Smart Meter für UnternehmenVorteile und Nachteile des intelligenten Stromzählers

Mit Smart Metern kann der Stromverbrauch besser kontrolliert und so Energie eingespart werden. Welche Vor- und Nachteile haben Smart Meter und mit welchen Kosten müssen Unternehmen rechnen?

Smart Meter sollen genau bestimmen können, wie viel Strom elektrische Geräte im Unternehmen verbrauchen. Das beginnt bei der Bürolampe und endet bei der Kühlanlage. Zum Endtermin 2022 sollten Smart Meter für Großkonsumenten mit einem Jahresverbrauch von 6.000 bis 10.000 Kilowattstunden (kWh) obligatorisch sein. Von dieser Regelung sind also hauptsächlich Unternehmen betroffen.

Durch die Liberalisierung des Messwesens, die einen freien Markt für Messeinrichtungen in der Energiewirtschaft ermöglicht, können Unternehmen zumindest bestimmen, wer die Smart Meter in Zukunft einbaut. Entweder der bereits vorhandene zuständige Stromnetzbetreiber oder ein Messstellenbetreiber vom freien Markt, der jedoch über eine entsprechende Konzession für den Zugang zum jeweiligen Stromnetz verfügen muss.

Zu den Hauptkompetenzen der Messstellenbetreiber gehören die Entwicklung und der Betrieb von intelligenten Zählern und Webportalen, das Energiedatenmanagement, das Smart Metering, die Gateway-Administration, einheitliche Messdienstleistungen, Energie-Controlling und Energie-Beratung.

Smart Meter helfen beim Umdenken bezüglich des Stromverbrauchs

Smart Meter sollen die Kontrolle und Transparenz bezüglich des Stromverbrauchs in Unternehmen verstärken. Mit der Technologie können Unternehmen in Sekundenschnelle ermitteln, wie viel Strom einzelne Geräte verbrauchen.

Durch Apps wird der Stromverbrauch visualisiert und kann dadurch besser nachvollzogen werden. Je nach Service des Messstellenbetreibers können Unternehmen selbst ermitteln, welche Geräte zu viel Strom verbrauchen, wo Strom eingespart werden kann oder ob ein Tarifwechsel beziehungsweise der Wechsel des Stromlieferanten lohnt.

Studien prognostizieren, dass durch den Einbau eines Smart Meter die Energiekosten im Schnitt um 5 bis 10 Prozent gesenkt werden können. Energie wird aber nicht durch die Nutzung der Smart Meter an sich eingespart, sondern das durch die Smart-Meter-Technologie bedingte Umdenken bezüglich des eigenen Verbraucherverhaltens.

Mögliche Nachteile bei Energiesparlampen und beim Datenschutz

Eine Studie der Universitäten Twente und Amsterdam zeigte aber auch, dass bei Smart Metern Messfehler nicht ausgeschlossen werden können. Besonders stark waren die Abweichungen bei LED- und Energiesparlampen, deren Helligkeit über einen Dimmer gedrosselt werden kann. Dadurch entstehen mitunter nicht erwartete Mehrkosten.

Ein zweiter kritischer Punkt, der in diesem Zusammenhang diskutiert wird, betrifft den Datenschutz, denn Smart Meter sammeln Daten, durch die sich leicht Rückschlüsse auf Produktionsverfahren von Unternehmen ziehen lassen.

Bestimmte Voraussetzungen für den Einbau von Smart Metern gibt es nicht. Einige Messstellenbetreiber bieten jedoch branchenspezifische Lösungen an, zum Beispiel für Bäckereien, das Finanz- und Versicherungswesen oder den Einzelhandel. Je nach Betrieb gibt es hier spezielle Geräte, bei denen sich die Kosten für den Energieverbrauch effizient senken lassen. Im Einzelhandel etwa kann der Verbrauch von Kühlungen, Lüftungen und Beleuchtungen mittels Energiecontrolling ermittelt, Benchmarks festgelegt und eine Strategie zur Senkung der Kosten erstellt werden.

Kosten für den Einbau von Smart Metern

Die Kosten für die Smart Meter setzen sich aus den Installationsgebühren und den jährlichen Betriebskosten zusammen. Die jeweiligen Stromnetzbetreiber berechnen für die Installationsgebühren nichts. Bei den privaten Messstellenbetreibern liegen die Preise etwa zwischen 65 und 80 Euro.

Für die jährlichen Kosten gibt es festgelegte Obergrenzen. Diese liegen für Konsumenten mit einem Stromverbrauch zwischen 6.000 und 10.000 kWh bei 100 Euro. Die jährlichen Kosten der privaten Messstellenbetreiber beginnen teilweise bereits bei rund 70 Euro. Die jährlichen Kosten zahlen Verbraucher auch jetzt bereits ohne Smart Meter. Doch die anfallenden Kosten holen sich die Stromnetzbetreiber bei den Energielieferanten zurück, die die Beträge wiederum den Konsumenten indirekt über die Stromrechnung in Rechnung gestellt haben. Der Smart-Meter-Rollout bringt zumindest in diesem Punkt mehr Kostentransparenz.

Wie funktioniert ein Wechsel des Messstellenbetreibers?

Wer den Messstellenbetreiber wechseln möchte, kann einfach einen der Anbieter auf dem freien Markt kontaktieren. Dieser setzt sich dann mit dem jeweiligen Stromnetzanbieterbetreiber in Verbindung und kümmert sich um die Abstimmung des Zählerwechsels. Je nach Größe des Unternehmens kann der Messstellenbetreiber ein individuelles Angebot bezüglich des digitalen Wechsels machen. Pauschallösungen sind kaum möglich.

Ist die Entscheidung gefallen, wird ein Termin mit dem Techniker des neuen Messstellenbetreibers vereinbart und die neuen Smart Meter werden installiert. Der Zähler ist direkt mit dem Internet verbunden und übermittelt die Daten an den Energieversorger und an ein Portal, mit dem Unternehmen den Stromverbrauch besser analysieren können. Allerdings bereiten sich die jeweiligen Stromnetzbetreiber hardware- und informationstechnisch auf den Wechsel vor, so dass für Unternehmen kein zwingender Handlungsbedarf für den Wechsel des Messstellenbetreibers besteht.

Dazu im Management-Handbuch

Ähnliche Artikel

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
OK