Risiko HandyUnternehmen kümmern sich wenig um Verlustrisiken

Unternehmen nehmen Risiken durch beruflich genutzte Mobiltelefone auf die leichte Schulter. Vorschriften für den Schadensfall sind nur in wenigen Fällen definiert.

Mobiltelefone gehören längst zu den üblichen Arbeitsmitteln: Mitarbeiter wollen heute unabhängig von Ort und Arbeitszeit kommunizieren. Dass mobile Systeme auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen, wird dabei oft übersehen. Kommt ein beruflich genutztes Handy abhanden, so eröffnet sich dem Finder oder Dieb immer auch ein Zugang zu Unternehmensdaten, und sei es nur zu Kontakt- und Termininformationen. Die Vorkehrungen, die Unternehmen und Mitarbeiter dagegen treffen, sind jedoch meist unzureichend. Zu diesem Ergebnis gelangt die Studie „2013 Mobile Enterprise Risk Survey“ von Absolute Software, einem Anbieter von Lösungen zur Verwaltung und zum Schutz von Computern und mobilen Geräten.

Vorkehrungen gegen Schadensfälle sind unzureichend

Befragt wurden 750 Erwachsene in Deutschland, die Mobiltelefone beruflich nutzen und in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern beschäftigt sind. Acht Prozent der Befragten hatten der Umfrage zufolge bereits mindestens einmal den Verlust eines Handys zu verzeichnen. Dabei hätten 21 Prozent den Verlust sofort bemerkt, 55 Prozent innerhalb von vier Stunden, 21 Prozent innerhalb von vier bis acht Stunden und bei 3 Prozent dauerte es länger als acht Stunden. Bei der Mehrzahl der Verlustfälle wäre also ausreichend Zeit für einen unberechtigten Datenzugriff gewesen.

Die Vorkehrungen gegen derartige Schadensfälle sind nach Angaben der Studienautoren jedoch generell unzureichend. Formelle Prozeduren beim Verlust eines Mobiltelefons seien meist nicht definiert; seien sie dennoch definiert, würden sie häufig nicht an alle Mitarbeiter kommuniziert. Entsprechende Vorschriften bestehen demnach nur in rund einem Drittel der Unternehmen und wurden auch allen Handy-Nutzern bekannt gemacht. 16 Prozent der Befragten gab an, Verfahren seien zwar festgelegt, aber nicht alle wüssten darüber Bescheid. Diese Unternehmen stellen also mutmaßlich Regeln auf und kümmern sich nicht um deren Umsetzung. Gleichzeitig halten 70 Prozent der Befragten die Sicherheitskultur ihres Unternehmens für strikt.

Aufwand für die Wiederherstellung von Daten wird unterschätzt

Auch hinsichtlich des Aufwands und der Kosten, die aus dem Verlust eines Handys entstehen können, haben die Befragten nur eine unzureichende Vorstellung. So schätzen 27 Prozent die Zeitdauer, bis alle auf einem abhandengekommenen Handy gespeicherten Anwendungen, Inhalte oder Einstellungen wiederhergestellt sind, auf weniger als eine halbe Stunde. Realistisch ist laut Studienautoren ein Zeitfenster von mindestens zwei Stunden.

„Unternehmen und ihre Mitarbeiter nehmen die Risiken des Verlustes eines beruflich genutzten Mobiltelefons noch immer auf die leichte Schulter“, erklärt Margreet Fortuné, Regional Manager DACH, Benelux & Eastern Europe bei Absolute Software in einer Presseinformation. Rund zwei Drittel der Unternehmen hätten keine Verfahren für den Umgang mit Schadensfällen sicher verankert. Dies sei überaus fahrlässig, denn in solchen Fällen sei eine schnelle Reaktion unerlässlich, beispielsweise durch die Remote-Sperrung eines Accounts.

Wenn aber zugleich die überwiegende Zahl der Befragten der Sicherheitskultur ihres Unternehmens trotzdem ein gutes Zeugnis ausstellen, so zeige das, wie schwach das Problembewusstsein hier ausgeprägt sei. Gerade vor dem Hintergrund des Trends zu „Bring Your Own Device“ (BYOD), der voraussichtlich noch mehr mobile Systeme ins Unternehmen bringen wird, müsse das dringend verändert werden, so Fortuné weiter.

Quelle: PR-COM GmbH

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