QualifizierungPotenzialträger im Unternehmen entdecken und fördern

Immer mehr Unternehmen in Deutschland erkennen, dass sie in den eigenen Reihen noch viele ungenutzte Potenziale aktivieren können. Für 93 Prozent ist die systematische Qualifizierung ihrer Mitarbeiter der beste Ansatzpunkt. Die Weiterbildungsaktivitäten sollten individuell auf die Mitarbeiter abgestimmt sein, um eine Wirkung zu erzielen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der ATOSS Software AG und der DEKRA Akademie GmbH. Die Untersuchung sollte herausfinden, ob und wie sie sich mit den Potenzialen innerhalb ihrer Belegschaft auseinandersetzen. Fast alle Befragten (89 Prozent) sehen einen Bedarf, die „Rohdiamanten“ unter den eigenen Mitarbeitern zu entdecken und zu fördern. Gefragt nach den Werkzeugen, um dieses Ziel zu erreichen, nannten über drei Viertel (78 Prozent) der HR- und Linienmanager die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter.

Vorbild Führungskraft

Für noch wichtiger als qualifizierte Mitarbeiter halten die Befragten eine gute Führungsmannschaft. 85 Prozent sind der Meinung, die Qualifizierung des Managements ist letztlich ausschlaggebend für die Leistungsfähigkeit der Belegschaft. 81 Prozent der Unternehmen sind außerdem der Meinung, dass Führungskräfte in puncto erwarteter Leistung und Verhalten Vorbilder sein müssen, um die Stärken ihrer Mitarbeiter für das Unternehmen nutzbar zu machen. Vor allem kleinere Unternehmen und Produktionsbetriebe achten überdurchschnittlich stark auf ihre Wertekultur.

Individuelle Weiterbildung gefragt

Die interviewten HR- und Linienmanager haben konkrete Vorstellungen von der idealen Gestaltung ihrer Qualifizierungsstrategien: Weiterbildungsaktivitäten sollten individuell auf die Mitarbeiter abgestimmt sein, um eine Wirkung zu erzielen (13 Prozent). Zwölf Prozent sind der Meinung, dass der Durchführung einer Qualifizierungsmaßnahme eine genaue Bedarfsanalyse vorausgehen sollte: Welche Anforderungen sind durch die Position gegeben? Wo liegen die Schwächen des Mitarbeiters? Worin besteht Qualifizierungsbedarf?

Ein  systematisches IT-gestütztes Qualifikationsmanagement scheint in Deutschland noch nicht an der Tagesordnung zu sein. Nur 57 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über spezielle Software für diesen Zweck. Weitere 23 Prozent wollen jedoch in Systeme für Qualifikationsmanagement investieren. Die befragten Führungskräfte haben also erkannt, dass es künftig noch mehr darauf ankommt, die Qualifikation der eigenen Mitarbeiter zu messen und etwaige Maßnahmen systematisch zu steuern. Dr. Peter Littig, Direktor Bildungspolitik/-strategie bei der DEKRA Akademie GmbH meint dazu:

„Trotz vieler Unkenrufe ist die Personalentwicklung durch Weiterbildung immer noch eine vielversprechende Methode, um Unternehmen auf die Anforderungen des Marktes vorzubereiten. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels kommt es jetzt darauf an, Qualifizierungskonzepte und -programme nachhaltig zum Fliegen zu bringen, indem sie gezielt angewendet werden. Das sogenannte Gießkannenprinzip kann sich keiner mehr leisten.“

Zur Studie:

Im Rahmen der Studie „Digging for Diamonds – Verborgene Potenziale im Unternehmen heben“ wurden 272 HR- und Linien­manager deutscher Unternehmen befragt.

Die Studie wurde im Juli 2008 veröffentlicht und ist für 199,- € zzgl. MwSt. zu beziehen unter www.maisberger.de/...

[po; Quelle und Grafik: Atoss; Bild: Fotolia.com]

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