Rückflug gestrichenWas Mitarbeiter bei einem Flugausfall tun müssen

Ausfall des Rückflugs auf Dienstreise oder im Urlaub? Das Arbeitsrecht sieht in diesem Fall bestimmte Pflichten für Arbeitnehmer vor.

Arbeitgeber informieren

Sitzen Mitarbeiter, die sich auf einer Dienstreise oder im Urlaub befinden, zum Beispiel wegen starken Schneefalls auf einem Flughafen fest, sollten sie ihren Arbeitgeber sofort darüber informieren. Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber durch die Berichterstattung in den Medien von dem Wetterereignis Kenntnis nehmen kann und damit rechnen muss, dass ein Teil seiner Belegschaft festsitzt.

Bei der Information des Arbeitgebers sollten Mitarbeiter auch sagen, wie lange sie voraussichtlich nicht an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können. So kann der Arbeitgeber die Arbeitsabläufe besser planen.

Wird der Arbeitgeber nicht oder zu spät informiert, stellt das eine Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten des Arbeitnehmers da und rechtfertigt eine Abmahnung.

Sich um eine alternative Rückreisemöglichkeit kümmern

Arbeitnehmer müssen sich bei längeren Flugausfällen selbst um eine alternative und zumutbare Rückreisemöglichkeit bemühen. Allerdings ist es dabei vom konkreten Einzelfall abhängig, welches Verkehrsmittel zumutbar ist. Innerhalb Deutschlands oder Europas etwa dürfte es unproblematisch sein, wenn Mitarbeiter eine andere Fluggesellschaft oder eine Rückreise mit der Bahn wählen.

Reisekostenrichtlinie beachten

Der Arbeitgeber entscheidet über die Wahl des Verkehrsmittels und über die dafür aufzuwendenden Kosten. Wer sich bei der Rückreise also um ein alternatives Verkehrsmittel bemüht, das im Vergleich zum ursprünglichen wesentlich teurer ist, darf nicht erwarten, dass der Arbeitgeber automatisch die Fahrtkosten dafür erstattet. Beispiel: Rückreise aus Italien nach Deutschland mit dem Taxi.

Experten raten: Können Mitarbeiter auf einer Dienstreise oder im Urlaub ihren Arbeitgeber nicht erreichen und ihn über die verspätete Ankunft informieren, sollten sie sich beim Organisieren einer alternativen Rückreisemöglichkeit an die im Unternehmen geltende Reisekostenrichtlinie halten.

Vereinbarung über nicht verschuldete Fehlzeiten treffen

Die aufgrund eingeschränkten Flugverkehrs oder eines Flugverbots angefallenen Fehltage müssen Arbeitgeber nicht bezahlen. Weil der Arbeitnehmer in einem solchen Fall von seiner Pflicht zur Erbringung der Arbeitsleistung befreit ist, muss im Umkehrschluss auch der Arbeitgeber keinen Lohn zahlen (Grundsatz: Kein Lohn ohne Arbeit).

Wollen Mitarbeiter vermeiden, dass sie für nicht verschuldete Fehlzeiten keinen Lohn erhalten, sollten sie mit ihrem Arbeitgeber eine Vereinbarung treffen und sich eventuelle Urlaubstage anrechnen lassen oder Überstunden abbauen.

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