ÜberblickBeruflich arbeiten im Ausland

Es gibt viele Möglichkeiten, im Ausland zu arbeiten und dabei Land und Leute kennenzulernen – ob als Freiberufler, Unternehmer oder Angestellter. Ein Überblick.

Neue Kulturen kennenlernen, sich persönlich weiterentwickeln, die Karrierechancen verbessern. Es gibt viele Gründe für eine Tätigkeit im Ausland. Ein grundlegende Entscheidung ist dabei, ob Sie an einem festen Ort oder von unterwegs arbeiten möchten. Je nach Präferenz stehen Ihnen verschiedene Optionen zur Verfügung.

Arbeiten von unterwegs

Heute Strand, morgen Stadt. Wer für seine Arbeit nicht viel mehr als einen Rechner und Internet benötigt, kann leicht von wechselnden Orten aus arbeiten.

Angestellter in Remote

Unter einem Remote-Team versteht man eine Gruppe von Mitarbeitern, die ortsunabhängig zusammenarbeitet. Die Mitglieder halten sich dabei nur selten am gleichen Ort auf. Der Austausch findet über Tools wie Slack, Evernote oder Trello statt. Vor allem im Softwarebereich sind Remote-Teams weit verbreitet, aber auch in anderen Aufgabengebieten tauchen sie immer häufiger auf. Als Remote-Angestellter haben Sie einen festen Arbeitgeber, für den Sie ausschließlich tätig sind.

Bei der Wahl des Arbeitgebers ist es wichtig, auf dessen geografischen Sitz zu achten. Denn je nach Firmensitz ändern sich Urlaubsansprüche, bezahlte Krankheitstage und Versicherungen. Wenn Sie also bei einer Firma außerhalb von Deutschland anheuern, sprechen Sie vorher mit einem Experten für das Arbeiten in diesem Land.

Freiberufler Online

Ein klassischer digitaler Nomade ist der umherreisende, online arbeitende Freiberufer. Viele, vorrangig junge Menschen bieten Ihre Arbeitskraft online an. Dazu zählen Texter, Grafiker, Programmierer, Übersetzer, Lektoren und viele mehr. Sie alle haben gemein, dass sie für ihre Arbeit nicht vor Ort sein müssen. Diese Art der Tätigkeit ist ideal für häufige Ortswechsel.

Als online arbeitender Freiberufler erhalten Sie einen Auftrag über das Internet. Dafür ist es egal, ob sie in Neu Delhi oder Hamburg sind. Den Auftrag bearbeiten Sie und senden ihn fertig zurück. Dabei ist es wieder nebensächlich, ob Sie zwischendurch nach Tokio oder Lissabon weiter gereist sind. Sie sollten nur sicherstellen, dass Sie regelmäßig für Ihre Auftraggeber erreichbar sind.

Das eigene Online-Business

Wer ein eigenes Online-Business von unterwegs aus betreibt, gilt ebenfalls als klassischer digitale Nomade. Auch hier sind es vorranging junge Menschen, die diesen Weg gehen. Sie erledigen im Gegensatz zum Freiberufler keine Auftragsarbeiten, sondern haben ein eigenes Unternehmen. Nicht selten besteht das Unternehmen nur aus ihnen selber. Alle anderen Tätigkeiten werden von Freiberuflern übernommen, die bei Bedarf eingesetzt werden.

Für diese Art von Business eignet sich jedes Geschäftsfeld, das online bearbeitet werden kann. Ein klassisches Beispiel ist der Verkauf von digitalen Produkten. Für Erstellung, Marketing und Vertrieb sind oftmals nicht mehr als ein Computer und eine Internetverbindung notwendig.

Arbeiten an einem festen Ort

Mit den drei oben genannten Möglichkeiten können Sie Reisen und Arbeiten verbinden. Wenn Sie sich entschieden haben an einem Ort zu bleiben, kommen die folgenden fünf Möglichkeiten für Sie noch hinzu.

Expat der eigenen Firma

Expats sind als Angestellte für ihre Firma im Ausland tätig. Bei großen Konzernen ist es üblich, dass Mitarbeiter einige Zeit im Ausland verbringen. Für eine schnelle Karriere ist es sogar unerlässlich. Als Expat der eigenen Firma ins Ausland zu gehen, hat viele Vorteile.

Sie kennen das Unternehmen und die Strukturen. Sie behalten Ihre Position, wenn sich diese nicht sogar noch verbessert. Der Arbeitnehmer übernimmt wie bisher alle Soziabgaben nach deutschem Recht, auch wenn hier auf die Details bei einer Auslandsanstellung zu achten ist. Wenn Sie Ihre Zeit im Ausland beenden, kehren Sie in einen sicheren Job Zuhause zurück.

Expat einer neuen Firma

Auch wenn immer mehr deutsche Firmen Geschäfte im Ausland machen, hat nur ein kleiner Teil von ihnen dort auch eine eigene Niederlassung. Ohne eine Dependance im Ausland, ist das Arbeiten als Expat logischerweise nicht möglich.

Sie können diesen Weg trotzdem gehen, wenn Sie zu einem Jobwechsel bereit sind. Auf den bekannten Stellenbörsen werden regelmäßig Stellen ausgeschrieben, die mit einem längeren Auslandsaufenthalt verbunden sind. Sie haben also immer noch die Chance, zu einem anderen Unternehmen zu wechseln und für dieses als Expat zu arbeiten. So kommen Sie zu allen Vorteilen, die Sie als Expat der eigenen Firma haben.

Angestellter einer örtlichen Firma

Wenn Sie sich nicht gerade für ein Leben in der Mitte des Amazonas-Gebietes entscheiden, wird es auch an Ihrem neuen Wohnort Unternehmen geben. Sie können sich also auch auf Jobs direkt bei einer Firma vor Ort bewerben.

Dabei gelten weltweit ähnliche Grundsätze wie in Deutschland. In Ballungsräumen gibt es mehr Jobs, in ländlichen Gegenden weniger. Abhängig von Ihrer Fachrichtung kommen einige Gebiete eher in Frage als andere. Wenn Sie beispielsweise als Ingenieur für Bewässerungstechnik tätig sind, werden Sie in Dubai leichter einen Job finden als in Kopenhagen. Elementar für eine Anstellung bei einer örtlichen Firma ist das Beherrschen der Landessprache. Wenn Sie sich für diesen Weg entscheiden, sollten Sie vorher einen Sprachkurs besuchen und sich die Kenntnisse aneignen.

Ein eigenes Business vor Ort gründen

Es gibt an Ihrem Wunschort eine gesunde Wirtschaft, aber nicht den Job den Sie suchen? Dann können Sie Ihr eigenes Business vor Ort gründen. Dafür müssen Sie in Ihrem Job gut sein und Unternehmergeist mitbringen. Zusätzlich müssen Sie die Sprache beherrschen. Es gibt praktisch kein Vor-Ort-Business, bei dem Sie nicht mit einheimischen Kunden in Kontakt kommen. Ohne eine vernünftige Form der Verständigung werden Sie diese Leute nicht zu Ihren Kunden machen. Das gilt vom Zahnarzt bis zum Dachdecker.

Freiberufler Offline

Als Offline-Freiberufler werden Sie immer dort tätig, wo Sie gerade gebraucht werden. Dabei arbeiten Sie auf eigene Rechnung und sind nicht bei der Firma angestellt, die Sie beschäftigt.

Viele Firmen holen sich bei schwierigen Problemen externes Wissen ins Haus. Das geschieht über klassische Beratungsfirmen, aber auch über Interims Manager. Diese sind nicht selten als Freiberufler tätig. Sie bleiben dann für eine gewisse Zeit bei einem Auftraggeber und erledigen dort ihren Job. Das kann von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren der Fall sein. Will eine Firma beispielsweise eine komplett neue Vertriebssparte aufbauen, kann Sie sich dafür das Wissen eines Experten holen. Dieser berät dann nicht nur bei den Prozessen, sondern führt sie auch selber durch. Wenn die Abteilung aufgebaut ist und alle Prozesse laufen, kann er sich dem nächsten Projekt widmen.

Fazit

Mit den vorgestellten Möglichkeiten können Sie sich Ihren Traum vom Leben und Arbeiten im Ausland erfüllen. Bevor Sie jetzt zum Schrank rennen und Ihren Koffer packen, sollten Sie aber ein paar grundsätzliche Dinge beachten. Diese Punkte gelten für alle acht Möglichkeiten im Ausland zu arbeiten.

  • Wo müssen Sie Ihre Steuern zahlen?
  • Wie sind Sie versichert?
  • Wo müssen Sie sich und Ihr Geschäft anmelden?

Dazu im Management-Handbuch

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