ProjektwissensmanagementDer Austausch von Projektwissen fördert den Projekterfolg

Nur wenige Projekte erreichen ihre Ziele. Ein wichtiger Faktor für diesen Misserfolg: Die Projektmitarbeiter tauschen ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu wenig aus. Umgekehrt trägt das Projektwissensmanagement dazu bei, dass Doppelarbeit und Fehler in der Umsetzung vermieden werden. Außerdem lässt sich so die Vielzahl von Projekten in den Unternehmen besser managen, wie eine Studie aufzeigt.

Auf rund 150 Milliarden Euro schätzen Experten die Schäden, die jährlich durch fehlerhafte Projektabwicklung entstehen. Und zwar allein in Deutschland. Angesichts dieser Größenordnung wird klar, welch enormes Potenzial in der Verbesserung des Managements von Projekten liegt. Welche Rolle spielt dabei der Umgang mit der strategischen Ressource Wissen?

Eine aktuelle Studie der Managementberatung Horváth & Partners und des Strascheg Institute for Innovation and Entrepreneurship (SIIE) in Kooperation mit der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. zeigt auf: Richtig angewandt verbessert Projektwissensmanagement die Effizienz und Effektivität von Projekten nachweislich.

Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen schätzen das Potenzial des Konzepts als hoch ein. Eine wichtige Erkenntnis angesichts der zunehmenden Bedeutung von Projektarbeit. Andreas Wald, Professor am Competence Center Projektmanagement des Strascheg Institute for Innovation and Entrepreneurship (SIIE) der European Business School, schätzt:

„Der Anteil der Projektarbeit an der Gesamtwertschöpfung wird sich bis 2020 in etwa versiebenfachen. Doch bisher erreichen nur 13 Prozent aller Projekte ihre strategischen und operativen Ziele.“

Bastian Hanisch von Horváth & Partners stellt fest: Die Potenziale des Projektwissensmanagements reichen von der Vermeidung von Doppelarbeit und Wiederholungsfehlern über die Verbesserung der Genauigkeit von Schätzungen bis hin zur Erzielung von Synergieeffekten in parallel ablaufenden Projekten. Das systematische Generieren von Wissen in Projekten und die strukturierte Weitergabe in neue Projekte und die Linienorganisation zahlten sich für Organisationen aus.

So ergab die Studie: Über 50 Prozent der Unternehmen mit hohem Projektwissensmanagement-Erfolg erzielen auch hohe Erfolge in der Projektabwicklung. Umgekehrt weisen 57 Prozent der Unternehmen mit geringem Projektwissensmanagement-Erfolg auch einen geringen Projekterfolg auf.

Die Untersuchung liefert außerdem Erkenntnisse über die Erfolgsfaktoren, die für die Entfaltung der bestmöglichen Wirkung des Wissensmanagements in Projekten maßgeblich sind:

  • ein konkreter Verantwortlicher und Ansprechpartner,
  • die Integration externen Wissens,
  • die systematische Förderung von Wissensaustausch auf informeller Ebene sowie eine selbsterklärende Ablagestruktur, was die Informationstechnologie betrifft.

Besondere Bedeutung hat die Unternehmenskultur. Weiche Faktoren wie gegenseitiges Vertrauen oder eine konstruktive Fehlerkultur haben großen Einfluss auf die Effizienz des Projektwissensmanagements.

Projektwissensmanagement bezeichnet das Generieren, Suchen, Speichern und Verteilen von Wissen im Projektkontext. Dabei lassen sich drei Kategorien unterscheiden:

  • Wissen innerhalb von Einzelprojekten,
  • Wissen über eine Gruppierung von Projekten,
  • Wissen aus der Durchführung vergangener Projekte.

Die Studie wurde durchgeführt von Horváth & Partners und Strascheg Institute for Innovation and Entrepreneurship (SIIE) der European Business School (EBS) in Kooperation mit der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. Sie liefert Erkenntnisse über das Potenzial und die Erfolgsfaktoren von Wissensmanagement in der Projektarbeit.

An der Befragung nahmen 496 Personen aus Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Größen sowie öffentliche Organisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Ein ausführlicher Studienbericht kann gegen eine Schutzgebühr von 59 Euro (PDF 49 Euro) im Buchhandel oder direkt über den Cuvillier-Verlag bezogen werden: www.cuvillier-verlag.de.

[jf; Bild: Fotolia.com]

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