StellungnahmeWie DAX-30-Unternehmen über Personalthemen informieren

Eine Medien-Studie zeigt, dass sich der Mut von Vorständen, öffentlich und persönlich Stellung zu beziehen, für das Unternehmen auszahlt. Denn Vorstandsvorsitzende und Personalverantwortliche, die bei mitarbeiterrelevanten Themen wie Fusionen, Streiks oder Gehaltsverhandlungen selber in der Öffentlichkeit auftreten, sorgen für ein positiveres Medienecho als die anderen.

Von allen DAX-30-Unternehmen ist im Jahr 2008 die öffentliche Stellungnahme zu Personalthemen am besten der Lufthansa, der Deutschen Bank und der Postbank gelungen. Am schlechtesten schnitten Siemens, Deutsche Telekom und die Hypo Real Estate ab. Das ist das Ergebnis einer systematischen Auswertung von 70.000 Artikeln aus 16 regionalen und überregionalen Printmedien durch Prof. Dr. Lothar Rolke und sein Team von der Fachhochschule Mainz.

Insgesamt jedoch sind nach Aussage von Rolke, der BWL und Unternehmenskommunikation lehrt, Personalthemen in der Berichterstattung unterrepräsentiert. Von den rund 70.000 ausgewerteten Artikeln beschäftigen sich nur etwa 5.600 mit Themen, die unmittelbar die Mitarbeiter betreffen. Zu 70 Prozent handelt es sich dabei um so genannte harte Themen wie

  • Fusionen,
  • Streiks,
  • Gehälter/Löhne,
  • Entlassungen und
  • Restrukturierungen.

Weiche Themen wie

  • Gesundheit oder
  • Karriere,
  • Weiterbildung oder
  • Motivation

spielten nur eine untergeordnete Rolle, obwohl es Millionen von Menschen beträfe. Hier seien nach Ansicht des Mainzer Professors die Personalverantwortlichen persönlich gefordert, solche Themen stärker auf die öffentliche Tagesordnung zu setzen und dadurch für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen.

Rolke und sein Team konnten nachweisen, dass die öffentliche Stellungnahme von Vorstandsvorsitzenden und Personalvorständen deutlich den Tenor der Berichterstattung in den Medien verbessere. Allerdings wurden die Personalthemen zu knapp 90 Prozent von den Vorsitzenden und nur zu gut zehn Prozent von den zuständigen Personalvorständen vertreten.

"Gerade in turbulenten Zeiten ist mehr Mut von den Personalverantwortlichen gefordert, schwierige Unternehmensentscheidungen zu erklären und damit öffentlich Gesicht zu zeigen",

erklärt der Mainzer Professor. Das wirke nicht nur von außen positiv auf das Unternehmen zurück, sondern würde auch die Stellung der Personalabteilung im Unternehmen stärken. Personalmanagement sei nicht nur eine nach innen, sondern immer stärker eine auch nach außen gerichtete Aufgabe. Der mit Abstand medial sichtbarste Personalvorstand war 2008 Stefan Lauer von der Deutschen Lufthansa.

[po; Quelle: Fachhochschule Mainz; Bild: Fotolia.com]

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