Smartphones und mobile Systeme im Business

Mobile Apps oder Tablet-PCs versprechen mehr Effizienz im Business-Alltag. Fünf Erfolgsfaktoren, wie das in der Praxis tatsächlich gelingen kann.

Mobile Apps, zum Beispiel für Smartphones oder Tablet-PCs, versprechen Unternehmen höhere Effizienz und Produktivität. Standardlösungen aus den App-Stores der Plattformanbieter erfüllen diese Versprechen jedoch oft nur bedingt. Besonders nutzbringend sind stattdessen individuell angepasste oder entwickelte Lösungen, die Unternehmen an vorhandene IT-Systeme und Datenbestände anbinden. Zugleich bringen mobile Plattformen durch Trends wie „Bring your own Device“ viele zusätzliche Herausforderungen für den Einsatz im Geschäftsumfeld mit.

BYOD

Bring Your Own Device (BYOD) beschreibt den Trend, dass Mitglieder von Organisationen ihre eigenen Mobilgeräte in die Organisation mitbringen und damit auf Organisationsserver zugreifen und auch Organisationsdaten auf den persönlichen Geräten verarbeiten und speichern. BYOD kann für Organisationen ein Sicherheitsrisiko darstellen, da unter Umständen solche Geräte nicht so administriert werden können wie organisationseigene.

Quelle: Wikipedia

Damit solche Apps nicht zum Sicherheitsrisiko werden und die gewünschte Funktionalität sowie einen effizienten Business-Einsatz bieten, sollten Unternehmen die folgenden Erfolgskriterien berücksichtigen:

1. Anforderungen an mobile Systeme genau definieren

Mobile Systeme weisen vor allem im Vergleich zu stationären Computern eine Reihe neuer Anforderungen auf, die Unternehmen berücksichtigen müssen. So sind zum Beispiel Smartphones in der Regel nicht über ein sicheres Netzwerk mit dem Rest des Unternehmens verbunden, sondern nutzen je nach Standort GSM, UMTS oder öffentliches WLAN. Darüber hinaus existiert oft eine Vielzahl unterschiedlicher, teils privat beschaffter Geräte. Dies müssen Unternehmen bei der Anforderungsanalyse berücksichtigen.

Auch sollten Businessexperten und Qualitätssicherung (QS) bei der Anforderungsdefinition eng zusammenarbeiten. Dies stellt sicher, dass Unternehmen systematisch und überprüfbar festlegen, welche Eigenschaften die mobile Software am Ende aufweisen soll. Zudem beschleunigt eine saubere Anforderungsdefinition Software-Entwicklung und -Test.

2. „Qualitäts-Fingerabdruck“ erstellen

Zwar unterscheiden sich die Qualitätskriterien mobiler und herkömmlicher stationärer Software nicht voneinander. Im Mittelpunkt stehen vor allem Funktionalität, Sicherheit, Performance, leichte Bedienbarkeit, Zuverlässigkeit, Übertragbarkeit und Wartbarkeit. Allerdings müssen diese Kriterien bei mobilen Lösungen meist anders gewichtet werden. Der sogenannte „Qualitäts-Fingerabdruck“ sieht anders aus. Mobile Software muss etwa besonders sparsam mit Hardware-Ressourcen umgehen, um Akkulaufzeiten zu schonen.

Auch das Thema Sicherheit muss bei mobilen Systemen noch ernster genommen werden als bei der herkömmlichen IT. Denn mobile Geräte verfügen über wesentlich mehr Schnittstellen. Auf Hardwareseite sind das etwa WiFi, auf Softwareseite beispielsweise Social-Media-Apps. Über diese Schnittstellen tauschen mobile Systeme permanent Daten über das Internet aus. Jede zusätzliche Schnittstelle erhöht dabei das Sicherheitsrisiko und ist ein potenzielles Einfallstor in das Gerät und damit auch in die Unternehmens-IT.

3. Qualitätssicherung systematisieren

Die grundlegenden Verfahren der Software-Qualitätssicherung und des Software-Testens bleiben bei mobilen Systemen gleich. Deshalb sollten Unternehmen das Rad nicht neu erfinden und keinesfalls eine separate QS für mobile Systeme einführen. Vielmehr gilt es, die bereits bestehende QS weiter zu systematisieren und zu professionalisieren, damit der bei mobilen Systemen besonders kurze „Time-to-Market“ erreicht werden kann. Insbesondere muss die QS ein effektives Management der zahlreichen Varianten mobiler Software gewährleisten – zum Beispiel unterschiedliche Betriebssysteme wie iOS oder Android, aber auch unterschiedliche Geräteklassen wie Smartphones oder Tablet-PCs.

4. Werkzeugkasten anpassen

Zwar greifen die traditionellen Verfahren der Software-Entwicklung und -Qualitätssicherung auch bei mobilen Systemen. Doch die klassischen Werkzeuge sind bei iOS, Android und Co. vielfach nicht mehr einsetzbar. Deshalb müssen Unternehmen zusätzlich neue Tools anschaffen und diese in ihre standardisierten Testabläufe integrieren. Dabei gilt es auch, neuartige Testwerkzeuge in Betracht zu ziehen, um bislang weniger berücksichtigte Qualitätskriterien wie Sicherheit oder Effizienz sinnvoll testen zu können. Ein Beispiel hierfür ist das sogenannte „Fuzzing“, das in einer Art Stresstest die Schnittstellen mobiler Systeme bombardiert mit dem Ziel, diese aufzubrechen. Auf diese Weise lassen sich eventuelle Probleme in den Bereichen Sicherheit oder Robustheit aufspüren.

5. Flexible Entwicklungsmethoden wählen

Bei der Entwicklung und Einführung mobiler Systeme sind flexible Vorgehensmodelle unerlässlich, da sich mobile Produkte wesentlich schneller und häufiger ändern als die der klassischen Informationstechnologie. Zu empfehlen sind deshalb sogenannte iterativ-inkrementelle oder agile Entwicklungsmodelle, welche die Systemanforderungen und ihre Umsetzung viel häufiger auf den Prüfstand stellen als zum Beispiel sogenannte sequenzielle Vorgehensweisen. Zudem sollten im gewählten Vorgehensmodell die Anwender eng in die Anforderungsdefinition eingebunden sein. Ebenso wie eine frühzeitige Anforderungsdefinition und die Systematisierung der Qualitätssicherung allgemein reduziert dies den „Time-to-Market“ erheblich.

Quelle: SQS Software Quality Systems AG

Dazu im Management-Handbuch

Ähnliche Artikel

Excel-Tipps