Reden von Managern

Telekom-Boss René Obermann ist auch beim Sprechen top. Hier lesen Sie das Endergebnis der Studie zur Verständlichkeit deutscher Top-Manager.

Zur Erinnerung: Brettschneider hatte untersucht, wie verständlich die 30 führenden Manager Deutschlands auf Jahreshauptversammlungen sprechen. Nun liegt das abschließende Ergebnis seiner Untersuchung vor. Danach hat Daimler-Chef Dieter Zetsche seinen Spitzenplatz im Ranking an René Obermann von der Telekom verloren. Noch zur Halbzeit führte Zetsche das Feld an, wenn auch mit mittelmäßigen Werten.

Die von Brettschneider, Leiter des Fachgebiets Kommunikationstheorie an der Universität Hohenheim, für die Untersuchung verwendete Software durchleuchtete die Reden nach formalen Gesichtspunkten. Unter anderem ermittelte das Programm den Abstraktheitsgrad der Reden, den Fremdwort-Anteil und die Satzkomplexität. Zusammen mit weiteren Merkmalen wie dem „Fass-Dich-Kurz-Index“ ergab dies einen Verständlichkeitswert auf einer Skala von 0 (so verständlich wie eine Doktorarbeit) bis 10 (so verständlich wie Radio-Nachrichten).

Manager verpassen ihre Chancen

Im Laufe der zweiten Halbzeit zogen gleich drei Manager-Kollegen an Zetsche vorbei. Ganz oben auf dem Treppchen steht Telekom-Chef René Obermann mit 7,2 Punkten auf der Verständlichkeitsskala. Silber geht an Norbert Reithofer von BMW (6,5 Punkte). Platz drei erreicht der Vorstandsvorsitzende von Infineon, Peter Bauer (5,9 Punkte). In einer Presseinformation äußert sich Brettschneider zu den Ergebnissen:

Die Verständlichkeit vieler Spitzen-Manager lässt sehr zu wünschen übrig. Die Jahreshauptversammlung ist für einen Vorstandsvorsitzenden eine gute Gelegenheit, seine Botschaft öffentlichkeitswirksam zu platzieren. Diese Chance wird selten genutzt.“

Stattdessen ergingen sich die Führungskräfte in vernebelnden Begriffen wie „Venture-Capital-Tochtergesellschaft“, „Options- oder Wandelschuldverschreibungen“ oder „Multi-Channel-Strategie“.

Neue Verlierer gibt es im Rankingkeller: BASF-Chef Kurt Bock (3,2 Punkte) ist seinen Ruf als unverständlichster Manager der DAX-30-Unternehmen los. Der Studie zufolge liegt er jetzt gleichauf mit Norbert Steiner, dem Vorstandsvorsitzenden von K+S. Zwölf Manager haben sogar noch schlechtere Verständlichkeitswerte als Bock und Steiner erreicht. Deshalb finden sich die beiden in der Endauswertung nunmehr im Mittelfeld der Tabelle wieder. Das neue Schlusslicht ist Wolfgang Reitzle, der Vorstandsvorsitzende der Linde AG. Er schaffte nur einen einzigen Punkt auf der Hohenheimer Verständlichkeitsskala.

Quelle: Universität Hohenheim

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