen die gesteigerte Form des einfachen Blogs. Dabei handelt es sich um Case Studies, Forschungsergebnisse oder Ratgeber, die wirklich in die Tiefe gehen. In ihnen teilen Sie Fachinformationen zu einem spezifischen Thema und zeigen so, dass Ihr Wissen nicht nur oberflächlich ist.

Sie können das Whitepaper auf Ihrer Website öffentlich zum Download anbieten. Das ist praktisch für Interessierte. Sie wissen dann aber nicht, wer sich für das Whitepaper interessiert und ob Sie Ihre Zielgruppe erreichen. Für den Download können Sie deshalb eine Anmeldung erforderlich machen. So nutzen Sie das Whitepaper auch ganz nebenbei, um Ihre Mailingliste aufzubauen. In diesem Fall ist es ratsam, in einer kurzen Zusammenfassung auf Ihrem Blog erste Einblicke in den Inhalt zu geben. Um die Details zu erfahren, müssen Nutzer sich erst anmelden und das Whitepaper dann herunterladen.

Studien veröffentlichen

Durch Ihre Kunden und die Community, in der Sie aktiv sind, haben Sie Kontakt zu einer ganz spezifischen Gruppe. Nutzen Sie dies und führen Sie eine Studie unter ihnen durch. Wenn Sie die Studie regelmäßig durchführen, gewinnt die Studie an Bekanntheit und Glaubwürdigkeit. Solche Studien werden von der Presse gerne verwendet.

Es muss aber gar nicht immer in einem großen Studienreport enden: Auch kleinere Umfragen können spannende Ergebnisse hervorbringen. Schauen Sie sich einfach einmal um, welche Studien es in Ihrer Branche bereits gibt. Finden Sie dann ein Thema, das nicht schon von zig anderen Unternehmen untersucht wurde, aber dennoch für die Öffentlichkeit von Interesse ist. Eine Studie oder Umfrage ist natürlich mit viel Aufwand und Kosten verbunden, aber mit dem richtigen Thema, lohnt es sich und kann zum echten USP für die Medien werden.

Wenn Sie eine Plattform betreiben, auf der Nutzer Daten hinterlassen, können Sie sich auch kununu zum Vorbild nehmen. Die Arbeitgeber-Bewertungsplattform wertet regelmäßig die Kommentare ihrer User zu einem bestimmten Thema aus und ermittelt so, wo die Beschäftigten am glücklichsten sind oder welche Benefits sie sich von ihrem Arbeitgeber wünschen. Das ist nicht nur für die Unternehmen selbst interessant, sondern wird auch regelmäßig von der Presse aufgegriffen.

Social Media nutzen

Vermutlich haben Sie schon diverse Social-Media-Accounts für Ihr Unternehmen, auf denen Ihnen Ihre direkte Zielgruppe folgt. Wie wäre es mit einem zweiten Account, der sich an die Medien richtet? Denn Journalisten haben ein anderes Informationsbedürfnis als Ihre Kunden. Während Alltagstipps und Mitmach-Aktionen für Kunden einen tollen Mehrwert liefern, sind sie für die Medien nicht relevant. Andersherum interessieren sich Journalisten für Branchen-Insights und Neuigkeiten aus Ihrem Unternehmen, die sich nicht als Post für Kunden eignen.

Für Journalisten werden soziale Netzwerke für die Recherche immer wichtiger werden. Insbesondere auf Twitter haben viele Unternehmen deshalb unterschiedliche Accounts, um den verschiedenen Zielgruppen gerecht zu werden.

Medien persönlich ansprechen

Mit Ihren Inhalten auf Blogs bis Social Media schaffen Sie Möglichkeiten, um als Experte von den Medien gefunden zu werden. Sie können sich ihnen aber auch einfach persönlich vorstellen! Denn so lange Journalisten nicht wissen, dass es Sie gibt, können sie auch nicht ahnen, dass Sie Experte sind.

Suchen Sie sich für den Anfang ein paar Medien heraus, die für Ihr Unternehmen wichtig sind und die regelmäßig über Ihre Branche berichten. Finden Sie heraus, welche Person für Beiträge über Ihr Expertenthema verantwortlich ist und schreiben Sie sie einfach mal an. Machen Sie in Ihrer Nachricht klar, wo genau Ihr Wissen liegt und zu welchen Themen Sie den meisten Mehrwert liefern können. Am besten verlinken Sie auch auf Ihre Blogbeiträge, Whitepaper, Studien und Social-Media-Kanäle, so dass die Ansprechperson sich direkt von Ihrem Wissen überzeugen kann. In der Regel wird sich dabei nicht direkt ein Artikel ergeben. Aber Journalisten sammeln spannende Kontakte und werden auf Sie zurückkommen, wenn ein Beitrag zu Ihrem Thema ansteht.

Fazit

Experte für die Medien werden Sie nicht über Nacht. Es dauert, bis Sie sich eine Reputation aufgebaut haben und die wichtigen Medien wissen, bei welchen Themen Sie helfen können. Wenn Sie aber in ersten Beiträgen als Experte aufgetreten sind, kann das schnell zum Schneeballsystem werden: Jeder Beitrag macht Sie bekannter und andere Journalisten lernen Sie als kompetente Ansprechperson kennen.

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