SprechenDie Stimme richtig einsetzen

Wie spreche ich, um glaubwürdig zu wirken? Wie setze ich die Stimme in Verhandlungen ein und wie vermeide ich, zu schnell zu sprechen?

Ob im Meeting, am Telefon, bei einer Rede oder im Bewerbungsgespräch: Ihr Ziel erreichen Sie, wenn Sie auf die richtige Stimme achten.

Welche Stimmlage suggeriert Glaubwürdigkeit und Vertrauen?

Jeder Mensch besitzt einen bestimmten Stimmumfang, abhängig von der Länge seiner Stimmlippen. Stellen Sie sich diesen Umfang wie die Tastatur eines Klaviers vor. Teilt man diese in drei Teile, ist die Stimme im unteren Drittel am entspanntesten; hier befindet sich die sogenannte Indifferenzlage. Diese fühlt sich für viele tiefer an als sie gewöhnlich sprechen.

Es geht aber nicht darum, absichtlich tief zu sprechen, denn das kann sehr verspannen. Es geht darum, entspannte Töne zu finden, von denen aus wir einen freien stimmlichen Ausdruck bekommen. Gelassene Töne suggerieren Glaubwürdigkeit und Vertrauen, für uns selbst und den Zuhörer. Diese stimmliche Entspannung finden wir über Genuss. Beispiel: „Hmmmmm, Schokolaaade“.

Wie verbirgt man Aufregung und Unsicherheit in der Stimme?

Aufregung zeigt sich in hohen, schrillen Tönen. Unsicherheit lässt die Stimme zittern und bröckeln. Wir können diese emotionalen Zustände verbergen, indem wir die Stimme entspannen und beim Sprechen geführt ausatmen. Aufregung und Unsicherheit lassen den Atem in die hohen Atemräume wandern, in den Brustbereich. Je tiefer der Atem kommt, desto lockerer ist auch die Stimme. Wir nehmen also bewusst den Druck aus der Kehle und atmen ruhig aus. Das fördert die tiefe, entspannte Atmung und damit auch eine lockere, ruhige Stimme.

Wie lässt sich zu schnelles Sprechen vermeiden?

Hier ist die Artikulation ein probates Mittel. Lassen Sie sich die Worte im Munde zergehen, lassen Sie es sich förmlich schmecken zu sprechen! Nehmen Sie ganz bewusst den Mundraum wahr, denn Selbstwahrnehmung bremst das Tempo. Bei manchen Menschen lohnt es sich, den Mundraum auszunutzen und vokalbetont zu sprechen. Andere können die Konsonanten nutzen, um aus dem stimmlichen Fast Food einen Ohrenschmaus zu machen. In beiden Fällen hilft die sinnliche Aussprache, um das Tempo zu drosseln.

Eine weitere Technik: Punkte und Pausen. Es geht oft so schnell mit dem Sprechen, weil Menschen ohne Punkt, aber mit viel Komma sprechen. Gemeint ist hier, die Melodie nach einem wichtigen Bild oder einer wichtigen Information gezielt abzusenken und einen Punkt zu sprechen. So wird die Sprache knapper. (Punkt. Pause.) Die Zuhörer haben in der Pause die Chance, das Gesagte zu verdauen. (Punkt. Pause.) So wird das Sprechtempo insgesamt gedrosselt. Stellen Sie sich einfach vor, dass die Zuhörer innerlich auf Ihre Informationen antworten, dann klappt es auch mit der Pause. Mit dieser Technik entwickeln Sie Ihre Gedanken Schritt für Schritt beim Sprechen. Der Zuhörer kann Ihnen gut folgen.

Welche Stimmlage führt am ehesten zu Verhandlungserfolgen?

Das hängt sehr von der Persönlichkeit des Menschen ab. Auch die Absicht des Sprechenden spielt eine wichtige Rolle:

  • Will ich in der Verhandlung Engagement und Aktivität rüberbringen?
  • Will ich überzeugen und begeistern?

Von der Indifferenzlage aus moduliere ich dann etwas stärker, setze Impulse in die Sprache, arbeite mit dem Körper.

Will ich pokern und so wirken, als habe ich es gar nicht nötig, mich auf irgendwelche Kompromisse einzulassen? Dann bleibe ich mit wenig Melodie gelassen in der entspannten Stimmlage und lasse die Sachlichkeit sprechen. Diese transportiert sich durch geringe Modulation und einer gewissen Distanz zum Verhandlungsgegenstand. Die Basis ist also immer die Indifferenzlage, der Genusston. Dann schaue ich, wohin die Reise geht: Spreche ich engagiert wie ein Sportreporter oder bleibe ich diplomatisch wie ein Nachrichtensprecher?

Wie setzen Frauen ihre Stimme richtig ein?

Es gibt in der Stimmarbeit kein „richtig“ und „falsch“. Es gibt „stimmig“ und „unstimmig“, gemessen an der jeweiligen Situation. Frauen müssen nicht wie Männer klingen, um im Business zu bestehen. Aber: Eine piepsige, leise Stimme ist den Aufgaben einer Führungskraft eher nicht angemessen, also nicht stimmig. Auch hier entscheide ich wieder: Säusele ich dem Liebsten am Strand etwas ins Ohr oder gebe ich als Führungskraft notwendigerweise gerade den Ton an? Hier sollten auch Frauen in der Lage sein, im Brustton der Überzeugung zu sprechen, um sich zu behaupten oder um andere zu überzeugen.

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