TeamarbeitDie vier Phasen der Teambildung

Bevor Teams voll leistungsfähig sind, durchlaufen sie einen langen Prozess der Teambildung. Wer Teamarbeit einführen oder ein neues Projektteam einrichten will, sollte diese Teambildungsphasen kennen.

Teamarbeit wird eingeführt, weil sich das Unternehmen davon bessere Ergebnisse verspricht, als wenn jeder Mitarbeiter als Einzelkämpfer agiert. Doch das braucht Zeit. Selbst wenn die Teammitglieder gut ausgewählt wurden und sich optimal ergänzen, wird die Produktivität nicht sofort steigen. Das gilt auch für neu eingerichtete Projektteams. Die Mitarbeiter, die in einem Projekt zusammenarbeiten sollen, brauchen Zeit, bis sie zueinander finden und die Projektarbeit richtig funktioniert.

Jedes Team durchläuft zunächst einen längeren Prozess der Selbstfindung, bevor es voll leistungsfähig ist. Nach Bruce Tuckman folgen im Prozess der Teambildung vier Phasen aufeinander:

  • Forming
  • Storming
  • Norming
  • Performing

Forming: Orientierungsphase der Teambildung

In der Forming-Phase beschnuppern sich die Teammitglieder gegenseitig. Sie versuchen herauszufinden:

  • Was können die neuen Kollegen?
  • Welche Interessen verfolgen sie?
  • Ist mit ihnen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich?

In dieser Phase empfindet sich das Team noch nicht als Team.

Storming: Konfliktphase der Teambildung

Die Storming-Phase ist von Auseinandersetzungen geprägt. Hier werden sozusagen die Rangkämpfe ausgefochten. Dabei geht es unter anderem darum:

  • Wer hat welche Aufgabe?
  • Wer spielt welche Rolle im Team?
  • Wie stark werden die unterschiedlichen Interessen berücksichtigt?

In dieser Phase kochen oft Konflikte zwischen den Teammitgliedern und mit anderen Bereichen im Unternehmen hoch. Die Teammitglieder sind stärker mit Statuskämpfen als mit ihrer Aufgabe beschäftigt.

Norming: Organisationsphase der Teambildung

In der Norming-Phase glätten sich die Wogen allmählich. Nun entwickeln die Teammitglieder Spielregeln für den Umgang miteinander. Außerdem vereinbaren sie erste Maximen, an die sich alle beim Lösen der Aufgabe halten. Erst wenn ein Team diesen Punkt erreicht hat, entfaltet es allmählich seine Vorteile.

Performing: Integrationsphase der Teambildung

Mit der Performing-Phase betritt das Team die eigentliche Arbeits- und Leistungsphase. Erst in dieser Phase erzielt das Team bessere Ergebnisse, als wenn die Mitarbeiter allein arbeiten würden.

In den ersten drei Phasen ist das Team weitgehend mit sich selbst beschäftigt. Entsprechend mager fallen die Arbeitsergebnisse im Vergleich zur Einzelarbeit aus. Deshalb wird die Teamarbeit hier oft als zeitraubend und wenig effektiv erlebt – von den Teammitgliedern selbst und von ihrem Umfeld, das bemängelt, dass es so lange dauert, bis Aufgaben erledigt sind. Dies wirkt sich nicht nur kontraproduktiv auf die Stimmung im Team aus, sondern birgt auch die Gefahr, dass sich einzelne Teammitglieder aus der Teamarbeit verabschieden, bevor sie eigentlich begonnen hat.

Selbst wenn es notwendig ist, dass sich die Teammitglieder zusammenraufen, um komplexe Aufgaben gemeinsam zu erledigen, sollten Unternehmen nicht der Illusion erliegen, in einem Team müssten alle Freunde sein. Im Gegenteil: Eine zu große Kumpanei schmälert oft den Output. Denn dadurch geraten Aufgabe und Arbeitsziel schnell aus dem Blick.

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