UrheberrechteVorsicht bei Fotos für Ihre Webseite

Sie möchten Ihre Firmenwebseite mit Bildern verschönern? Dann sollten Sie auf jeden Fall wissen, welche rechtlichen Regelungen beim Einstellen von Fotos gelten und worauf Sie achten müssen. Eins vorneweg: Wenn es nicht Ihre selbst geschossenen Bilder sind, müssen Sie immer die Nutzungsrechte erwerben.

Kein fremdes Foto ohne Erlaubnis!

Das Web wimmelt von Bildern und da liegt es natürlich nah, einfach geeignete Bilder zu kopieren und für die eigene Webseite zu verwenden. Doch Vorsicht! Jedes Bild unterliegt dem Urheberrecht. Maßgeblich ist das Urhebergesetz (UrhG).  Danach sind auch Fotos „geschützte Werke“ im Sinne von § 2 Absatz 1 Nr. 5 UrhG. Konkret bedeutet dies, dass alleine dem Urheber des Bildes das Nutzungs- und Verwertungsrecht obliegt. Wer dagegen verstößt, handelt rechtswidrig.  

Hinweis

Nach § 64 UrhG erlischt das Urheberrecht erst 70 Jahre (!) nach dem Tode des Urhebers. Maßgeblich ist hier allerdings eine persönliche Schöpferkraft des Werks. Jetzt wird es juristisch abstrakt: Das Ergebnis dieser Schöpferkraft muss eine bestimmte Gestaltungshöhe erreichen; ferner muss sich das Ergebnis in sinnlich wahrnehmbarer Form konkretisieren. Bei einem Foto ist dies immer der Fall.

Eine bloße „Abbildung“, das heißt ein Bild beziehungsweise Foto, was jeder schießen könnte ohne eine bestimmte Schöpfungskraft, ist durch § 72 Absatz 3 UrhG geschützt. Hier erlischt das Urheberrecht „schon“ nach 50 Jahren. Dass beide Fälle in der Praxis wohl sehr selten vorkommen dürften, liegt auf der Hand. Trotzdem zeigt es die weit reichende Bedeutung des Urheberrechts.

Wenn Sie also vorhaben, ein fremdes Bild für Ihre Webseite zu verwenden, sollten Sie in jedem Fall den Urheber um Erlaubnis fragen, um etwaige negative Rechtsfolgen zu vermeiden.

Bearbeitung von fremden Bildern

Nach § 23 UrhG dürfen Sie kein fremdes Bild, auch wenn Sie es geringfügig bearbeitet haben und das ursprüngliche Motiv noch erkennbar ist, ohne Erlaubnis des Urhebers verwenden. Anders gelagert ist § 24 UrhG: Danach dürfen Sie das Bild Ihr Eigen nennen, wenn Sie es so umgestalten, dass daraus ein neues Werk entsteht, dessen Urheber Sie dann selbst sind. Wo das Fremde aufhört und das Eigene beginnt - das ist ein Graubereich und lässt sich nur im Einzelfall bestimmen. Deshalb kommt es gerade hier immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten.

Hinweis

Wenn Sie ein fremdes Bild verwenden möchten, sollten Sie sich nach der Erlaubniseinholung über die tatsächlichen Nutzungsrechte informieren. Es kann sein, dass der Urheber etwa eine gewerbliche Nutzung ausgeschlossen hat. Dann ist das Foto für Ihre Werbung oder Pressearbeit passé.

Sicherung von Nutzungsrechten

Wenn Sie selbst einen Fotografen beauftragen, zum Beispiel Fotos von Ihnen oder von Ihren Produkten zu schießen, können Sie sich ein ausschließliches Nutzungsrecht daran sichern. Dies verhindert, dass der Fotograf seine Bilder hinterher noch anderweitig verwenden kann. Der Fotograf ist und bleibt der Urheber der Bilder – und damit hat er die Urheberrechte. Er verkauft Ihnen aber die Nutzungsrechte. Ob ausschließlich an Sie – das wird in einem Vertrag festgehalten. Häufig sind die ausschließlichen oder exklusiven Nutzungsrechte teurer, als wenn der Fotograf „Ihre Bilder“ auch an anderer Stelle verwenden darf.

Produktfotos für die Werbung

Ist ein Motiv beziehungsweise ein Produkt, das Sie fotografieren, geschützt, dürfen Sie das Foto nicht ohne Erlaubnis verwenden. Anders sieht es aus, wenn Sie ein selbst geschossenes Foto dieses Produkts deshalb auf Ihre Webseite stellen möchten, weil Sie es verkaufen möchten. Sie sind damit rechtlich ein sogenannter Weiter-Verkäufer. Aber auch hier gibt es Rechtsfallen bezüglich des Markenrechts, die sie prüfen und umgehen sollten.

Hinweis

Sie möchten ein Produkt in Ihrem Web-Shop verkaufen und fotografieren es dafür. Dies ist erlaubt. Möchten Sie aber ein Bild davon als künstlerisches Gestaltungselement auf Ihre Webseite stellen, brauchen Sie eine Erlaubnis dazu.

Fotos von Personen

Bei Personen wird es heikel, denn das Recht am eigenen Bild hängt der Gesetzgeber sehr hoch. Grundsätzlich müssen Sie die betreffende Person immer um Erlaubnis fragen, ob Sie sie auf Ihrer Webseite, Ihrer Werbebroschüre oder in anderen firmeneigenen Medien abbilden dürfen. Das Recht am eigenen Bild ist nämlich ein Persönlichkeitsrecht. Einschränkungen gelten für Personen der Zeitgeschichte wie Politiker, Sportler, Künstler beziehungsweise Prominente, die per se in der Öffentlichkeit stehen. Ausnahmen gelten auch, wenn Personen nicht der Schwerpunkt des Bildes sind und nur sozusagen als „Beiwerk“ fungieren. Wenn Sie also zum Beispiel Ihr Grundstück, auf dem eine neue Lagerhalle errichtet werden soll, ablichten, und im Hintergrund sind Personen zu sehen, ist das kein Problem. Gleiches gilt bei einer Versammlung mit vielen Personen auf engem Raum, wo man per se nicht jede der abgebildeten Personen um Erlaubnis fragen kann.

Mögliche Rechtsfolgen bei Urheberrechtsverstößen

Sollten Sie ein Foto widerrechtlich verwenden, das heißt ohne den Urheber um Erlaubnis zu fragen, drohen empfindliche Sanktionen. Zunächst hat der Urheber einen Beseitigungsanspruch, das heißt, er kann verlangen, dass Sie das betreffende Foto von Ihrer Webseite entfernen. Im Extremfall müssen Sie sogar fertig gedruckte Werbeflyer vernichten. Des weiteren kann der Urheber für die Zukunft die Unterlassung der Verwendung seines Bildes verlangen. Beide Möglichkeiten richten sich nach den einschlägigen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Neben diesen Ansprüchen kann der Urheber Schadensersatz verlangen. Wie hoch dieser ausfällt, klären dann meistens die Gerichte.

Beispiel: Fotos von Prominenten

Gerade in wirtschaftlich schwächeren Zeiten sind Unternehmen bemüht, potentielle Kunden auf ihre Angebote aufmerksam zu machen – Werbung mit Fotos von Prominenten sind an dieser Stelle ein beliebtes Mittel, um die Aufmerksamkeit der potenziellen Kunden auf die eigenen Produkte zu lenken. Dass die Verwendung eines unautorisiert verwendeten Fotos eines Prominenten zur eigenen Produktwerbung für das werbende Unternehmen durchaus teuer werden kann, zeigt das Urteil des Landgericht Frankfurt/Main vom 12.03.2009 (Az. 2-3 O 363/08)

Was war passiert?

Ein Unternehmen, das unter anderem Fitnessgeräte bewirbt, warb in einem Kaufhaus mit dem Foto des ehemaligen Fußball-Nationaltorwarts Jens Lehmann, ohne dass hierfür eine entsprechende Genehmigung vorlag. Lehmann klagte daraufhin auf die Zahlung von 50.000 Euro Schadensersatz für die unerlaubte Verwendung seines Bildes und bekam letztlich 30.000 Euro Schadensersatz von den Richtern des Landgerichts Frankfurt/Main zugesprochen.

Es handelt sich bei Jens Lehmann um einen der Öffentlichkeit überaus bekannten Sportler. Aber auch für diese Personen gelten Persönlichkeitsrechte dann, wenn ihr Bild für Werbezwecke missbraucht wird, so das Gericht. Nur aufgrund der Tatsache, dass die Werbung ausschließlich in einem Warenhaus ausgehängt und nicht etwa in überregionalen Tageszeitungen veröffentlicht wurde, hielten die Richter Lehmanns Forderung für überhöht und sprachen ihm einen geringeren Schadensersatz zu.

Fazit

Die Werbung mit beliebten und bekannten Persönlichkeiten ist ein überaus beliebtes Mittel, um die Kundenaufmerksamkeit zu erhöhen. Unternehmen sollten vor eine entsprechenden Werbung mit Persönlichkeiten immer sicher stellen, dass entsprechende Genehmigungen zur Verwendung der Fotos im kommerziellen Bereich vorliegen – denn anderenfalls kann es für das werbende Unternehmen teuer und für kleinere Betriebe sogar existenzgefährdend werden, wie das Frankfurter Urteil verdeutlicht.

[dw; Bild: Scott Maxwell - Fotolia.com]

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