SelbstmanagementZiele über eine positive Haltung erreichen

Ziele werden am ehesten erreicht, wenn sie mit einem positiven Gefühl besetzt sind. Erst dann beginnen wir unser Handeln danach auszurichten.

Führungskräfte und Mitarbeiter – sie alle sollen in einem vorgegebenen Rahmen Ziele erfüllen. Passiert das nicht, beginnt meist eine fieberhafte Suche nach den Fehlern. Es herrscht der Glaube vor: Wenn alle die Regeln befolgen, muss es doch eigentlich irgendwie gehen. Dieses Denken hat in den klassischen Theorien und Strategien der Unternehmensführung, und damit auch in der Menschenführung, bisher Priorität. Aber wie unternehmerischer Erfolg mit Gefühlen zusammenhängt, wurde bislang, wenn überhaupt, eher naserümpfend behandelt. Dabei sind es schließlich unsere Gefühle, die unser Verhalten steuern. Ob wir es wollen oder nicht. Unsere Gefühle können wir nicht zu Hause lassen oder beim Pförtner am Werkstor abgeben.

Haltung kommt vor Handlung!

Warum viele Zielvereinbarungen nicht erfüllt werden, liegt nicht in erster Linie an der Nichtbefolgung von Abmachungen oder der nicht ausreichenden Berücksichtigung von Fakten. In vielen Fällen fehlt die Intention, entsprechend handeln zu wollen (Volition). Damit das passiert, brauchen Mitarbeiter und Führungskräfte ein starkes positives Gefühl als Sinngeber. Menschen können nur zielorientiert handeln, wenn sie eine positive Haltung und daraus eine handlungswirksame Absicht entwickeln. Haltung kommt vor Verhalten, kommt vor Handlung! Nach den Erkenntnissen der Neurowissenschaft müssen wir die in unserem Gehirn festgelegte Zielhierarchie berücksichtigen, um ein Ziel zu erreichen:

Da ist zunächst das Haltungsziel. Bevor Mitarbeiter oder Führungskräfte sich für etwas engagieren, benötigen sie eine starke Absicht. Ihre Haltung resultiert aus ihren Ressourcen, aus dem, was gut tut. Mit diesen motivierenden Kraftquellen fühlen sie sich sicher und spüren, dass sie es schaffen werden.

Dann das Ergebnis- oder Sachziel. Erst wenn Mitarbeiter und Führungskräfte eine echte Absicht spüren, können sie kognitive, an Fakten messbare Ziele zweifelsfreier formulieren und effektiv umsetzen.

Schließlich das Verhalten. Die in diesem Schritt erarbeiteten Maßnahmen, wie zum Beispiel To-do-Listen oder Wenn-Dann-Pläne, werden konsequenter umgesetzt, weil sie auf einer ressourcenorientierten inneren Haltung basieren.

Subjektive Menschenbilder beeinträchtigen unser Handeln

Ob also beispielsweise Mitarbeiter oder auch Kunden überzeugt werden, hängt davon ab, welche Haltung jemand zu den jeweiligen Personen und dem Thema hat. Machen sich hier eher negative Gedanken oder Zweifel bemerkbar, wird das Ziel eher schwammig und das Vorgehen eher erfolglos sein. Denn: Ob Mitarbeiter oder Kunden „schwierig“ sind, ist das Ergebnis eines subjektiven und damit verzerrten Menschenbildes im Kopf jedes Einzelnen. Sie haben mit der Wirklichkeit selten etwas gemein, beeinträchtigen aber unser Handeln. Diese Assoziationen zehren an der Energie und haben eher Vermeidungs- oder Angriffsverhalten zur Folge. Es fehlen dringend benötigte Ressourcen, um diese Situationen zielorientiert zu meistern.

Unsere Ressourcen helfen uns, Ärger und Enttäuschungen zu überwinden. Sie stehen uns zur Verfügung, wenn wir erfolgreich Prüfungen bestehen, Gehaltswünsche durchsetzen, wichtige Verkaufsabschlüsse erzielen oder Karriere machen. Um es mit einem neuro-physiologischen Bild zu beschreiben: Wir fahren dann im Gehirn auf den Datenstraßen, die uns stark sein lassen, weil sie mit einem positiven Gefühl verbunden sind. Dies wiederum wirkt sich positiv auf unsere Gedanken aus.

Erinnerung an Positives macht eigene Stärken bewusst

Nichts ist für den persönlichen Erfolg wichtiger, als diesen Erfolg möglichst oft zu spüren. Das bedeutet auch, sich seiner Erfolgsfaktoren stets bewusst zu sein, dann stehen diese Ressourcen auch in besonders herausfordernden Situationen schnell zur Verfügung. Um diese Stärken, Kompetenzen und positiven Emotionen bewusst zu machen, helfen zum Beispiel Erinnerungen an bereits erfolgreich gelöste Probleme. Dazugehörige Fragen können sein: Was habe ich damals besonders gut gemacht? Wie habe ich mich vorher gefühlt und wie danach? Was hat mir Kraft gegeben, und wo habe ich diese besonders gespürt? Mit diesen Erinnerungshilfen als Anker leben die inneren Ressourcen wieder auf und können neu genutzt werden.

Fazit

Wer Ziele erreichen will, sei es als Führungskraft oder als Mitarbeiter, sollte stets überprüfen: Ist dieses Ziel mit einem starken positiven Gefühl verbunden? Löst es eine absichtsvolle Haltung bei mir oder meinen Mitarbeitern aus? Sind genügend Ressourcen vorhanden, um das Ziel zu erreichen? Der Lohn für dieses Vorgehen ist eine optimale Zielkultur, aus der ein effizienterer wirtschaftlicher Output erwachsen kann. Ganz nebenbei werden dadurch selbstverantwortliches Handeln und eine konstruktive Kommunikation gefördert.

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